Claire und Ihre Mutter leben ohne den Vater zusammen, da die Mutter Ärztin ist, verpassen die beiden sich oft. Der Kühlschrank wird der Mittelpunkt ihrer Kommunikation, oder viel mehr, die Nachrichten in Zettelform, welche sich beide immer am Kühlschrank hinterlassen. Das sind banale Meldungen, wie etwa, das geputzt werden muss, oder das Kaninchen gefüttert sein muss oder eingekauft wird. Aber es sind auch einmal Streitereien, oder eben liebevolle und fürsorgliche Meldungen. Claire schreibt ihrer Mutter, dass sie oft sehr müde aussehe und schliesslich müssen Mutter und Tochter der Tatsache ins Auge blicken, dass sie nun mit einer bösen Krankheit leben müssen. Die Mutter hat Brustkrebs. Es beginnt eine Schwere Zeit, Claire ist eine reife Tochter, aber sie ist eben doch auch in der Pubertät, erste Liebesgeschichten bringen ihr Leben zusätzlich durcheinander und dann ist da natürlich die riesige Angst um die Mutter. Die Chemotherapie macht die aggressive Krankheit endgültig sichtbar, die Mutter verliert ihre Haare. Es geht noch vieles verloren für Mutter und Tochter, aber das Wichtigste trägt die beiden auf dem Weg den sie gehen müssen, ihre Liebe zueinander.
Fazit
So schnell lasen sich 442 Seiten noch nie, aber das ist nicht wunderlich, denn es ist ja nur jede zweite Seite mit ein paar Sätzen bedruckt. Eben, mit den Zetteln und deren Nachrichten zwischen Claire und der Mutter. Anfänglich empfand ich dies als Verschwendung, aber dann konnte ich nur staunen wie subtil sich diese paar wenigen Sätze ins Herz einbrennen. Wenn man in der Familie oder bei nahe stehenden Menschen dem Krebs einmal begegnet ist, dann merkt man, wie stimmig doch Kuipers Roman ist. Es ist keine heitere Geschichte und sie liefert uns kein unrealistisches Ende, aber sie berührt.
Meine Wertung: 7/10
Alice Kuipers / Sehen wir uns morgen?
Verlag: Krüger, Seiten: 442
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