Francis lebt mit seiner Mutter in einem ärmlichen Trailerpark in New Jersey und trauert der Zeit nach, als er noch seinen Halbbruder und dessen Vater hatte, denn in dieser Zeit ging es seiner Mutter noch nicht so verdammt schlecht wie zurzeit. Manisch depressiv, kein leichtes Leben mit einer solchen Mutter und es kommt noch schlimmer, sie versucht sich das Leben zu nehmen und Francis befürchtet, nun endgültig nie mehr aus seinem Leben, welches er eben erbärmlich findet, zu entkommen. In der Klinik trifft Francis auf Anne-May, er ist völlig fasziniert von ihr, doch auch sie wollte ihr Leben wegwerfen. Francis Mutter hat ihrem Sohn in einem Brief die Wahrheit geschrieben, er weiss nun, wer sein richtiger Vater ist und dieses Wissen beflügelt ihn dermassen, dass er fest daran glaubt, dass nun alles anders wird, denn er hat einen ganz besonderen Vater. So kommt es zur verrückten Reise dreier ziemlich schrägen Menschen. Francis zieht los mit seinem hochintelligenten, aber einsamen Freund Groover und er entführt quasi auch noch Anne-May aus der Klinik. Die Reise quer durchs Land macht das Trio zu Freunden, aber auf dem Weg gilt es so einiges zu bewältigen. Doch das Beste kommt am Schluss, der Vater von Francis, eine Figur, welche ihm so grosse Hoffnung gibt, ohne dass er ihn erst richtig kennt, kann dieser Mann Francis Erwartungen erfüllen? Die Antwort auf diese Frage allein, die haut einen schon recht um, doch es gibt noch eine Runde Extraspannung dazu und Francis beweist, dass er Mut hat, richtig viel Mut!
Fazit
Dieser Benedict Wells, das ist mir einer. «Fast genial» hat mir den Schlaf geraubt, auch als ich schon ausgelesen hatte, konnte ich mich nicht beruhigen. Dieser Kerl soll schnell mehr schreiben, denn das kann er nicht nur fast, sondern ganz genial! Wer den Roman gelesen hat, der wird mich verstehen, wenn ich hier doch sage: Gut, dass dieses Bürschchen gerade nicht in meiner Nähe ist.
Meine Wertung: 8/10
Benedict Wells / Fast genial
Verlag: Diogenes, Seiten: 322
Weitere Buchbesprechungen die Dich interessieren könnten:
Elizabeth Subercaseaux / Eine fast perfekte Affäre
Amalia Griffin ehrt ihren Mann und liebt ihn auch auf eine gewisse Weise, aber sie führt doch quasi ein Doppelleben, denn seit sechs Jahren hat sie eine Affäre. Nicht einmal ihrer engsten Freundin nennt sie die Identität ihrer Affäre, es handelt sich nämlich bei diesem Mann um den bekannten, hoch...
Anne Berest / Traurig bin ich schon lange nicht mehr
Drei Schwestern, welche sich nicht mehr so nahe sind, wie man es in der süssen Kindheit war. Den Tod der innig geliebten Mutter kann niemand recht verkraften, sie ist zur Heiligen geworden, ihr Zimmer bleibt erhalten, so als ob die Zeit bei ihrem Tod stehen geblieben wäre. Der Vater hat...
Amélie Nothomb / Den Vater töten
Norman und Christina sind ein Künstlerpaar, sie Feuertänzerin, er Magier, ihre Liebe ist kostbar und bislang kinderlos. Joe ist ein junger Trickkünstler, der seinen Vater nicht kennt und dessen Mutter sich schliesslich für ihren Lover und gegen ihren Sohn entschieden hat. Joe erhält die Chance seines Lebens, er wird dem...
Marcelle Sauvageot / Fast ganz die Deine
Ich heirate… unsere Freundschaft bleibt… Dies sind nicht eben die Worte die der schwer Tuberkulosenkranken, jungen Frau im Sanatorium Kraft geben. Aber die starke Frau schreibt eine Antwort, klug, unsentimental und klar wie Luft! “Um mich ganz zu verlieren, hätte ich sicher sein müssen, dass ich mich nicht mehr brauchte” Fazit Unglaublich...
Jostein Gaarder / Das Orangenmädchen
Georg verlor seinen Vater, da war er vier Jahre alt. Doch jetzt mit 15, taucht ein Brief auf, von ebendiesem Vater an seinen grossen Sohn, es ist ein Brief von der Suche nach dem Orangenmädchen, welches im Zug sass und welchem die Früchte herunterkullerten… Es ist die Suche nach der Liebe des...
Karin Richner / Sieben Jahre Schlaf
Lucie verlässt einmal mehr einen Partner und weiss, er wird sie nicht mehr wollen, sie hat ihm nicht die Wahrheit gesagt. Doch was genau ist die Wahrheit, wer genau ist Lucie und warum ist sie durch ihre Lebensgeschichte so geworden wie sie ist? Auf dem Weg ins Dorf ihrer Kindheit,...
Jakob Arjouni / Hausaufgaben
Der perfekte saubere Lehrer Linde – oder doch nicht? Ein Mann der uns Ethik in grossen Worten näher bringen will… doch ist er auch so tadellos? Wieso ist die Tochter so früh ausgerissen, die Ehefrau depressiv geworden und kommt es sogar soweit, dass der eigene Sohn seinen Vater schlägt? Wie...
Tagged as:
Armut,
Depression,
Genies,
Las Vegas,
Mutter,
New Jersey,
Roman,
Samenbank,
Selbstmordversuch,
Trailerpark,
Vater,
Vatersuche
{ 2 comments… read them below or add one }
Auf meiner Wunschliste ;-P
Ja du, das wirst du nicht bereuen, macht mich ja total neugierig, was du dann dazu so meinst…..
{ 1 trackback }