Kurt ist nicht annähernd so lebendig, wie dies sein Vorgänger war, im Gegenteil, Kurt ist eigentlich immer am Schlafen, sogar Gassi gehen ist für ihn eine gewaltige Energieverschwendung. Sein Herrchen Max hat sich damit abgefunden, dass sein zweiter Hund, eine ruhige Natur ist, bloss die wöchentlich erscheinende Kurthundestory für das Tierheft zu schreiben, fällt ihm meistens schwer, da er sich etwas aus den Fingern saugen muss. Zur Zeit ist Max ohnehin schlecht drauf, bald ist Weihnachten, Max hasst Weihnachten, dieses Jahr hat er beschlossen, diese Tage an der Sonne zu verbringen, genau genommen auf den Malediven. Tja, bloss wohin in dieser Zeit mit Kurt, vielleicht meldet sich ja auf seine ins Netz gestellte Annonce ein Hundesitter, Kurt gibt ja überhaupt nichts zu tun. Ha, Kurt kommt Kathrin gerade recht, Weihnachten im Kreise ihrer Eltern ist so etwas grauenvolles, um dies zu vermeiden, gedenkt sie sogar auf den Hund zu kommen, eben gerade auf einen Hund. Kathrin ist dreissig Jahre alt geworden dieses Jahr, alle Versuche, so etwas ähnliches wie eine Beziehung zu führen scheiterten bisher kläglich. Doch die Eltern möchten Kathrin so gerne verkuppeln mit einem Mister Langweilig, welchen sie nicht ausstehen kann, zudem erträgt Kathrin auch die kummervollen Gesichter der Eltern nicht mehr und noch weniger die lieben Ratschläge, an Weihnachten ist es immer besonders schlimm. Darum muss Kurt zu ihr kommen, ihre Eltern hassen Hunde, ein solches Viech hatte einen grossen Karierensprung ihres Vaters ruiniert, seither ist er allergisch auf diese Vierbeiner. Max ist seinerseits auch auf etwas allergisch, oder mit anderen Worten ausgedrückt, Max kann nicht Küssen, durch eine eklige, traumatische Kusserfahrung in der Kindheit, ist es nun so, dass er sich immer übergeben muss, wenn er in Berührung weiblicher Lippen kommt, dies verunmöglicht auch Max die Liebe. Die beiden prallen nun aufeinander und was sie beide nicht mehr für möglich gehalten hätten passiert, die Liebe schlägt zu, aber mit einigen Turbulenzen und Hindernissen, aber doch mit Happy End und tierischen Abenteuern.
Fazit
Wenn sie Weihnachten auch jeweils gerne streichen würden, dann kann ich dieses Buch nur empfehlen, es verfügt über garantierte Angriffe auf ihre Bauchmuskulatur. Selten konnte ich im Dezember so lachen. Zugegebenermassen ist es eine etwas “männerhafte” Story, aber es war auch genau dieser manchmal fast derbe Humor, welcher mich überzeugte loszulachen. Eine total schräge Hunde-Weihnachts und Liebesgeschichte!
Meine Wertung: 5/10
Daniel Glattauer / Der Weihnachtshund
Verlag: Bastei Lübbe, Seiten: 254
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