Gerhard Matzig / Meine Frau will einen Garten

by Manuela Hofstätter on 22. August 2010

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Immer öfter liegt er wach im Bett, seine Frau Pia schnauzt ihn dann gerne an, er solle doch schlafen, dabei ist es eigentlich sie welche ihn um den wertvollen Schlaf bringt. Genau genommen Pia’s irre Wunschvorstellung; Pia will ein Haus und einen Garten. Er liebt Pia und die drei gemeinsamen Kinder, er liebt das Leben mitten in der Stadt, München ist seine Heimat, die Wohnung das perfekte Nest. Wenn er schon nur das Wort «Stadtrand» hört, kriegt er Panikanfälle. Ja, aber eben, wenn Pia etwas will – und so ein bescheuertes Haus, das will sie schon seit langem – dann weiss er haargenau, es wird passieren und nun spürt er, dass dies sehr bald sein wird. Pia blättert nur noch in Gartenmagazinen und liest Architekturbücher, und dann ist sie da, die einmalige Gelegenheit. Bisher waren die Häuser welche sie besichtigten immer zu teuer, oder doch nicht so schön, irgendetwas hatte das Unheil immer abgewendet, doch nun finden sie ein so günstiges Grundstück, dass der Wahninn neue Dimensionen annimmt, denn jetzt will Pia ein eigenes Haus bauen. Ein eigenes Haus bauen, da könnte er ja gleich Selbstmord begehen, doch Frau und Kinder sind sich der Sache ziemlich sicher, er weiss, er hat verloren. Er muss sich damit abfinden, mit einem Leben am Rande der Stadt, einem ländlicheren Leben, am Abgrund. Natürlich haben sie durch glückliche Umstände sogar eine Architektin welche ihm unheimlich ist mit ihrer Perfektion, denn er liebt das Chaos. Jetzt aber beginnt eine unglaubliche Zeit, es geht um Baubeschwerden, Raumgestaltung und natürlich geht so manches voll daneben. Ihr Haus wird das schmalste Haus welches man je gesehen hat und Pia will auch noch das es schwarz sein soll. Was zu viel ist, ist zu viel für einen Mann, schwarz komme nicht in Frage wehrt er sich vehement; nur über seine Leiche! Aber natürlich ziehen sie ein in ein schwarzes Haus, und als er dann in seinem Haus steht und seine Frau entspannt im Liegestuhl im Garten liegt, da weiss er, er hat definitiv verloren und er findet das gar nicht mehr so schlimm.


Fazit
Dieser Roman müsste für alle, die planen Hausbesitzer zu werden, Pflichtlektüre sein. Der Autor versteht es auch auf’s Vortrefflichste ein Ehe und Familienleben so witzig wiederzugeben, wie es eben in der Realität nur sein kann. Ich habe dermassen oft gelacht beim Lesen dieser Geschichte, ein herrliches Buch ist das, wahrhaftig. Natürlich hat mich der Titel des Buches angesprochen, denn ich muss mit meinem Mann und den Kindern als Mietfamilie denn Alltag überstehen, ohne Garten, ich armes Wesen. So sehr ich mit dem Icherzähler des Buches Bedauern hatte und mit ihm gelitten habe, dem armen Mann, ja ihm sogar recht gebe in vielen Punkten, irgendwann einmal ist mein Mann auch fällig, denn ich habe ein Lebensziel, ich will auch einen Garten, das gebe ich gerne zu.

Meine Wertung: 8/10

Gerhard Matzig / Meine Frau will einen Garten
Verlag: Goldmann, Seiten: 253

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.


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1 Grete_o_Grete September 15, 2010 um 21:58

Das Buch ist so gar nicht das, was ich ansonsten gerne lese und ich bin selbst erstaunt, dass ich nach deiner Rezension jetzt richtig Lust habe, es zu lesen :-) Immer wieder schön hier bei dir.

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