Als Jack Burns vier Jahre alt ist, dürfen wir anfangen sein Leben zu begleiten, es ist ein Nomadenleben, denn gemeinsam mit seiner Mutter reist er durch ganz Nordeuropa. Alice, die Mutter ist Tätowiererin, angeblich ständig auf der Jagd nach Jacks Vater. Dieser Vater, William sei ein begnadeter Orgelspieler und so genannt Tintensüchtiger, was heisst, dass er nicht Ruhe gibt, bis sein ganzer Körper voller Farbe ist, bei ihm genau genommen Noten oder Liedtexte. Als Jack ins schulpflichtige Alter kommt, wechselt er den Kontinent, von nun an sind Kanada und Neuengland seine Orte. Ausgerechnet in einem Mädcheninternat beginnt seine Schulzeit, und damit wohl auch seine schicksalhaften Neigungen zu prägenden Begegnungen mit älteren Frauen. Emma, eine um Jahre ältere Internatsschülerin beginnt diesen Reigen, allerdings haben die beiden nie miteinander geschlafen, Emma wird zu einer Beschützerin und Lebensgestalterin für Jack, bizarerweise hält sie ihm nicht das Händchen, sondern den Schwanz. Des weiteren wäre da eine hässliche, dicke Putzfrau, welche Jack missbraucht, sowie viele andere Begegnungen, welche bloss dazu führen, dass diejenige Frau, welche Jack zu lieben glaubt, ihn als verdreht bezeichnet. Jack wir ein berühmter Schauspieler, aber war es das nicht von Geburt an? Als Emma stirbt, erbt Jack die Filmrechte von Emmas erfolgreichem Roman, er stürzt sich in Arbeit, wahre Trauer kann er nicht empfinden, er kann wohl überhaupt nicht normal fühlen. Nach den Tod seiner Mutter, sie erlag zügig an einem Hirntumor, begibt sich Jack auf eine Reise in die Vergangenheit, Er muss feststellen, dass jede Geschichte verschiedene Seiten hat, seine Wahrnehmung als Kind war getrübt, jetzt erfährt er eine andere Lebensgeschichte, seine! Am Ende findet Jack eine Halbschwester und seinen Vater. Dieser Vater ist nicht mehr Fähig in der “normalen” Welt zu leben, auf Grund gewisser Eigenheiten, lebt er in einer Klinik in Zürich. Jack kann damit gut Leben, vielleicht ist er überhaupt zum ersten Mal im echt, denn er hat eben auch Ruhe im Herzen und eine Antwort gefunden.
Fazit
Irvings Art zu schreiben, wie das Leben des Jack Burns war, ist schlicht einprägsam, gewisse Szenen dieses Lebens, gewisse Figuren brennen sich für immer in unsere Erinnerung ein. Gewiss ist dieser Roman nichts für empfindsame, eher zur Prüdheit neigende Wesen, diesen dürften nämlich die Worte Schwanz oder Penis etwas zu oft vorkommen… Ganz kurz einmal nervte mich dies auch, aber dann nahm dieser Roman wieder eine Wendung welche mich in ihren Bann zog.
Meine Wertung: 7/10
John Irving / Bis ich dich finde
Verlag: Diogenes, Seiten: 1140
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