Sonia erwacht in einer fremden Wohnung, sie sucht das Klo, begegnet im falschen Raum zwei Männern, welche sie anstarren, ach ja, sie ist ja nackt, da, endlich, die nächste Tür, es ist das Klo. Sonia geht nach Hause, bloss sie hat ja gar kein richtiges zu Hause mehr, seit ihrer Scheidung von Frédéric, aber sie hat ihr Leben, dies ist nicht selbstverständlich. Doch Sonia will diesen Teil ihres Lebens ja bloss noch vergessen, darum lebte sie so schrecklich in letzter Zeit. Auf einmal kann die junge Frau Geräusche sehen, Formen schmecken nach etwas und Farben fühlen sich ganz verschieden an, dieser LSD-Trip war zu viel, Sonia muss ein neues Leben anfangen. Wie gerufen kommt da die Stelle als Physiotherapeutin im Unterengadin, bloss weit weg. Der riesige Hotelkomplex mit Wellnessoase in Val Grisch, erscheint ihr zwar komisch, die Dörfler scheinen ihn auch nicht zu tolerieren, aber die Chefin war ihr sympathisch. Sonia hat noch zwei Berufskollegen, die seltsame unbeliebte Frau Felix und Manuel. Manuel ist offensichtlich schwul und bald Sonias bester Freund. Im Hotel Gamander passieren komische Sachen, deswegen wird der Nachtportier Casutt entlassen, er ist Alkoholiker und verdächtig. Aber die unheimlichen Dinge passieren auch weiter und als Sonia den Packt des Teufels und des armen Mädchens Ladina liest, erkennt sie alle Vorkommnisse wieder, jemand spielt eine alte Engadiner Sage nach. Auch das Schlimmste trifft ein Mord, Mord an Sonias Wellensittich Pavarotti. Wenn der Fisch wird zum Vogel… besagt die Sage, jemand hat Pavarotti ertränkt und im Aquarium gelassen. Sonia hat Angst wem soll man trauen, wem nicht und was steckt hinter dieser gemeinen Sache. Sonias Alptraum wird Realität.
Fazit
Von wegen romantisches engadiner Bergleben, Sonne und Höhenluft zum Neuanfang. Für Sonia zeigt sich das Dorf düster und unfreundlich, Wetter und Menschen sind furchteinflössend und eigenbrötlerisch. Suter wie es nur er sein kann, spannend, einzigartig und unwiderstehlich. Buch aufschlagen, doch Achtung, etwas Zeit einrechnen, man kann es nicht mehr aus der Hand legen.
Meine Wertung: 8/10
Martin Suter / Der Teufel von Mailand
Verlag: Diogenes, Seiten: 297
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