Peter Beck / Korrosion

by Manuela Hofstätter on 17. Februar 2017

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Tom Winter, Sicherheitschef einer Schweizer Privatbank, geniesst eine Abfahrt im unberührten Schneehang, diese wird aber unsanft beendet, eine von zwei dummen Snowboardern ausgelöste Lawine reisst ihn mit und deckt ihn zu. Im Spital will er nicht lang liegen, sein rechter Arm ist zusammengeschraubt und am Gestänge fixiert, komplizierter Trümmerbruch, die Skisaison ist für Winter dieses Jahr schon im Dezember beendet. Tom Winter macht sich sofort wieder an die Arbeit, eine alte, millionenschwere Stammkundin hat einen Termin bei der Bank nicht wahrgenommen, Winter und Leonie, eine Assistentin der Bank, wollen die Kundin nun besuchen gehen. In der Wohnung treffen sie allerdings nur auf die kaltblütig ermordete alte Frau Berger. Die einsame, alte Witwe wurde übelst hingerichtet, ihr Testament kann nicht einfach eröffnet werden, sie hat eine Bedingung daran geknüpft. Drei Kinder hat sie hinterlassen, in Nürnberg, England und auf den Azoren leben diese und haben kaum mehr Kontakt zu ihrer Mutter unterhalten. Nun hat die Bank den heiklen Auftrag der Verstorbenen zu erfüllen, diese verlangt, den Mörder ihres Mannes unter ihren Kindern zu finden, eine unglaubliche Anschuldigung. Die Polizei aber, zu welcher Winter gute Beziehungen pflegt, gehörte er schliesslich früher zur Elitetruppe Enzian, hat einen Verdächtigen zur Fahndung ausgeschrieben, einen Sudanesen, der in der Wohnung von Frau Bergmann war. Tom Winter hat also alle Hände voll zu tun, wenn er auch in Tat und Wahrheit auf eine reduziert ist, er versucht den Sudanesen Obado aufzuspüren, was ihm Einblicke in die Welt der Flüchtlinge gewährt und ihn in Gefahr bringt. Aber Winter reist auch auf die Azoren, um dort feststellen zu müssen, dass die hier lebende Tochter der Toten verschollen ist. Er trifft auf die zweite Tochter in Nürnberg, welche dem Tode nahe ist und die der Krebs bereits in den Rollstuhl gezwungen hat und in England auf den Dritten im Bunde, den Sohn, der früh schon auf die schiefe Bahn gekommen ist und nun versucht, ein Mann und Vater zu sein und grosse Geldnot hat. Eine komische Familie, aber Winter gerät in einen Strudel von Geschichten und Gefahren, die ihn unweigerlich an sein Lawinenerlebnis und an seinen Überlebensdrang erinnern. Tom Winter ist zum Glück ein harter Hund, überlebt er, kann er die Wahrheit herausfinden?

Fazit: Tom Winter ist wieder da!
Peter Beck hat seinen zweiten Tom Winter Thriller geschrieben, ein Thriller um richtig kalte Füsse zu bekommen, um zu Zittern um kurz darauf in Schweiss gebadet weiterzulesen. Ich gebe ja unumwunden zu, in diesen Protagonisten verschossen zu sein, er ist eben ein echter Held, hart im Nehmen, von trockenem Humor und besitzt doch in wenigen Sequenzen einer Spur von Herzlichkeit. Eine dringende Leseempfehlung, bessere Thriller als Peter Beck schreibt kein Schweizer Autor!

Meine Wertung: 8/10

Peter Beck / Korrosion
Verlag: Emons, Seiten: 352

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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