Smith Henderson / Montana

by Manuela Hofstätter on 20. Februar 2017

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Pete Snow ist Familiensozialarbeiter im Südwesten von Montana, er liebt seinen Job, aber manchmal weiss er tatsächlich nicht, ob er den Tag überleben wird. Ein verwilderter Junge hat Pete tief berührt, Benjamin Pearl lebt mit seinem Vater und seiner Familie tief verborgen in den Wäldern, offenbar erstrecken sich ihre Unterkünfte über weite Gebiete, Pete trifft einzig und nach grossen Wanderungen auch auf den Vater Jeremiah, doch fast hätte dieser ihn tätlich angegriffen. Benjamin leidet Hunger und ist in einem schlimmen Zustand, Pete versucht der Familie Kleidung und Esswaren zu geben, ein paar Spielsachen, aber offensichtlich sind die Pearls in ihrem religiösen Wahn davon überzeugt, die ganze Welt sei dem Teufel verfallen. Pete hat auch in seinem Privatleben zunehmend Sorgen am Hals, er lebt getrennt von seiner Frau und Tochter, eine Scheidung steht wohl bevor und Pete hat den Betrug seiner Frau nie verkraftet. Jetzt aber ist ihre gemeinsame Tochter Rachel spurlos verschwunden, Pete sucht sie und es geht immer mehr bergab mit ihm selbst. Alkohol, Frauengeschichten und die Angst um die Tochter im Teenageralter setzten Pete immer mehr zu. Die Beerdigung seines Vaters musste Pete auch verdauen, sein Bruder glänzte durch Abwesenheit, da die Polizei ihn sucht. Es sind allerhand unglaubliche Vorkommnisse in den kleinen Ortschaften in der Wildnis Montanas, zum Alltag der Menschen dort gehören Alkohol, Gewalt und Drogen. Pete steht immer zwischen der Polizei und den Ärmsten und nun hat er einen Hinweis bekommen, wo sich seine Tochter aufhalten könnte. Doch Pete erwischt seine Tochter nicht, aber er muss befürchten, dass sie auf den Strich geht und als wäre sein Leben nicht schon sowieso gerade total im Eimer, passiert in Tenmile ein schauriges Szenario und Jeremiah Pearl wird jetzt sogar vom FBI gesucht. Pete muss handeln, für seinen Beruf genauso wie für sein Leben.

Fazit: Montana, Wildnis und die verlorenen Menschen.
Hier schreibt einer der weiss, worüber er schreibt. Henderson ist in Montana aufgewachsen und hat dort als Sozialarbeiter wie auch als Gefängniswärter gearbeitet. Wir lesen in diesem Roman also eine authentische Geschichte aus Teilen eines Landes, das eben sehr vielseitig ist und doch unvorstellbar arm und kriminell. Ein Stück Amerika, kein einfaches, aber eines, das uns erstaunt und erschüttert.

Meine Wertung: 7/10

Smith Henderson / Montana
Verlag: Luchterhand, Seiten: 608

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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