Stefan aus dem Siepen / Die Entzifferung der Schmetterlinge

by Manuela Hofstätter on 10. Mai 2008

Post image for Stefan aus dem Siepen / Die Entzifferung der Schmetterlinge

Peter Nauten ist ein einzigartig unauffälliger Mensch, so unauffällig, dass es schon die Schüler nicht spannend finden ihn zu hänseln. Nauten erklärt dann der verdutzen Lehrerin als Zweitklässler ganz sachlich, dass er zu diesem Zeitpunkt nicht sagen könne, welchen Beruf er erlernen werde. Aber auch am Ende der Grundschule kann dies der Jüngling nicht sagen und beginnt ein Studium der alten Sprachen. Als sein Vater stirbt muss die Mutter ihm eröffnen, sie könne nicht mehr für sein Studium aufkommen, was Nauten doch recht betroffen macht. Nicht dass er je selbst das Wort glücklich wählen würde um seine Studentenzeit zu beschreiben, so trifft doch das eigentlich genau zu. Die Mutter hat aber vorgesorgt, ohne Bemühungen kann Nauten einen Job bei einer Versicherung im Büro antreten. Das Büro gefällt dem jungen Mann, ja scheint ihm gar unreal, so schön und so gross, er macht seinen Job und er heiratet sogar. Man kann kaum glauben, dass Nauten eine Ehe führt, er tut es auch nicht sehr lange, das einfache Gemüt seiner Frau ist allerdings nicht einmal der Grund der frühen Scheidung, sondern einfach der Lauf der Dinge. Mittlerweile arbeitet Nauten ja schon eine Weile als Kellner, doch er befasst sich in seiner Freizeit ganz innig mit etwas anderem und dieses Andere füllt ihn ganz und gar aus, wird es ihn zum erhofften Ziel führen?

Fazit
Kaum zu beschreiben ist für mich dieser Roman um das Leben des Peter Nauten, aber es geht eine ungeheure Faszination aus von eben diesem auf den ersten Blick unspektakulären Leben. Die Sprache von Stefan aus dem Siepen ist schlicht ganz einzigartig, so herrlich apart und für mich unvergesslich. Wer das besondere Lesevergnügen sucht, kommt hier in dieser eigenen Welt von Peter Nauten vielleicht auf seine Kosten. Schräg, komisch und betörend zugleich!

Meine Wertung: 8/10

Stefan aus dem Siepen / Die Entzifferung der Schmetterlinge
Verlag: Atrium, Seiten: 222

{ 0 comments… add one now }

Leave a Comment