Urs Widmer / Ein Leben als Zwerg

by Manuela Hofstätter on 28. Februar 2006

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Dies ist die Biographie von Vigolette alt, er ist ein Zwerg. Für das Kind dass ihn zum Leben erweckte, ist er ein Spielzeug. Einen beachtlichen Anteil seiner Zeit entspricht er auch dieser Vorstellung, denn wann auch immer ein Menschenblick auf einen Zwerg fällt, verfällt dieser in eine Art Starre, genau genannt die Spielzeugstarre. Vigolette hat dann die Arme angewinkelt und macht mit offen stehendem Mund ein ziemlich dummes Gesicht, wie er uns selber schildert. Doch das Leben von Vigolette alt, hat so viele Facetten und ist voller Abenteuer, Vigolette ist der Lieblingszwerg von Uti, seine Schwester Nana hat auch einen Lieblingszwerg, Grünsepp, doch sie sind bald noch viele Zwerge mehr, ein ganzer Trupp. In der Nacht tun sie etwas, was alle Zwerge lieben, sie gehen in der Kolonne, jeder an seinem ihm angehörenden Platz, sie bewegen sich elegant und rasend schnell, diese Erkundungsgänge sind etwas fantastisches für jeden von ihnen. Der hinterste Zwerg geht immer rückwärts, somit könnte er sofort Alarm geben, wenn Gefahr nahen würde. Zwerge sind gut im Verstecken, aber auch manchmal übermütig, einer von ihnen ritt auf der Schreibmaschine von Utis Vater, als dieser bei der Arbeit sass, logisch, dass er den Zwerg erblickte, welcher dann sogleich in Spielzeugstarre zu Boden fiel. Utis Vater war damals sehr seltsam zumute, keiner weiss ob er diesen seltsamen Vorfall je ganz vergessen hat, ob er einfach denken konnte, dass die Kinder ihre Zwerge überall liegen lassen… Das grösste Abenteuer im Zwergentrupp war aber gewiss ein Urlaub, bei welchem Grünsepp im Schwimmduell gegen Vigolette spurlos verschwand, plötzlich kehrte er zurück, aber Grünsepp war nun gelb angezogen und er war absolut nicht mehr derselbe. Die Zwerge nahmen ihn an, wie er war, er hatte im reissenden Fluss und der Wildnis ja auch haarsträubendes erlebt. Bloss Vigolette zweifelte immer an der Echtheit Grünsepps. Inzwischen sind Uti und Nana grosse Menschen geworden, Uti hat Tränensäcke unter den Augen und er gefällt Vigolette gar nicht mehr so, wie der kleine Junge von damals, aber eben, er ist ja auch nicht mehr derselbe, er bröselt ganz schlimm auseinander, die andern Zwerge hat er seit ewiger Zeit nicht mehr gesehen, er ist ziemlich gelangweilt und traurig. Plötzlich trifft er aber einen seiner alten Freunde wieder, das Leben wäre wieder spannend, doch da räumt Uti sein Büro aus um es zu streichen und Vigolette landet von der Haushälterin unsanft weggefegt im Müllsack. Jetzt beginnt ein Kampf ums Überleben, Vigolette weiss noch gar nicht, dass er nun die ganze Wahrheit und allerhand mehr noch erleben wird.

Fazit
Herrlich zu Lesen, ich träumte von diesen Zwergen und dieses Buch brachte mich so schön zum schmunzeln! Nebenbei erfahren wir auch Details aus der Kindheit des Autors. Also, wer die Wahrheit des gelb gewordenen Grünsepps wissen will, loslegen mit lesen!

Meine Wertung: 8/10

Urs Widmer / Ein Leben als Zwerg
Verlag: Diogenes, Seiten: 177

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.


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