Schweizer Buchpreis 2015

Der Schweizer Buchpreis 2015 geht an Monique Schwitter

Schweizer Buchpreis 2015

Schweizer Buchpreis 2015Von links nach rechts: Dean, Grigorcea, Schwitter, Kureyshi und Schweikert.

Nun wissen es alle, der Buchpreis ist vergeben, Monique Schwitter ist die Auserwählte. Es ist ein Prachtstag heute, ich fahre mit meinem Mann nach Basel und voller Spannung und Neugierde betreten wir das Foyer des Theaters. Der erste Eindruck beim Start der Veranstaltung ist schön, Musik spielt und diese ist herrlich, denn es spielt niemand Geringeres, als ein Trio aus dem Symphonieorchester Basel. Freundlicherweise dürfen mein Mann und ich ganz vorne sitzen, das weiss ich zu schätzen. Vor uns sitzen nur die Nominierten, die Stimmung ist greifbar, ich sehe, wie Hände gedrückt werden, und habe Freude daran, wie verbunden die Autorinnen und der Autor offenbar miteinander sind. Erfreulich randvoll ist denn auch das Foyer und still lauschen wir den Worten der Jury, als die einzelnen Werke geehrt werden. Ich für meinen Teil habe fast alle Laudatien der Jury verstanden und als schön und gelungen empfunden. Als Frau Schwitters Buch die Ehrenworte erhält, fällt mir die eindringliche Stimme der Jurorin auf, und dass diese nicht nur mit dem Klang ihrer Stimme und dem Inhalt ihrer Worte abhebt, sondern nein, auch eines ihrer Beine kann die Bodenhaftung nicht mehr ertragen und der elegante Damenstiefel zieht Halbkreise durch die Luft. Erst nach der Verleihung wird mir bewusst, warum mich das so fasziniert hat! Dann die erlösenden Worte, die Kameraleute wie auch die Fotografen stehen oder vielmehr kauern in Position und dann fällt der Name: Monique Schwitter.

Schweizer Buchpreis 2015

Schweizer Buchpreis 2015

Ich bin eine Sekunde lang traurig, bei Meral Kureyshi hätte ich aufgejubelt, auch Ruth Schweikert hätte ich den Preis von Herzen gegönnt, doch auch für Monique Schwitter kann ich ihn stehen lassen, ohne gross zu reklamieren. Endlos erobert hat mich Schwitter dann mit ihrer Reaktion, sie ist richtig berührt, ringt um Fassung, drängt die Tränen zurück um ihr Lächeln zu zeigen und um zuallererst zu gestehen, sie habe keine Rede vorbereitet und habe dies auch nicht gewollt. Sie dankt zuerst den Musikern, den Organisatoren und den Lesern, sie wirkt ehrlich und sie hebt hervor, wie schön es war, mit den anderen vier Nominierten so geehrt zu werden. Das nimmt man ihr ab, es kommt aus vollem Herzen. Schwitter gesteht auch ein, wie hart es ist zu schreiben und weder sie noch die anderen seien darauf erpicht, rasch ein neues Buch nachzuliefern.

Schweizer Buchpreis 2015

Schweizer Buchpreis 2015

Schweizer Buchpreis 2015

Dann darf das Publikum noch anstossen und verweilen, gut so, ich will doch noch ran an die Preisträgerin. Das SRF sowie andere Medien nehmen die Preisträgerin in Beschlag, doch mit etwas Geduld kann auch ich ihr dann gratulieren und sie signiert mir sogar noch Bücher. Beeindruckt hat mich auch das Interview, in welchem sie kundtut, dass dieser Preis ihr einfach auch finanziell gut tut und sie so nun als Mutter etwas ruhiger an ihrem neuen Buch weiterschreiben kann. Ich finde, es ist ein wichtiger Aspekt zu wissen, Schreiben bedeutet meistens harte Arbeit und wenig, bis kein Geld zu haben. So kehren mein Mann und ich überzeugt von dieser Veranstaltung heim. Ich, die ich doch recht kritisch eingestellt war gegenüber dem Schweizer Buchpreis, sage beherzt: Gratulation, diese Preisverleihung war kurzweilig, bewegend und absolut gelungen!


 

Martin R. Dean: Verbeugung vor Spiegeln (Jung und Jung Verlag) 5/10
Dana Grigorcea: Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit (Dörlemann Verlag) 4/10
Meral Kureyshi: Elefanten im Garten (Limmat Verlag) 8/10
Ruth Schweikert: Wie wir älter werden (S. Fischer Verlag) 7/10
Monique Schwitter: Eins im Andern (Literaturverlag Droschl) 6/10


 

Dani Landolf, Geschäftsführer vom Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband

Fünf Fragen an Dani Landolf, Geschäftsführer SBVV

Ist der SBVV zufrieden mit der Resonanz zum Schweizer Buchpreis 2015?
Bis jetzt – also kurz vor der Preisverleihung am Sonntag – bin ich sehr zufrieden. Die Lesetour der Nominierten startete dieses Jahr auf einer der wohl wichtigsten Literaturbühnen im deutschsprachigen Raum, dem „Blauen Sofa“ an der Frankfurter Buchmesse, und zog von Berlin bis Bern viele Leute an. Auch in den Medien stiess die Shortlist wieder auf Beachtung, u.a. mit längeren Beiträgen in der TV-Sendung „Kulturplatz“ oder in der „Zeit“.

Was wünscht sich der Verband für die Zukunft des Schweizer Buchpreises?
Einen spendablen Sponsor aus der Privatwirtschaft der uns hilft, das Erfolgsmodell „Schweizer Buchpreis“ langfristig zu finanzieren.

Haben Sie die fünf Bücher auch gelesen?
Vier habe ich bereits gelesen, teilweise auch schon vor deren Nomination, am letzten bin ich noch dran.

Was für Bücher lesen Sie am liebsten?
Die Guten.

Was mich interessieren würde: Wann, zeitlich, fällt der Entscheid der Jury?
Am Tag vor der Preisverleihung.


 

Endspurt

Jetzt sind die Nominierten auch in den Buchhandlungen angekommen, sogar den Herrn Dean kann man jetzt kaufen, also vielmehr sein Buch natürlich. Die Nominierten hatten eine intensive Zeit, reisten viel herum und lasen, standen ihrer Leserschaft Rede und Antwort. Aber nicht der Jury. Die Jury, welche ebenfalls aus fünf Personen besteht, die tritt nicht auf, lässt sich weder blicken, noch spricht sie mit den Nominierten. Bewusst nicht, die Jury soll sich ganz unabhängig voll und ganz nur auf die Werke konzentrieren. Ich frage mich, wie das wohl zu und hergeht, das wäre doch interessant zu wissen für die Allgemeinheit, oder etwa nicht? Welches sind die Kriterien, Massstäbe, wie kommt es zum Entscheid der Jury? Ich durfte der Jury keine Fragen stellen, das kann ich verstehen, darf sie vielleicht nach der Verleihung sprechen oder gilt einfach die von ihr verfasste, schriftliche Begründung? Ich empfinde das ganze Vorgehen als recht abgehoben, die Leserschaft sollte meiner Meinung nach auch eine Gelegenheit haben, diesen Preis mitbestimmen zu können, schliesslich soll sie die Bücher ja auch kaufen und lesen. Natürlich ist mir klar, dass dies nicht einfach zu bewerkstelligen wäre, aber wo ein Wille ist, da wären wahrscheinlich verschiedene Wege.

Schweizer Buchpreis 2015

Ich habe an vielerlei Orten in der Schweiz über den Schweizer Buchpreis diskutiert, meist in Bibliotheken oder mit Buchhändlerinnen und es ist tatsächlich so, die meisten Leserinnen und Leser können eher nicht so viel mit den jeweils nominierten Titeln anfangen. Ha, habe ich gedacht, da drängt sich mir doch gleich die Frage auf, ob der Schweizer Buchpreis nicht ein Popularitätsproblem hat? Ist dieser Preis nicht einfach zu abgehoben, zu literarisch, vorbei an der Schweizer Leserschaft kreiert worden? Nun denn, vielleicht sind wir Lesenden einfach zu dumm?

Ich habe Freude bekommen an dieser Arbeit rund um diesen Preis, gewiss habe ich auch aus allen Büchern etwas mitgenommen, etwas Feines, doch das war eben oft auch harte Arbeit und nicht das, was man unter Lesevergnügen verstehen mag. Es wäre doch eine grandiose Idee, einen Preis zu schaffen, der näher am Publikum stehen würde, den Schweizer Buchpreis für das Lieblingsbuch der Lesenden!

Nun aber erwarten wir den Entscheid, die Preisverleihung und alle fragen mich, wem ich den Preis denn geben würde. Soll ich das wohl noch verraten vor dem nächsten Sonntag? Nur soviel sei jetzt gesagt, ich würde den Preis zwei der Nominierten wirklich aus ganzem Herzen gönnen.

Publikumsabstimmung Schweizer BuchpreisAbstimmung auf den Seiten von srf.ch: http://www.srf.ch/kultur/im-fokus/schweizer-buchpreis/wer-soll-den-schweizer-buchpreis-2015-gewinnen


 

Literaare

Die Schlussveranstaltung von Literaare Thun ist für dieses Jahr ein ganz besonderes Highlight, das engagierte Team hat es geschafft, gleich zwei nominierte Autorinnen des Schweizer Buchpreises 2015 zu ergattern. Ich freue mich auf diesen Abend, auch wenn mich Kopfweh und ein langer Tag mit Kindern müde gemacht haben und bin ich sofort wieder hellwach, als der Moderator zu sprechen beginnt. Der Saal ist voll, es ist warm im Raum, aber alle hören aufmerksam zu, da spricht einer, der diese Bücher auch intensiv gelesen hat, einer der weiss, was er tut und wie er die Autorinnen präsentiert, das ist gekonnt!

meral kureyshi und dana grigircea

Optisch bieten die Damen Meral Kureyshi und Dana Gigorcea dem Publikum wahrlich schon einen Augenschmaus, es sind zwei wirklich wunderschöne Frauen, die da sitzen. Als die beiden dann je ein Stück aus ihren Werken lesen, ist das Publikum verzaubert. Wir lauschen gebannt Merals eindringlicher, klarer und dichter Sprache und auch Danas charmantem Deutsch. Während Dana fröhlich eingesteht, sie könne deutlich besser Schreiben als Sprechen, würde ich gerne laut dagegenhalten, ich möchte ihr gerne noch viel länger zuhören. Dana Grigorcea hat eine äusserst einnehmende Art und auch wenn sie darüber redet, dass ihr Roman ein politischer Roman sei und dies ganz gewollt, lacht dazu ihr ganzes Gesicht. Sie gesteht auch herzlich, sie könne fast nicht anders, dieses Lachen und Strahlen geht von ihr aus und es ist vermutlich ganz gut so, denn nur durch den unverwechselbaren Humor kann das, was sie in ihrem Roman berichtet auch verkraftet werden. Grigorcea selbst macht einen Vergleich zu ihrem Roman und den Märchen, es hat eben etwas Grauenvolles auch dahinter, verkleidet hinter der netten, schönen Geschichte. Merals Text vermag ebenfalls viele Lacher auszulösen, aber es ist vor allem die Dichte ihrer Sprache, die uns verblüfft und bis in Innerste berührt. Die Trauer um den geliebten Vater und das Sterben ist Merals persönliches Hauptthema, aber genau wie bei Dan, ist auch ihr Buch durchaus auch ein politisch angehauchtes. Beide Autorinnen arbeiten mit verschiedenen Textebenen, beide gerne nicht chronologisch, sondern durch die Erinnerungen intuitiv durcheinander. Meral erläutert eindrücklich, dass dies ja eigentlich natürlicher ist, da der Mensch ja auch eher so denkt.

meral kureyshi und dana grigircea

Dana schreibt aus Lust am Schreiben und bewusst in deutscher Sprache, die sie mag, weil diese für sie unverbraucht ist und einen Sog hat, was ihr die Muttersprache Rumänisch nicht mehr bieten kann. Meral schreibt dann, wenn es aus ihr herausbricht, aus einer Dringlichkeit, ähnlich einem sich Erbrechen müssen. Das klingt zuerst erschreckend, aber als sie auf ihr dünnes Buch hinweist, wird bewusst, es ist wirklich essenziell das, was übrig bleibt, wenn Meral, die die Lyrik liebt, ihren Sätzen den „Zucker“ entzieht, reduziert, an der Sprache feilt. Beide Autorinnen ernten grossen Applaus, auch Fragen beantworten sie äusserst ehrlich und leidenschaftlich, der Abend zieht sich hin und alle geniessen das. Was man hier geboten bekommen hat, ist literarische Feinkost, mir ist es gänzlich unverständlich, dass die Presse einem solch hochkarätigen, grandiosen Event fern bleibt, ich finde das frevelhaft, tragisch, schlicht unverzeihlich. Viele Leute nutzen die Gelegenheit signierte Bücher zu ergattern, so auch ich und für den lustigen Schnapsschuss, leider nur mit dem iPhone aufgenommen, sind die beiden sympathischen Autorinnen gerne zu haben. Dana und Meral, sie mögen und schätzen sich und auch das Publikum hat das gespürt an diesem unvergesslich eindrücklichen Abend. Das Team Literaare hat alles goldrichtig gemacht und ist natürlich vollzählig anwesend an diesem Abend. Ich kann nur sagen, herzlichen Dank, ihr seid einfach Spitzenklasse!

das team von literaare


 

Ruth Schweikert

Fünf Fragen an Ruth Schweikert

Waren Sie überrascht, als Sie von Ihrer Nominierung erfahren haben?
Ich habe mich gefreut; eine Überraschung würde auf etwas verweisen, das tatsächlich unerwartet kommt. Das aber ist kaum möglich, diese Termine brennen sich jedem Autor, jeder Autorin ein, der/die ein neues Buch publiziert hat, auch wenn man sich sagt, dass eine Nominierung den künstlerischen Wert eines Buches nicht steigert – und eine Nicht-Nomination keineswegs bedeutet, dass man gescheitert ist.

Was wünschen Sie sich von den Lesern ihres Buches?
Es sind weniger Wünsche als vielmehr eine Hoffnung: Dass etwas von der Zeit, der Energie, der gedanklichen, emotionalen und gestalterischen Arbeit, die in einem literarischen Text steckt, sich transportieren möge in die Köpfe der Leserinnen und Leser. Wie ich selber mich beschenkt und bereichert fühle von bestimmten Büchern, so möchte auch ich etwas weitergeben. Man schreibt ein Buch ja nicht primär für sich selbst; man schreibt es, um mit den Mitteln der Sprache bestimmte Denk-, Erfahrungs- und Imaginationsräume zu eröffnen und sie auszuloten. Im besten Fall verhandelt ein literarisches Werk Fragen der Existenz, die andere Menschen etwas angehen, auch und gerade dann, wenn die entworfenen Welten den Leserinnen und Lesern fremd sind oder sie befremdlich anmuten.

Haben Sie einen Lieblingsautor, eine Lieblingsautorin?
Das wechselt. Eine Zeitlang habe ich Alice Munros Erzählungen immer wieder gelesen, auch, um besser zu verstehen, wie sie es macht, wie sie ihre Texte baut und gestaltet; als Jugendliche war Ingeborg Bachmann mein grosses Vorbild; seit längerem bewundere ich Navid Kermani für seine enorme Produktivität und Vielseitigkeit, vor allem aber für seinen Mut, seine Klugheit und Menschlichkeit.

Wo schreiben Sie? Mit was?
Ich schreibe zuhause, im Atelier, im Zug, meistens auf dem Laptop; manchmal aber auch von Hand in ein Notizheft. Kugelschreiber, Bleistift, Roller Pen, egal.

Wem unter den Nominierten würden Sie den Schweizer Buchpreis 2015 geben?
Was für eine Frage! Soll damit die Konkurrenz angestachelt werden zum Gaudi des Publikums? Ist es ein Test für die eigene Grossmut? Oder braucht die Jury eine Wahlhilfe? Wohl kaum, und das ist auch gut so.


 

Martin R. Dean

Fünf Fragen an Martin R. Dean

Waren Sie überrascht, als Sie von Ihrer Nominierung erfahren haben?
Ja, ich war überrumpelt.

Was wünschen Sie sich von den Lesern ihres Buches?
Was ich mir auch ohne Nominierung wünsche: dass Sie mein Buch mögen und zu eigenen, weiter führenden Gedanken angeregt werden.

Haben Sie einen Lieblingsautor, eine Lieblingsautorin?
Ja, Vladimir Nabokov und Stephan Tome, den ich diesen Sommer entdeckt habe.

Wo schreiben Sie? Mit was?
Ich schreibe auf dem PC und am liebsten zuhause.

Wem unter den Nominierten würden Sie den Schweizer Buchpreis 2015 geben?
Keine Frage der Welt könnte mir hier eine Antwort entlocken.


 

Meral Kureyshi

Fünf Fragen an Meral Kureyshi

Waren Sie überrascht, als Sie von Ihrer Nominierung erfahren haben?
Ich war sehr überrascht. Ich habe nicht damit gerechnet. Es ist immer noch unwirklich.

Was wünschen Sie sich von den Lesern ihres Buches?
Ein Lachen, ein Weinen, ein Nachdenken, ein Verstehen, ein Zögern, ein Mitfühlen vielleicht?

Haben Sie einen Lieblingsautor, eine Lieblingsautorin?
Ich habe keine Lieblingsfarbe, kein Lieblingstier, keine Lieblingsmusik, keinen Lieblingsautor. Ich kann mich nicht entscheiden.

Wo schreiben Sie? Mit was?
Ich schreibe im Zug, ich schreibe im Bus, ich schreibe am Boden, ich schreibe auf Bänken, ich schreibe im Schnee, ich schreibe am Schatten, ich schreibe auf Stühlen, ich schreibe auf der Toilette, ich schreibe in der Badewanne, ich schreibe im Bett. Ich schreibe, in mein Heft.

Wem unter den Nominierten würden Sie den Schweizer Buchpreis 2015 geben?
Ich kann mich nicht entscheiden.


 

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Fünf Fragen an Monique Schwitter

Waren Sie überrascht, als Sie von Ihrer Nominierung erfahren haben?
Ich war erfreut, sehr erfreut.

Was wünschen Sie sich von den Lesern ihres Buches?
Dass sie das Angebot annehmen, dass sie einsteigen.

Haben Sie einen Lieblingsautor, eine Lieblingsautorin?
Am großen Pullover stricken viele mit. Ovid, wenn ich denn einen nennen muss, den Dichter der Verwandlung. Die Kraft, das Vermögen der Literatur liegt in der Verwandlung.

Wo schreiben Sie? Mit was?
Am Schreibtisch auf dem Laptop.

Wem unter den Nominierten würden Sie den Schweizer Buchpreis 2015 geben?
Der Preis wird von einer Jury vergeben, nicht von einer Einzelperson. Das halte ich für eine wichtige Unterscheidung. Interessant wäre die Frage, wem eine Jury bestehend aus den fünf Nominierten den Preis geben würde.


 

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Fünf Fragen an Dana Grigorcea

Waren Sie überrascht, als Sie von Ihrer Nominierung erfahren haben?
Nach dem 3sat-Preis am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb und dem anschliessenden sehr grossen medialen Echo habe ich schon geahnt, dass eine Nominierung auf mich zukommen könnte. Nichtsdestotrotz habe ich mich wirklich sehr darüber gefreut. Sie bedeutet mir sehr viel.

Was wünschen Sie sich von den Lesern ihres Buches?
Ich wünsche mir, dass die Leser in der Schweiz und überhaupt im deutschsprachigen Raum sich in die Gegenwart Osteuropas hineindenken können und umgekehrt dass in Osteuropa und besonders in Rumänien die Leser Mut bekommen, eine Zivilgesellschaft zu denken und zu leben. Gerade am Thema Flüchtlinge entzündet sich eine Diskussion, in die ich mich ganz bewusst mit öffentlichen Statements einschalte.

Haben Sie einen Lieblingsautor, eine Lieblingsautorin?
Viele! Ich bin eine leidenschaftliche Leserin. Namen? Hannah Arendt, Michel Tournier, Antonio Tabucchi, Eugen Ionesco, Ryszard Kapuscinski, Max Frisch, Peter Bichsel, Conrad Ferdinand Meyer – und viele andere.

Wo schreiben Sie? Mit was?
Ich notiere zunächst fast überall in ein kleines Heft. Die Niederschrift eines Textes geschieht dann zu Hause, am Notebook.

Wem unter den Nominierten würden Sie den Schweizer Buchpreis 2015 geben?
Alle haben ihn verdient.


 

Selbst ist die Buchhändlerin!

Den Herbstferien sei Dank, in der Buchhandlung, in welcher ich lange Jahre tätig war, herrschte akut Personalmangel, weil eben alle gerne Herbstferien machen. Ich bin also für einen Tag eingesprungen diese Woche und das passte mir ganz gut in meine Pläne, auch was den Schweizer Buchpreis betrifft. In der Buchhandlung fand ich denn auch das Material vor, die genannten Kleber und fast alle Bücher, (man hatte sie bestellt, weil man wusste, dass ich danach suchen würde) und die Poster sowie Flyer des Verbandes. Alles muss man selber machen, habe ich gedacht, aber nur halbwegs ernst, schliesslich kenne ich das Team ja noch recht gut und denke insbesondere, dass eine mir liebe Kollegin sich bestimmt gedacht hat, sie macht mir so eine Freude. Hingebungsvoll habe ich dann also eine Wand gestaltet und einzig der Herr Dean lacht inzwischen noch ohne sein leibhaftiges Buch zur Kundschaft herunter, denn nun ist sein Buch tatsächlich kurzzeitig vergriffen. So habe ich also jetzt am Wochenende ein gutes Gefühl, ich habe handfest gearbeitet für den Schweizer Buchpreis, einzig etwas grummelig bin ich, dass ich nun „den Hahn im Korb“ immer noch nicht lesen kann… Schönes Wochenende allerseits und übrigens, es soll ja Regen geben, schon einen nominierten Titel gelesen?

Schweizer Buchpreis 2015

Aufkleber Schweizer Buchpreis 2015


 

Au Scheisse!

Es ist der erste Samstag nach der Verkündung der Nominierten des Schweizer Buchpreises und ich habe Lust auf eine Bestandesaufnahme der Fakten vor Ort. Ab in die Stadt nach Thun und in die Buchhandlungen, ich möchte mal sehen, wie diese den Buchpreis präsentieren und kaufkräftig will ich mich auch zeigen, ich will dem armen Hahn im Korb, dem einzig nominierten Mann, die Ehre erweisen und sein Buch kaufen. Nix Ladys first, Men first! Die erste Buchhandlung in der Stadt, alteingesessen, zwei junge Buchhändlerinnen grüssen, gar mehrfach, aber ansonsten sind sie in komplexe Gespräche über Bestellwege versunken, ich finde keine Hilfe. Wo bitteschön ist der Tisch mit den Büchern der Nominierten? Ich kann ihn nicht finden, nichts vorhanden, auch nicht bei der Belletristik, einfach nirgends! Ich stelle mich an die Kasse und frage recht selbstbewusst nach Büchern der Nominierten des Schweizer Buchpreises. Buchhändlerin Nr. 1 blickt mir entgeistert entgegen, gibt an die noch jüngere Kollegin weiter, ähm ja, da wisse die Kollegin Bescheid. Besagte Buchhändlerin Nr. 2 zögert kaum. „Au Scheisse“ ist ihr spontaner Kommentar und sie habe sogar einen Titel bestellt, aber sie seien bereits nicht mehr lieferbar. Immerhin, sofort verschwindet sie im Hintergrund, kehrt sogleich mit dem Flyer zum Preis zurück, da sind ja alle Nominierten drauf und sie nimmt den zweiten Flyer und beginnt, am Computer zu recherchieren. Ihre Nachforschungen ergeben: Dana Grigorcea und Meral Kureyshi, die wären lieferbar, sind aber nicht vorhanden im Laden, Martin. R. Dean und Ruth Schweikert, die haben die mir wohlbekannte Meldung V102, zurzeit nicht lieferbar, und Monique Schwitter, deren Buch befindet sich offenbar sogar schon im Nachdruck. Fazit, ich kann hier und jetzt kein Buch kaufen. Na ja, dafür wurde ich bestens informiert und halte den schönen Flyer in den Händen. Besser den Flyer in der Hand als das PDF im Internet.

Auf zur nächsten renommierten Buchhandlung der Stadt. Schweizer Buchpreis? Natürlich sei der in Arbeit, im Hintergrund laufen die Vorbereitungen, die Nominierten würden einen eigenen Schaufensterbereich erhalten, man sei bloss noch nicht so weit. Gut, kann ich verstehen. Die sind ja auch erst seit Mittwoch bekannt, diese heissen Fünf. Den Herrn Dean kann ich auch hier nicht kaufen, aber das Buch von Frau Schwitter, das steht im Regal.

Nicht aufgeben! Nun geht es auf zur grossen Konkurrenz Thalia. Sofort finde ich den Tisch mit den Büchern, die irgendwie in der Presse aufgetaucht sind und siehe da, alle Nominierten sind im Laden auffindbar. Alle? Nein. Der Hahn im Korb fehlt. Verzeihung, der Mann, ach es ist aber auch immer eine Sache mit diesen Männern. Aber es ist schon bedenklich, dass ausgerechnet Thalia die „kleinen“ Buchhandlungen ausstechen kann. Selbst wenn noch nicht klar mit „Schweizer Buchpreis“ gekennzeichnet, immerhin kann man sich hier mit den Büchern eindecken, das ist erfreulich!

Auf der Suche nach dem Schweizer Buchpreis

Ich bin nun heiss gelaufen, diese Schnitzeljagd macht mir Spass. Die Christliche Buchhandlung soll auch ihre Chance bekommen. Ergebnis: Nichts. Der Schweizer Buchpreis ist hier kein Thema, das kann ich sogar so stehen lassen, auch wenn ich keine Engelstasse kaufe. Es fehlt noch die Weltbildfiliale, ich will die Stadt ja voll und ganz erfassen können. Auf meine Frage nach den Büchern der Nominirten bekomme ich die präzise vorgetragene Antwort, man habe in Vorjahren besagte Bücher geordert, aber kaum verkauft und dann das Problem gehabt, dass Weltbild diese nicht zurücksenden konnte, darum verzichte man nun mangels Nachfrage darauf, diese Titel ans Lager zu nehmen, sei aber gerne bereit, mir diese zu bestellen. Auf meinen Einwand, dass ich nun gerne am Wochenende so ein Buch gelesen hätte, schickt man mich zur Konkurrenz Thalia. Immerhin, ich finde, Weltbild ist ehrlich, hilfsbereit und freundlich.

Etwas ermüdet kehre ich der Stadt nun den Rücken zu und begebe mich noch in die Brockenstube der Heilsarmee, nein, ich finde hier noch kein Buch der aktuell Nominierten, aber immerhin eine ganze Menge anderer Bücher, die mein Herz begehrt, sogar nach Verlagen sortiert. Ich bin begeistert und trage Gedichte von Novalis heim. Der Reim zum Schweizer Buchpreis, den konnte ich heute ja nicht finden, bloss eine Hoffnung keimt in mir noch auf, die Dorfbuchhandlung in Spiez! Nichts wie hin, vielleicht kann ich ihn mir ja dort schnappen, den Dean. So ein Scheiss, nichts für meinen Fleiss, der Schweizer Buchpreis ist hier auch noch nicht angekommen! Ich werde nächsten Samstag mein Glück wieder versuchen, ich glaube, wir Schweizer sind eben doch nicht die Schnellsten. Dann lese ich halt eben Novalis aus der Brockenstube.

Novalis


 

Es ist eine Sache über etwas zu Lästern, eine andere, sich damit wirklich auseinanderzusetzen.

Den Schweizer Buchpreis habe ich bis anhin eher nicht so genau beachtet, vielmehr jeweils den einen oder anderen Spruch fallen lassen, wie unlesbar für mich doch oft die nominierten Titel dann waren. Aber jetzt ist die Zeit gekommen, ich werde alle fünf Bücher, die für den Schweizer Buchpreis nominiert sind, lesen und mich auf die Autorinnen und den einen Autoren, es ist ja nur ein Mann mit dabei, einlassen und mich mit ihnen auseinandersetzen. Ich wurde nett angefragt, ob ich das tun möchte und ich tue alles für Bücher und jetzt auch gerne für den Schweizer Buchpreis.

Meine ersten Erinnerungen an den Schweizer Buchpreis haben damit zu tun, dass es plötzlich hiess, Bücher mit Punkten zu bekleben und den nominierten Büchern einen besonderen Platz in der Buchhandlung zu gewähren. Es folgten Pressetexte und häufig dann, Wochen später, ein verzagtes bis mitunter mühsames Entfernen besagter Punkte und auch die Remittenda (das Rücksenden) dieser Titel. Im Gespräch mit Kunden in der Buchhandlung dann häufig nach der Bekanntgabe des Preises heftige Debatten, über das Warum nur oder das Weshalb genau diese Wahl gefallen war, aber genau so auch enthusiastische Begeisterungsreden. Bald wurde der Schweizer Buchpreis ein fester Bestandteil im Jahresablauf und mit Stirnrunzeln dann registriert, dass das Preisgeld heruntergesetzt wurde. Übrigens, es gibt den Schweizer Buchpreis noch keine zehn Jahre, er wurde erst im Jahre 2008 ins Leben gerufen. Natürlich freut es mich darum, dass ich nun als Berufsfrau und Bloggerin auch ein bisschen konkreter mitfiebern darf und ich hoffe, dass man über die Präsenz im Netz und die neuen Kanäle, die dies doch bietet, noch mehr potenzielle Leserinnen und Leser ansprechen kann.

Seit heute also weiss man, wer die fünf Nominierten dieses Jahres sind und ich bin regelrecht ganz aus dem Häuschen geraten, was damit zu tun hat, dass ich eben eines der nominierten Bücher bereits gelesen habe. Voller Elan und Neugierde lese ich nun die anderen vier Bücher und werde hier darüber berichten. Morgen vielleicht hoffentlich schon werden die ersten Buchhandlungen die fünf Buchtitel hektisch nachordern wollen und bald wird es passieren, dass manche die Meldung V102 sehen und das heisst, der Titel ist vorübergehend nicht lieferbar. Die Buchbranche kann so spannend sein, welcher Titel wird wohl als erster rar werden? Heisst das dann, dass dieser Titel der Siegertitel sein wird oder lediglich, dass es der bekannteste Name unter den Nominierten ist? Na, Lust bekommen mitzulesen, zu beobachten, eine Prognose zu wagen?


 

Die Nominierten

Martin R. Dean, Dana Grigorcea, Meral Kureyshi, Ruth Schweikert und Monique Schwitter sind auf der Shortlist des Schweizer Buchpreises 2015. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 40‘000 Franken dotiert. Die öffentliche Preisverleihung findet am Sonntag, 8. November im Rahmen des Literaturfestivals BuchBasel im Theater Basel statt.

Martin R. Dean: Verbeugung vor Spiegeln (Jung und Jung Verlag)
Dana Grigorcea: Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit (Dörlemann Verlag)
Meral Kureyshi: Elefanten im Garten (Limmat Verlag)
Ruth Schweikert: Wie wir älter werden (S. Fischer Verlag)
Monique Schwitter: Eins im Andern (Literaturverlag Droschl)


 

Martin R. DeanMartin R. Dean: Verbeugung vor Spiegeln (Jung und Jung Verlag)

In seinem Essayband geht Martin R. Dean der Frage nach, wie sehr ihn die Begegnung mit dem Anderen zu dem gemacht hat, der er ist. Und er kommt zu einem überraschenden Schluss: Das Fremde, das eigentliche Kapital der Moderne, droht in den Prozessen der Globalisierung zu verschwinden. Er plädiert für die Fähigkeit, das Fremde auszuhalten und schreibt an gegen das Verschwinden der Toleranz. MARTIN R. DEAN, geboren 1955, Sohn einer Schweizerin und eines Vaters aus Trinidad. Studium der Germanistik, Ethnologie und Philosophie. Lebt als Schriftsteller, Journalist und Essayist in Basel. Zuletzt erschien der Roman «Falsches Quartett» (2014).

Buchbesprechung auf lesefieber.ch: Martin R. Dean / Verbeugung vor Spiegeln

Martin R. Dean: Verbeugung vor Spiegeln (Jung und Jung Verlag)


 

Dana GrigorceaDana Grigorcea: Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit (Dörlemann Verlag)

Victoria ist erst vor Kurzem in ihre Heimatstadt Bukarest zurückgekehrt, als sie in einen Banküberfall verwickelt wird. Um sich von den traumatischen Ereignissen zu erholen, wird sie beurlaubt. Daraufhin erkundet sie die Stadt, die vertraut und zugleich ganz anders geworden ist. Geschichten voller Witz und Melancholie aus der Kindheit in der Ära Ceausescu verbinden sich mit Begegnungen im modernen Bukarest zu einem temperamentvoll erzählten Rumänien-Porträt, das auch ein Buch über das Erinnern ist. DANA GRIGORCEA, geboren 1979, studierte Deutsche und Niederländische Philologie in Bukarest und Brüssel. Ihr Erstling «Baba Rade. Das Leben ist vergänglich wie die Kopfhaare» erschien 2011. Nach Aufenthalten in Belgien, Österreich und Deutschland lebt sie seit 2007 in Zürich.

Buchbesprechung auf lesefieber.ch: Dana Grigorcea / Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit

Dana Grigorcea: Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit (Dörlemann Verlag)


 

Meral KureyshiMeral Kureyshi: Elefanten im Garten (Limmat Verlag)

Als ihr Vater unerwartet stirbt, gerät die junge Erzählerin ins Schlingern. Ein Jahr lang lebt sie im Ungefähren, besucht wahllos Vorlesungen an der Universität, reist nach Prizren, die Stadt, aus der sie im Alter von zehn Jahren mit ihrer Familie flüchten musste. Aber die Welt ihrer Kindheit findet sie nicht wieder, und auch sie selbst hat sich verändert. «Elefanten im Garten» ist ein Roman über Migration, über Herkunft und Entfremdung aber auch über Neubeginn und Rettung im Erzählen. MERAL KUREYSHI. geboren 1983 in Prizren im ehemaligen Jugoslawien, lebt seit 1992 in der Schweiz. Nach Abschluss des Studiums am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel gründete sie das Lyrikatelier in Bern. «Elefanten im Garten» ist ihr erster Roman.

Buchbesprechung auf lesefieber.ch: Meral Kureyshi / Elefanten im Garten
Lesefieber Feder 2015: Lesefieber Feder 2015 für Meral Kureyshi

Meral Kureyshi: Elefanten im Garten (Limmat Verlag)


 

Ruth SchweikertRuth Schweikert: Wie wir älter werden (S. Fischer Verlag)

Zwei Familien, drei Generationen und die Zeit vom Zweiten Weltkrieg bis in die unmittelbare Gegenwart umspannt der Roman. Aus wechselnden Perspektiven wird von den Verstrickungen und Geheimnissen, von der Liebe und den Brüchen erzählt, die das Leben der Familienmitglieder prägten und aneinander banden. Entstanden ist ein Zeitroman, der die Atmosphäre einer ganzen Epoche einfängt. RUTH SCHWEIKERT, geboren 1964, debütierte 1994 mit dem viel beachteten Erzählband «Erdnüsse. Totschlagen», es folgten die Romane «Augen zu» (1998) und «Ohio» (2005), Ruth Schweikert ist auch als Theaterautorin und kulturpolitisch aktiv. Sie lebt in Zürich.

Buchbesprechung auf lesefieber.ch: Ruth Schweikert / Wie wir älter werden

Ruth Schweikert: Wie wir älter werden (S. Fischer Verlag)


 

Monique SchwitterMonique Schwitter: Eins im Andern (Literaturverlag Droschl)

Eines Abends erfährt die namenlose Ich-Erzählerin beim Surfen im Internet, dass ihre erste Liebe sich vor fast fünf Jahren in den Tod gestürzt hat. Schreibend beginnt sie, ihre Beziehungsbiographie aufzurollen. Dabei entsteht ein Reigen aus 12 Männern, die mit den 12 Aposteln weit mehr gemeinsam haben als nur ihre Namen. Und je länger sie schreibt, desto stärker schiebt sich ihre aktuelle Liebessituation ins Zentrum, bis diese die Handlung ganz übernimmt. MONIQUE SCHWITTER, geboren 1972, hat Schauspiel und Regie studiert und war unter anderem an den Schauspielhäusern Zürich und Hamburg engagiert. Die Autorin hat neben Erzählungen und Theaterstücken bisher einen Roman veröffentlicht: «Ohren haben keine Lider» (2008).

Buchbesprechung auf lesefieber.ch: Monique Schwitter / Eins im Andern

Monique Schwitter: Eins im Andern (Literaturverlag Droschl)


 

Mit bestem Dank an Simone Ammann vom Schweizer Buchpreis für das Zur-Verfügung-Stellen der Bilder und den dazugehörigen Texten.