Eigentlich wäre Maravan ein besserer Koch als seine Vorgesetzten im Zürcher Nobelrestaurant, in welchem er als Küchenhilfe arbeitet. So lassen ihn die Köche denn auch ab und zu Aufwändiges erledigen, aber sie würden ihn nie dafür loben. Neuerdings ist die bildschöne Andrea im Service dazugekommen, die hofft diesen Job nicht auch wieder so schnell zu verlieren, ihr Äusseres bringt die Männer zum durchdrehen, ach wie sie diese billigen Anmachereien hasst und müde ist. Einzig der tamilische Mann, die Küchenhilfe, lässt Andrea in Ruhe, sie bewundert Maravans Eleganz und Können aus der Ferne und schliesslich vereinbaren sie ein Date. Das Date kam nur zustande, weil Andrea Zeugin wurde, wie die Köche Maravan schikanierten, sie wollte ihm eine Verbündete sein und die andern ärgern. Maravan aber hat sich bis über beide Ohren verliebt in Andrea, er will ihr ein ganz einzigartiges Abendessen Kredenzen, ein Geheimnis aus seiner Heimat steckt in den vielen Gängen, welche er hingebungsvoll zubereitet. Wahrhaftig, Andrea kommt, isst, staunt und lobt und es Endet in einer zärtlichen Liebesnacht. Leider ist Maravans Glück nicht von Dauer, bald steht eine wütende Andrea vor ihm und verlangt zu wissen, welche Drogen er ihr ins Essen getan habe, denn dass sie mit ihm geschlafen habe, sei alles andere als normal… Die “Drogen” jedoch sind uralte aphrodisierende Rezepte, und es gelingt Maravan dies Andrea zu erklären. Andrea macht sich so einige Gedanken, schliesslich haben sie beide den Job verloren und darum hat sie jetzt eine glänzende Idee, sie gründen eine eigene Firma, sie und Maravan, werden exklusive Lovemenues inszenieren, mit der Garantie auf Liebeserfolge. Einzig Maravans Ethikgefühl muss noch besänftigt werden, doch sie helfen ja bloss Ehepaaren, ihre Liebe wieder zu entflammen. Der Erfolg ist berauschend und leider weitet sich das Geschäft auch auf andere Kunden aus, Maravan ist resigniert, seiner Moral entspricht es nicht, was sie da nun so treiben. Als sich dann bei den Lovemenues auch korrupte Figuren aus Politik und Wirtschaft einfinden, kommt es zum Eklat. Schliesslich hat Maravan ein Ehrgefühl und eine tiefe liebe zu seiner Heimat und darum tut er auch alles um Menschen zu stoppen, die Übles im Sinn haben.
Fazit
Ein neuer Martin Suter, das heisst Lesevergnügen pur! in Der Koch gelingt es dem Autor seinen üblich süffigen überraschenden Roman zu liefern und diesen nebenbei noch mit seinem fundierten Wissen über die Politik und Wirtschaft zu spicken und dies auf raffinierte, elegante Art und Weise! Wahrlich ein Roman wie ein berauschendes Menü!
Meine Wertung: 9/10
Martin Suter / Der Koch
Verlag: Diogenes, Seiten: 309
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