Basel

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Jack Breiter will nicht das arme Toggenburgerli bleiben, zum Glück hat der Pfarrer ihn als Kind gefördert und er durfte lernen, jetzt ist er im Hotel Palace in St. Moritz angestellt und fest entschlossen nach ganz oben zu gelangen. Reich sein um jeden Preis, dies ist Jacks Ziel, als Kutscher ist er jedoch davon noch weit entfernt, und als er eine reiche Dame erobern will, ist er auch rasch weit weg vom Palace. Doch bald fasst Jack wieder Fuss, in Basel erobert er einen Job und einen Freund fürs Leben, welchen er dann sogleich sehr eigenwillig dazu bringt, ihm das Autofahren beizubringen. So wird Jack nämlich rasch derjenige in der Firma, welcher den neuen Senf in der Tube des Herrn Thomi ausfährt an die Kundschaft. Bald kurvt Jack durch halb Deutschland, er ist beliebt bei den Kunden, doch schon bald ist ihm das Glück erneut wieder hold und er wird von der Firma Gugy abgeworben. Bei Gugy verdient Jack viel mehr und bald macht er das Geschäft seines Lebens, das Reichsbeflaggungsgesetz führt zu Rekordverkäufen der Farbe polarrot für die Hakenkreuzfahnen der Deutschen. Als Gugy ein grosses Fest gibt, blickt Jack der Starverkäufer stolz auf “seine” roten Fahnen, zu Ehren der deutschen Kundschaft wurden sie überall aufgehängt und die Firma Gugy garantiert den Deutschen Gästen die “judenfreie” Firma. An diesem Fest aber hat Breiter die Frau seines Chefs kennengelernt und es passiert ihm das Undenkbare, er verliebt sich in diese Frau. Charlotte scheint die Liebe zu erwidern, sie vertraut Jack das grosse Geheimnis an, sie ist Halbjüdin und befürchtet, dass ihr Mann sie opfern wird für die deutsche Kundschaft. Jacks Pläne vom grossen Luxusleben kollidieren mit der Liebe zu Charlotte und wenn er ehrlich ist, dann muss er zugeben, dass ihm dieser Hitler unheimlich ist. Lässt sich wohl reich werden und Moral noch unter einen Hut packen und hat diese Liebe eine Zukunft. Jacks Weg endet einmal mehr abrupt, erneut muss er sich von ganz unten wieder aufrappeln, gelingt es ihm seinen Traum doch noch zu erreichen?


Fazit: Ob Held oder Schurke, Jack Breiter ist eine spektakuläre Figur.
Vom ärmlichen Toggenburger Bauernsöhnchen, welches mit Grips und Charme loslegt um nach den ganz grossen Sternen zu greifen, diese Geschichte ist fulminant von der ersten bis zur letzten Seite. Bereits Patrick Tschans erster Roman “Keller fehlt ein Wort” war für mich ein herausragendes Leseerlebnis, mit “Polarrot” zieht der Autor grandios nach und mich fasziniert, wie vielseitig er schreibt, völlig verschieden sind diese beiden Romane doch. Ich hoffe wir dürfen noch viel mehr lesen von Herrn Tschan und ich stelle mir vor, dass es noch eine spannende Sache wird, ihn im Auge zu behalten.

Meine Wertung: 9/10

Patrick Tschan / Polarrot
Verlag: Braumüller, Seiten: 345

Lesefieber on Tour mit Patrick Tschan: Von den schönsten Tagen im Leben.

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.

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