Seit zehn Jahren lebt Bess mit Halland zusammen, sie kann es nicht fassen, als sie durch einen unbestimmten Lärm aufgeweckt am Morgen feststellen muss, dass Halland erschossen wurde vor ihrem Haus. Verdachtsmomente fallen auf Bess, Schock, Trauer, aber irgendwie auch eine völlig anteilslose Haltung lassen sie wohl recht komisch erscheinen. Keine grosse Sache daraus machen, da ist sie sich sicher, ob wohl ihr Verlag von der Sache Wind bekommen hat, Bess beschliesst es darauf ankommen zu lassen, sie führten ja ein eher zurückgezogenes Leben an einem Fjord, auf ebensolchen Bess nun oft starrt. Bess fühlt auch eine gewisse Erwartung, ja Erleichterung in sich, jetzt wird sich ihre Tochter sicher melden, Abby war erst vierzehn Jahre alt, als Bess sie zurückliess damals um mit Halland zu leben und Bess vermisste ihre Tochter täglich. Plötzlich steht die hochschwangere süsse, liebreizende und scheinbar naive Pernille vor der Türe, Bess muss sich fragen wie und wer Halland wirklich war … Nichts ist, wie es scheint, oder alles ist, wie man es sich vorstellen könnte, oder ist etwa alles ganz anders?
Fazit
Ein überaus eigenwilliger, besonderer Roman, in einer klaren knappen Sprache schüttelt die Autorin uns immer wieder durch, selbst am Ende der Lektüre sind wir verunsichert, wir haben leer geschluckt, gestaunt, geschmunzelt, dachten wir wüssten etwas und wissen nun doch nichts oder? Wer es mag zwischen den Zeilen zu lesen, sich die Dinge auszumalen, diese wieder zu verwerfen, eine neue Wendung vorgesetzt zu bekommen, um bald darauf daran zweifeln zu müssen, der wird Juuls Roman lieben.
Meine Wertung: 7/10
Pia Juul / Das Leben nach dem Happy End
Verlag: Dumont, Seiten: 186
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