Ethik

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Marco Zuber, ist ein rechtschaffener Arzt, ja, gewiss, man könnte ihn eitel nennen denn er hat angekämpft gegen seine beginnende Glatze und hat sich einer kostspieligen und am Ende nicht zu seiner Zufriedenheit ausgefallenen Haarimplantation ausgesetzt. Etwas genervt eilt er mit seinem Velo, (unfreiwilliger Weise Velo… Fahrausweis zurzeit weg) zu einem Notfall. Ja, er hat Notfalldienst und ausgerechnet ihn trifft es, einen Tod zu bescheinigen. Zum Glück ist der Fall aber ganz klar, der Verstorbene, Herr Schwander, war todkrank, die Ärzte beschränkten seine Behandlung lediglich noch auf Schmerztherapie. Die Nachbarin, welche Herr Schwander fand und den Notarzt holte, weiss gut Bescheid und in Schwanders Geldbörse findet sich auch die entsprechende ärztliche Bescheinigung des Befundes. So ist diese traurige Pflicht bald erledigt und Zuber kann die Todesfallbescheinigung ausstellen. Komischerweise muss Zuber immer wieder an den Verstorbenen denken und als sich dann Suissurance, eine bekannte Versicherungsagentur genau nach diesem Fall erkundigt und dies gemäss Vertragsvereinbarung auch darf, gerät der Arzt ins Grübeln. Zuber erschien der natürliche Tod des Herrn Schwander absolut logisch, aber ein reines Gewissen, hat er fachlich gesehen nicht, er hätte den Mann ganz anders untersuchen müssen, was wenn doch jemand nachgeholfen hatte, oder Herr Schwander Suizid begangen hat? Für die Suissurance ist diese Frage entscheidend, und Lisa, welche dort arbeitet und diesen Vertragsabschluss gemacht hat, muss nun vernehmen, das ihr Mitstreiter um den Posten der bald neu zu besetzenden Agenturleitung, engagiert infrage stellt, ob im Fall Schwander wohl gezahlt werden muss. Also hängt sich auch Lisa in den Fall rein und trifft auf Zuber, die beiden verstehen sich auf Anhieb gut. Weniger gut versteht sich der Arzt allerdings mit den beiden Kindern des Verstorbenen, als er ihnen eröffnet, er rolle den Fall neu auf, denn er könne nicht mit Sicherheit hinter seiner ausgestellten Bescheinigung stehen. So kommt es schliesslich zur äusserst seltenen angeordneten Exhumierung. Tatsächlich war Zubers Gewissen ein guter Weggefährte, das Labor weist nach, kein natürliches Ableben des Herrn Schwanders.Jetzt ist die Hölle los und verdächtig ist ab sofort auch eine neue Sterbehilfeorganisation, von welcher in Schwanders Geldbörse ein Flyer zu finden war, aber auch seine Kinder wollten sehr gerne rasch an Geld ran kommen und nicht zuletzt stellt sich auch die heikle Frage, war es Mord, Beihilfe zum Suizid oder Suizid, für die Suissurance die entscheidende Frage, ob sie bezahlen muss oder nicht.


Fazit
Peter Hänni versteht die Kunst des Krimihandwerks meisterlich, ungeahnte Wendungen und ein erfrischend anderer Aufbau, als man ihn von den meisten Kriminalromanen her kennt, beschert absoluten Lesegenuss! Das brisante Thema, Sterberecht, Sterbehilfeorganisationen und unsere Ethik dazu, wird subtil angegangen! Wie auch schon Hännis Kriminalroman “Samenspende”, ist auch “Freitod, der 13.” ein beeindruckender guter Schweizer Krimi!

Meine Wertung: 7/10

Peter Hänni / Freitod, der 13.
Verlag: Cosmos, Seiten: 199

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.

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