Halbschwester

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Lorenzo weiss genau, er ist kein durchschnittlicher Vierzehnjähriger, er ist sich sogar sicher, dass er ziemlich gestört ist. Lorenzo beobachtet seine Mitschüler und versucht sich ähnlich, wie sie zu verhalten, damit er nicht auffällt, diese Technik beherrscht er perfekt. Als er hört, wie ein beliebtes Mädchen ihre Clique in die Skiferien mitnimmt, erzählt er zu Hause seiner Mutter, er wäre auch eingeladen worden. Die Mutter weint vor Glück, ruft gar den Vater bei seiner Arbeit an, um zu erzählen, Lorenzo sei ja doch normal und eingeladen worden. Es ist Lorenzo unmöglich, seiner Mutter die Wahrheit zu offenbaren und so plant er einen Skiurlaub im Keller des Hauses, in den alten Sachen der Vorbesitzerin macht er es sich dann tatsächlich gemütlich. Doch die Ruhe wird bald gestört, jemand verschafft sich resolut Zugang zum Keller, es ist Lorenzos Halbschwester Olivia. Die beiden kennen sich eigentlich nicht, Lorenzo weiss von Fotos her, dass Olivia eine echte Schönheit war, jetzt ist sie abgemagert und sieht irgendwie krank aus. Dass Olivia ihm gerade heraus an den Kopf wirft, er habe es übertrieben mit dem Selbstbräuner, das ist das kleinste aller Probleme, welche auf Lorenzo einstürzen. Die Tage mit Olivia im Keller werden schlimm, aber zugleich sind sie das Schönste, was Lorenzo bislang erlebte. Den Kontakt wollen die Halbgeschwister zueinander nicht mehr verlieren, die Tage im Keller gehen zu Ende, was bringt ihnen die Zukunft?


Fazit: Grandiose Geschichte, bestürzend gut!
Ammaniti hat mich mit «Du und Ich» dermassen zum Weinen gebracht wie schon lange kein Buch mehr. Der eigenartige Lorenzo eroberte mein Herz und sein Handeln ist so beherzt, so echt und gut und dann plötzlich bemerken zwei Menschen die familiäre Bande, welche sie eigentlich retten könnte. Ammanitis neuer Roman geht ans Herz und hat eine eindringliche Sprache, und auch wenn mir das Kummer bereitet hat, diese Geschichte ist so gut, weil sie eben wahrhaftig bleibt.

Meine Wertung: 9/10

Niccolo Ammaniti / Du und Ich
Verlag: Piper, Seiten: 150

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.

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