Krieg

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Im Jahr 1992 ist Koumail sieben Jahre alt und er lebt mit Gloria in einem Haus voller Flüchtlinge irgendwo im Kaukasus. Gloria nennt ihn oft Monsieur Fortune, Jeanne Fortune, ihren kleinen Franzosen, ihr Wunder. Koumail ist nämlich auf dem Weg in seine Heimat und Gloria will ihn nach Frankreich bringen, in das Land in welchem die Menschenrechte erfunden worden sind. Wieso er Jeanne ist und nach Frankreich soll, dass ist seine Lieblingsgeschichte und diese muss Gloria ihm immer und immer wieder erzählen. Gloria war einst jung und richtig verliebt, da musste sie mit ihrem Geliebten Zeuge eines grauenhaften Zugunglückes werden. Gloria wollte helfen und fand in einem brennenden Wagen eine Mutter und ihr Baby. Das Rückgrat der Mutter war gebrochen und auch wenn diese zwei Frauen nicht dieselbe Sprache hatten, nahm Gloria ihr Kind Jeanne und seinen französischen Pass an sich, ebenfalls den der Mutter. Es ist klar, dass allen Kriegen zum Trotz und welches Unglück sie auch immer ereilen möchte, Gloria mit Koumail nach Frankreich gelangen will, um ihn seiner Mutter zurückzubringen. Koumail liebt Gloria, sie ist, wie sie selbst sagt, stark wie ein Baum und ihre Zuversicht lässt ihn so manches vergessen, was wirklich nicht einfach wegzustecken ist. Denn auf ihrem Weg, sind die beiden eigentlich immer auf der Flucht, wann immer er sein Herz an Menschen hängt, ja sich sogar verliebt, heisst es Abschied nehmen und weiterreisen. Eigentlich ist es ein schlimmes Leben, manchmal arbeitet Koumail sehr hart, so wie etwa im Slum neben einer eingegangenen Glühbirnenfabrik, als er Tag für Tag aus den Scherbenbergen den geldbringenden Nickelfaden gewinnen muss, aber neben Gloria kann man nicht wirklich traurig sein. Einzig, dass seine Gloria von einem schlimmen Husten geplagt wird, macht Koumail richtig Sorgen. Aber sie gelangen immer näher an ihr Ziel und nach vielen Hürden im Leben, soll dann plötzlich die letzte Etappe anstehen, in ein paar Stunden soll Frankreich erreicht sein. Tatsächlich kommt Koumail in Frankreich zu sich, allerdings ohne Gloria und jetzt wird sein Leben noch einmal wirklich richtig hart.


Fazit
Ein Jugendbuch, welches aber eigentlich dringend alle Menschen lesen sollten, welche an Wunder glauben. Die Geschichte von Koumail und Gloria erzählt über die alles überwindende Kraft der Liebe und der Hoffnung. Eine Geschichte, welche tief berührt und uns erinnert an den Kaukasus und die Unruhen die dort tobten vor kurzer Zeit. Kein trauriges Buch zudem, nein, es strotz vor positiven Kräften und Gedanken und es klingt lange und wunderschön nach. Ja, ich habe geweint am Ende, aber eben, ein wundersames Weinen, wie es nur ganz besonders wertvolle Bücher auslösen können.

Meine Wertung: 8/10

Anne-Laure Bondoux / Die Zeit der Wunder
Verlag: Carlsen, Seiten: 189

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.

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