Kultur

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Anfang des 20. Jahrhunderts. Aus den verschiedensten Teilen Japans sind sie nun zusammengewürfelt, eine Art Verbündete auf demselben Schiff, unterwegs in eine neue Zukunft, auf nach Amerika. Werden Sie wohl ihre Männer anhand der Fotos die sie bei sich tragen erkennen? Die Liebe fordert schon auf dem Schiff ihren Tribut und das Meer nimmt gar eine von ihnen weg, denn sie könnte Ihrem Zukünftigen nicht reinen Herzens entgegen treten. Angekommen, Ernüchterung, Arbeit, harte Arbeit auf den Feldern und den Farmen. Später das Los der Mutterschaft, Nachwuchs, der sich seiner Wurzeln schämt, Nachwuchs, der sich nicht genug amerikanisch geben kann, rebellischer Nachwuchs. Immer fremd geblieben mutieren sie plötzlich gar zum verhassten Feind, eine Gefahr für Amerika. Ihre Männer werden plötzlich weggeholt, man munkelt über die Liste, hat Angst den eigenen Mann könnte der nächste sein, unauffälliges Verhalten, mehr denn je, wird an den Tag gelegt. Doch Pearl Harbor hat alles verändert.


Fazit: Wenige Seiten, tausend Geschichten. Eine grandiose Entdeckung.
Otsukas Roman umfasst nicht viele Seiten, aber er erzählt tausend Geschichten, in einer Sprachgewalt, Eindringlichkeit, in einer unvergleichbaren Art und Weise. Einerseits nüchtern, gar brachial, dann wieder in ganz feinen Nuancen beschrieben, erleben wir mit den sogenannten Picture-Brides ein Stück Geschichte und viel über die ganz aussergewöhnlichen, wahrlich starken japanischen Frauen. Eine wahrlich grossartige Entdeckung, dieser Roman!

Meine Wertung: 9/10

Julie Otsuka / Wovon wir träumten
Verlag: Mare, Seiten: 157

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.

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