New York

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Der Maler und Fotograf Hugues de Montalembert kommt eines Abends in New York nicht nach Hause wie sonst immer, nein, er wird zum Betroffenen eines Überfalls. Seine Angreifer spritzen ihm Lösungsmittel ins Gesicht als er versucht sich zur Wehr zu setzen. Er liegt ein paar Stunden im Spital, es sind diejenigen Stunden, in welchen er seine Sehkraft vollständig verliert. Was soll ein Mensch machen, wenn er nichts mehr sieht, erst recht ein derart visuell schaffender Mensch wie Hugues, er der so gerne auf Reisen ging, immer in Begleitung einer Kamera. Vorerst verzweifelt er beinahe, aber dann bricht der kämpferische Charakter, gepaart mit einer guten Portion Humor und Lebenslust doch durch. Hugues lernt zu Leben als Blinder und seine frühere Begabung, sein Beruf wird für ihn eine wahre Stütze, denn er ist in der Lage Bilder, Landschaften, Situationen «zu sehen» mit Kraft seiner Fantasie und Erinnerung. Der erste Spaziergang ohne Augenlicht wird zum grössten Abenteuer seines Alltags, aber damit ist er noch nicht zufrieden, er will wieder Reisen und dies ohne Hilfe.


Fazit: Blind aber Leb(s)enswert
Dieser autobiografische Roman kommt flott und doch oft äusserst tiefsinnig daher, Hugues de Montalembert ist kein Opfer, das sich hat bezwingen lassen von einer Gewalttat oder der daraus hervorgehenden Behinderung. Wenn wir lesen, wie der Autor es schafft, sein Leben weiterzuleben und es oft zu geniessen, so fragen wir uns umgehend, warum wir eigentlich nicht selber viel mehr Lebenshochgenuss empfinden. Einzige Kritik am Buch, ich hätte gerne noch viel mehr gelesen vom Autor und mich auch für banalere ganz alltägliche Schwierigkeiten einer Erblindung interessiert.

Meine Wertung: 6/10

Hugues de Montalembert / Der Sinn des Lebens ist das Leben
Verlag: Dumont, Seiten: 127

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.

{ 2 comments }

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