Theater

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Eigentlich waren seine Eltern nicht so begeistert davon, dass sich Jan Josef seinen Platz auf dieser Erde eroberte, es sei ihnen verziehen, sie waren jung, mittellos und mitten im Studium. Schliesslich durchlebte Jan Josef dann eine recht normale Kindheit in der DDR, mit allem, was so zu einer Kindheit gehört. Wie etwa eine heiss geliebte Oma, Versuche mit Rauschmitteln, erste Liebeleien, doch eine wichtige Rolle spielte für ihn schon immer die Musik. In den Texten der Bands schwingt so manche Sehnsucht nach Freiheit mit und dies ist wohl eine Sehnsucht der Jugend, welche länderübergreifend ist und aber gerade auch aus heutiger Sicht ein Bild der Verhältnisse in der DDR preisgibt. Er trat in die Fussstapfen seiner Eltern und war schon früh ein begeisterter und engagierter Schauspieler. Zu seiner Meinung stand der junge Schauspieler felsenfest, selbst dann, als er dadurch fast seine Ausbildung gefährdete. Viele Rollen und viele Jahre ziehen vorüber und dann kommt er der Tag des Mauerfalls und wir dürfen ihn miterleben aus einem persönlichen Blickwinkel.


Fazit: Jan Joseph Liefers nimmt uns mit in seine Kindheit in der DDR.
Ich lese eigentlich äusserst selten Biografien, gebe aber zu, dass ich mich für den Herrn Liefers interessiere und auch für die deutsche Geschichte und so gesehen ist dieses Buch ein Juwel! Liefers erzählt flott und oft auch witzig über seine Kindheit, dass dies eine Kindheit in der DDR war, macht diesen Einblick noch spannender. Die Musik seiner Kindheit öffnet uns den Blick für die Problematik dieser Zeit und Situation damals. Ein Kulturmensch durch und durch, nimmt uns mit auf eine Wanderung zurück zu seinen Wurzeln.

PS: Dass Jan Joseph Liefers in jungen Jahren ein Buch geklaut hat, verzeihe ich ihm als Buchhändlerin gerne, er gibt uns ja nun eines zurück!

Meine Wertung: 8/10

Jan Josef Liefers / Soundtrack meiner Kindheit
Verlag: Rowohlt, Seiten: 331

Am Abend mancher Tage
Komponist: Wolfgang Scheffler
Text: Joachim Krause

Am Abend mancher Tage – da stimmt die Welt nicht mehr
Irgendetwas ist zerbrochen, wiegt so schwer.
Und man kann das nicht begreifen
Will nichts mehr sehn
Und doch muss man weitergehn
Am Abend mancher Tage- da wirft man alles hin
Nun scheint alles, was gewesen, ohne Sinn
Und man lässt sich einfach treiben
Starrt an die Wand
Nirgendwo ist festes Land.

Gib nicht auf
Denn das kriegst du wieder hin
Eine Tür schlug zu
Doch schon morgen wirst du weitersehn

Manchmal ist eine Liebe erfroren über Nacht.
Manchmal will man hin zur Sonne – und stürzt ab.
Manchmal steht man ganz allein da,
ringsum ist Eis,
alles dreht sich nur im Kreis.

Gib nicht auf
Denn das kriegst du wieder hin
Eine Tür schlug zu
Doch schon morgen wirst du weitersehn

Am Abend mancher Tage – da stimmt die Welt nicht mehr
Irgendetwas ist zerbrochen, wiegt so schwer.
Und man kann das nicht begreifen
Will nichts mehr sehn
Und doch muss man weitergehn
Und man lässt sich einfach treiben,
Will nichts mehr sehn,
Und doch wird man weitergehn.

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.

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