Rosy entspricht ganz und gar nicht dem Bild einer klassischen englischen jungen Dame in Indien und dies bereitet gerade ihrem Vater Kopfzerbrechen. Rosys Vater ist ein ranghohes Mitglied der englischen Armee und er ärgert sich masslos, als er erfährt, dass seine Tochter mit der jungen Inderin Isha eng befreundet ist und mit ihr oft über den Basar streift. Aber als Rosy gar ein Baby kauft, auch darum, weil sie davon überzeugt ist, dass ihr Vater eine Mitschuld an dessen Schicksal trägt, da ist es aus mit der Geduld des Vaters. Er droht der Tochter sie nach England zu verfrachten, um sie von zwei Tanten richtig erziehen zu lassen. Die Mutter kann den Vater noch einmal umstimmen, doch als Rosy mit dem charmanten jungen Leutnant Max an einer Rede Ghandis teilnimmt und Feuer und Flamme ist von dessen Idee Indien zur Unabhängigkeit zu verhelfen, da platzt ihm der Kragen und Rosy landet in England. Die Tanten könnten unterschiedlicher nicht sein, die eine geizig, streng und freudlos, die andere lebensfroh und begeisterungsfähig, bloss eben unter der Fuchtel ihrer Schwester völlig scheu. Rosy jedoch weckt den Mut in der Tante, diese begehrt endlich auf und fängt an ihr Leben zu leben. Die beiden Frauen sind bald gemeinsam überzeugte Anhängerinnen Ghandis und beide sehnen sich nach Indien. Zum Glück ist auch Max in London, er studiert und so treffen er und Rosy wieder aufeinander. Aber tatsächlich soll Rosy nicht lange in London verweilen, sie kehrt zurück nach Indien, gar übereilt, denn es geht ihrer Mutter gar nicht gut, doch Rosy kehrt nicht alleine heim, sie hat noch eine Überraschung für die Mutter mit dabei.
Fazit: Wilder, Weiblicher, Junger und englischer Querkopf, 1919 in Indien.
Ein gelungener kurzweiliger Roman, 1919 in Indien, über eine starke junge, eigenwillige Frau, welche man sofort ins Herz schliesst und welche mit ihren beherzten Taten so einiges durcheinanderwirbelt. Die Fakten aus der Geschichte Indiens während der britischen Herrschaft und der Einfluss Ghandis zum gewaltfreien Protest, welcher schliesslich dem indischen Volk seine Unabhängigkeit einbrachte, sind ein spannender Handlungsbogen dieses Romans. Zitat Ghandi: “Der Menschheit steht keine grössere Kraft zur Verfügung als Gewaltlosigkeit”.
Meine Wertung: 7/10
Gloria Whelan / Die kleinen Revolten der Rosy James
Verlag: Gabriel, Seiten: 213
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