Über mich – Update 07/2010, ohne Nabelschau

Es ist wohl an der Zeit, ein bisschen etwas Aktuelleres von mir preiszugeben, denn lese ich die Nabelschau (siehe unten), muss ich schmunzeln, was hat sich doch alles verändert in ein paar Jahren! Nun, ich bin seit gut drei Monaten zweifache Mutter, unser Sohn wird im September zwei Jahre alt und jetzt hat er noch ein Schwesterchen bekommen. Wir sind nun die totale Durchschnittsfamilie, zwei Kinder, ein Pärchen sogar, wie viele mir verzückt verkünden, als ob ich das noch nicht selber bemerkt hätte. Ich bin ganz klar stolz auf meine Familie, meinen Mann und unsere Kinder, durchschnittlich finde ich an uns rein gar nichts, glücklicherweise. Irgendwie anders, das trifft am Besten auf uns zu und ist herrlich. Aber ganz ehrlich, so kleine Wesen, die verlangen einem ganz schön was ab. Bloss eines lasse ich mir nicht nehmen, das Lesen natürlich, der Haushalt, der ist eben nicht immer vorzeigbar, ja eben und mein Bauchnabel auch noch nicht ganz. So drei vier Kilo hängen noch an mir und trennen mich von meinem normalen Gewicht und ich werde sie wohl während der Stillzeit nicht los.
Ja, aber lesen kann ich herrlich, und zwar in der Nacht. Es ist erstaunlich mit wie wenig Schlaf der Mensch auskommen kann, ich kanns auf jeden Fall, denn ohne meine Bücher kann ich nicht leben. Bald stehe ich auch wieder einen Tag pro Woche in der Buchhandlung. Ich kann es kaum erwarten, wieder Auge in Auge Lesefieber verbreiten zu dürfen. Was ist noch neu an mir? Ich bin viel Geduldiger geworden und meine Nerven werden in den nächsten Jahren vermutlich tatsächlich stärker als Stahlseile werden. Also, lieber Lesefieberbesucher, verzeih mir diese eher kargen und kurzen Updates zu meiner Person, ich lese lieber Bücher für dich… Dankeschön für das Interesse und all die schönen und motivierenden Rückmeldungen! Viele gute Bücher wünscht dir
Manu
Über mich – Eine kleine Nabelschau (Stand 2005)
Ich bin also eine Buchhändlerin mit Jahrgang 1975, arbeite seit 11 Jahren in derselben kleinen Buchhandlung und liebe diesen Beruf! Wenn ich etwas daran ändern könnte, dann würde ich die Löhne verdoppeln und mindestens zwei Wochen zusätzlichen und bezahlten Leseurlaub pro Jahr einführen. Träume sind ja erlaubt!
Nebst dem Lesen pflege ich noch etliche andere Leidenschaften, wie etwa ausgiebiges Wandern an entlegenen Orten mit möglichst wenig Menschen. In Wäldern und an Gewässern fühle ich mich besonders glücklich, darum wohne ich auch direkt am See und beim Essen habe ich immer freie Sicht auf See und Berge. Eben ja, Essen und Trinken haben in meinem Leben einen sehr hohen Stellenwert, ich koche selbst gerne und aufwändig und Wein gehört zu einem guten Essen oder Gespräch einfach dazu. Ich liebe es ins Theater, Konzert, Musical oder auch mal in die Oper zu gehen, eigentlich gibt es kaum eine Stilrichtung, welche mir nicht gefällt, alles hat einen Reiz und wenn man neugierig ist, eröffnen sich immer wieder andere Welten. Durch meinen Partner, fand ich Zugang in die Welt des Fotografierens und so pflegen wir dort eine Gemeinsamkeit, welche dazu führt, dass wir über hundert Bilder von unseren Körpern besitzen und noch weitaus viel mehrere von Landschaften, Pflanzen oder anderen spannenden Ausschnitten. Ab und zu versuche ich es auch mit Malen, dort faszinieren mich ebenfalls Akte immer und immer wieder. Zudem schreibe ich ab und an Texte und in verwegenen Momenten träume ich davon, es einmal zur Autorin zu bringen.

Wer jetzt denkt, Buchhändlerinnen seien unsportliche Menschen, der kann sich täuschen, ich zum Beispiel liebe es Badminton zu spielen, zudem nehme ich immer wieder Anläufe zu diversen sportlichen Ertüchtigungen, welche dann aber schon meist wieder fallengelassen werden zu Gunsten stundenlangen Lesens. So, es gäbe noch so vieles zu erzählen, aber oft ist eben das Unausgesprochene am Interessantesten!
In diesem Sinne danke ich Allen die an meine Person diese Leseminute investiert haben.
Eure Manuela
Vom Bücherwurm zur Buchexpertin
(Berner Oberländer vom 15. Januar 2007)

Manuela Braun aus Einigen bespricht auf ihrer Internetseite neue Romane. Sie will die Leute zum Lesen animieren. Bücher sind für sie mehr als ein Hobby: «Als Kind hat mich das Abtauchen in diese Fantasiewelt gerettet.»
Manuela Braun ist vernarrt ins Lesen. Zurzeit liest sie drei Bücher gleichzeitig, im Schnitt kommt sie mit ihrem Lesepensum auf zwei Werke pro Woche. Bücher sind jedoch nicht nur ihre Leidenschaft, sie sind auch ihr Beruf. Seit zehn Jahren arbeitet die 31-jährige Einigerin in der Buchhandlung Bücherperron in Spiez als Buchhändlerin.
Da sie schon immer gerne und viel gelesen hatte und sich dazu Notizen machte, beschloss Lebenspartner Lukas Hofstätter, von Beruf Multimedia-Koordinator, seiner Freundin zu ihrem 30. Geburtstag eine eigene Internetseite zu schenken.
Auf www.lesefieber.ch
Die bisher privaten Buchnotizen wurden somit einem öffentlichen Publikum zugänglich. «Lukas ist viel mutiger als ich», erzählt Manuela Braun, «alleine hätte ich den Schritt wahrscheinlich nicht gewagt.» Und so sind auf www.lesefieber.ch nun zahlreiche Besprechungen von aktuellen Romanen zu finden, aber auch viele Zitate oder kurze, selbstgeschriebene Texte. «Die Besprechungen richten sich an alle, auch an Buchhändler», erklärt sie. Eine Rezension beinhaltet jeweils einen Abschnitt über den Inhalt des Buches, anschliessend folgt das persönliche Urteil von Manuela, abgeschlossen mit einer Notenbewertung von eins bis zehn.
Lesen als Zuflucht
Ein «Bücherwurm» war Manuela schon immer. «Bereits als Kind habe ich nur gelesen», erzählt sie. Die Bücher der Schulbibliothek Einigen hatte sie bald einmal alle durchgelesen, sodass ihr die Lehrer Bücher von zu Hause mitbrachten.
Als Kind war die Fantasiewelt der Bücher ein Zufluchtsort für Manuela Braun. «Ich habe als Kind viel ‹Happiges› erlebt», erzählt sie. «Beim Lesen konnte ich in eine Fantasiewelt eintauchen, das Lesen hat mich gerettet.» Als Manuela acht Jahre alt war, verliess der Vater die Familie. «Daraufhin wurde meine Mutter schwer depressiv», erzählt sie. Die Mutter starb, als Manuela 17 Jahre alt war. Aufgewachsen ist sie bei ihren Grosseltern. «Zu meinem ‹goldigen Grosi› habe ich eine enge Beziehung. Ich bin ihr dankbar für alles, was sie für mich tut und getan hat», erklärt Manuela Braun.
Auch heute taucht sie wann immer möglich in die Welt der Bücher ein. «Ich lese am Morgen vor der Arbeit, in der Mittagspause und vor dem Schlafengehen», erzählt sie. In ihrem Schlafzimmer würden sich 80 bis 100 Bücher türmen, die sie unbedingt noch lesen möchte, sagt Manuela Braun. «Ich müsste wohl 150 Jahre alt werden, um alles zu lesen, was ich will», meint sie lachend.
«Ich bin nicht elitär!»
Vor kurzem verzeichnete die Internetseite www.lesefieber.ch ihren 15000. Besucher. «Das hätte ich nie gedacht, das ist sehr schön», meint sie zum Erfolg. Mit ihrer Homepage will die Buchhändlerin ihre Freude an Büchern weitergeben, die Leute animieren, wieder vermehrt zu lesen. «Lesen hat ein Imageproblem», findet sie. Sie spricht von der Verarmung der Sprachvielfalt und dass man durch das Lesen mehr Wortschatz, aber auch mehr Empfindungen erhalte und somit «schliesslich leichter einen Zugang zu unserem Innersten findet.»
Dabei spielt es für sie keine Rolle, ob man einen süffigen Thriller liest oder aber einen anspruchsvollen Roman. Die Buchhändlerin liest querbeet. «Ich muss überhaupt nicht die elitäre Buchhändlerin sein», stellt Braun klar, «mit meinen Besprechungen will ich die Leute dort abholen, wo sie stehen.»
Unterstützung bei der Betreuung der Website erhält sie weiterhin von ihrem Lebenspartner Lukas Hofstätter. «Dafür bin ich ihm auch von Herzen dankbar. Er wird ob meinem ‹Bücherwahnsinn› zum Glück auch nie hässig und hört mir immer zu, wenn ich von Büchern erzähle», erklärt sie. Und glücklicherweise lese auch er sehr gerne und viel.
Andere Leidenschaften
Obwohl das Lesen einen grossen Teil ihrer Zeit in Anspruch nimmt, hat Manuela Braun noch andere Leidenschaften. Auch Fotografieren, Wandern und Kochen zählt sie zu ihren bevorzugten Freizeitbeschäftigungen. «Und ich spiele auch sehr gerne Badminton», sagt sie. Und in diesem Jahr wartet, nebst all den Bücherhighlights, auch ein sehr persönlicher Höhepunkt auf Manuela Braun: Im Juni dieses Jahres wird sie ihren Lukas heiraten.
Rebekka Marthaler
Artikel als PDF: Manuela Braun Artikel.pdf
Artikel im Schweizer Buchhandel 11/06

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