Über mich

Manuela Hofstätter


 

«Was können die Kritikerinnen im Netz»
Manuela Hofstätter ist eine Pionierin der helvetischen Online-Kritik. Ihr Blog lesefieber.ch ist seit 2005 online und erreicht heute Besucherzahlen im 1000er-Bereich – pro Tag. Auf Twitter kratzt ihr Account an der 10000er-Marke. «Social Media ist enorm wichtig», lässt Hofstätter am Telefon verlauten, «dort findet der Austausch statt, dort werden Lesetipps und Textideen herumgereicht.»
Von Daniel Faulhaber

Link zum Artikel → Artikel in der TagesWoche 46/2016

TagesWoche_46_2016


 

Foto: Tomas Wüthrich

«Alle Bücher um mich herum rufen: Nimm mich!»
Manuela Hofstätter ist Buchhändlerin und leidet an chronischem Lesefieber. Sie füttert nicht nur die eigene Homepage mit zwei neuen Rezensionen pro Woche, sie twittert ihre Tipps und Trouvaillen auch an über 5000 Follower in der ganzen Welt. Von Kathrin Meier-Rust

Link zum Artikel → Portrait im «Bücher am Sonntag» vom 29.04.2012
(Bücher am Sonntag, Die Literaturbeilage der «NZZ am Sonntag»)

buecher-am-sonntag


 

Von Lesefieber infiziert
Interview mit Felix Werner, erschienen auf buchmagazin.ch am 02.01.2013

Bücher spielen im Leben von Manuela Hofstätter eine nicht wegzudenkende Rolle. Neben ihrer Familie und ihrer Arbeit als Buchhändlerin ist sie mit lesefieber.ch erfolgreich online und präsentiert Bücher on Tour. Ein Gespräch über die Facetten einer Passion.

Wie bist Du zur Idee für lesefieber.ch gekommen?
Lesefieber.ch war ein Geburtstagsgeschenk meines Mannes. Ja, das ist schon gut sieben Jahre her. Er fand es schade, dass meine Gedanken zu gelesenen Büchern auf Zettelchen dahinvegetierten. Ganz ehrlich, ich wäre ohne dieses Geschenk niemals online gegangen. Aber wie heisst es so schön: einem geschenkten Gaul… Heute ist das für mich eine ganz andere Geschicht. Mein Beruf, der Buchhandel, ist stark im Wandel. Es reicht längst nicht mehr, im Laden zu sitzen und darauf zu warten, dass Leute hereinkommen und Bücher kaufen. Es gilt innovativ zu sein und Neues auszuprobieren. Mein Blogg ist ein Verbindungsglied zwischen Schreibenden und Lesenden. Die Kontakte, welche sich daraus ergeben, reichen sogar über die Landesgrenzen hinaus und das ist einfach richtig schön.

Die Seite ist sehr erfolgreich. Was ist Dein Rezept?
Rezept? Ja, das ist genau wie beim Kochen. Ich probiere einfach gerne Dinge aus. Plötzlich schmeckt ein Gericht ganz anders – im besten Fall viel besser – wenn nur eine Zutat anders ist oder die Zubereitungsart geändert wird. So versuche ich bei Lesefieber, möglichst aktuelle Buchtitel vorzustellen und möglichst alle Sparten zu berücksichtigen . Und dazu gibt es immer mal wieder einen speziellen Buchtipp, quasi einen Geheimtipp. Neben den Besprechungen gibt es auf Lesefieber noch Anderes zu entdecken. Eigene Texte oder das Hörfieber zum Beispiel. Lesefieber gibt es schon einige Zeit und ich merke, dass Konstanz und Durchhaltewillen belohnt werden. Das schönste Kompliment bekam ich von einem deutschen Twitterer und Lesefieberbesucher bei einem Aufeinandertreffen im realen Leben. Er sagte zu mir, ich sei mittlerweile eine Marke geworden. Diese kühne Aussage hat mich sehr berührt. Herrlich ist es auch, weit weg von zu Hause unterwegs zu sein und unter Lesefans dann den heissen Tipp zu bekommen, ich solle doch mal auf www.lesefieber.ch reinschauen. Viele kennen mein Blogg, aber mich nicht. Das macht mir Freude, schliesslich geht es mir ja ums Lesen und das Kulturgut Buch. Aber oft ist es gerade auch meine ganz persönliche Meinung zu den Büchern, für die sich die Leute interessieren.

Wie bist du auf die Idee für Veranstaltungen gekommen?
Vor vielen Jahren besuchte ich die Weiterbildung für professionelle Bücherpräsentationen. Schliesslich ist es das, was ich im Berufsalltag mache. Aber weiss ich eigentlich, wie ich da so wirke und ob ich auf dem richtigen Weg bin? Das waren in etwa so meine Gedanken. In dem Kurs wurde unser Auftreten beurteilt und es hat mich erstaunt, dass viele Buchhändlerinnen unsicher wirkten. Ich bin zwar auch nervös, wenn ich etwas präsentieren muss oder darf, aber bei den Büchern, da plappert es einfach los. Offenbar waren die Kolleginnen angetan von mir und meiner Art. Die älteste Teilnehmerin und Inhaberin einer Buchhandlung in der Region Zürich hat mich dann Jahre später angefragt, ob ich zu ihr reisen und einen Bücherabend gestalten möge. Das war eine schöne Herausforderung für mich – in einem vollen Stadtkeller unter lauter begeisterten Menschen. Da habe ich gemerkt, dass mir das so richtig Freude macht und dass ich das weiterhin machen möchte. Gesagt, getan: Mein Mann – übrigens Designer, Planer und Sekretär hinter Lesefieber – hat on Tour aufgeschaltet und ohne weitere Werbung ergaben sich ein paar Termine. Als dann die NZZ am Sonntag in ihrer Bücherbeilage ein Portrait von mir veröffentlichte, nahmen die Anfragen rapide zu und so war das zweite Jahr on Tour ein recht lebendiges.

Was sind Deine Erfahrungen nach der zweiten ‚Saison‘?
Das Wundervolle daran sind das Vertrauen und die Freude an Lesefieber, welche mir manche Bibliotheken entgegen bringen und mich zum zweiten Mal gebucht haben oder gleich auch für das nächste Jahr reservierten. So etwas macht mich natürlich glücklich und auch etwas kribbelig, denn ich möchte bei einem zweiten Auftritt ja umso mehr überraschen können. So geschehen etwa in der herrlichen Bibliothek Uitikon, wo ich bereits zweimal war. Es war fast ein Gefühl wie heimzukehren. Bekannte Gesichter sassen auf den Stühlen. Nach der Veranstaltung mit den Leuten zu diskutieren, war sehr bereichernd. Ich stellte fest, dass ein Jahr vergangen war, aber es ist mir auf einmal so kurz vorgekommen. Das Reisen macht wirklich grossen Spass und ich bekomme von den Leuten wertvolle Inputs. Erfreulich war dieses Jahr auch, dass es ab und zu männliches Publikum gab, einmal sogar gleich sechs Exemplare dieser raren Spezies an einem Abend! Der ungewöhnlichste Anlass war derjenige, an welchem ich ohne Bücher vor einer kleinen Gruppe sass und mich doch etwas nackt und aufgeschmissen fühlte. Doch diese Panne führte zu einem der intensivsten Anlässe und ich merkte, dass wir tatsächlich alle noch näher an die Bücher heran gerückt waren, gerade weil wir sie uns vorstellen mussten.

Wie hälst Du’s mit e-Books?
Nächste Frage…..? Nein, natürlich antworte ich daraus. Ich bin lediglich etwas betrübt, dass viele Buchhandlungen immer noch schlafen, was dieses Thema anbelangt. Dabei können sich mit E-Books gerade auch kleinere Buchhandlung profilieren. Ich selber hänge schon am Papier. Ich brauche den Geruch, das Rascheln und das Blättern im Buch. Ich will etwas fühlen beim Lesen. Zudem gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass meine zahlreichen wundervollen, speziellen und einzigartigen Buchzeichen vielleicht doch noch mal ihrem Verwendungszweck zugeführt werden. Fast immer lese ich nämlich, bis mir die Augen zufallen und im Buch liegen dann immer diverse Dinge, aber nie die Buchzeichen. Immerhin, irgendwo unter der Bettdecke dürfen sie dann sein, meine Buchzeichen. Aber zurück zur Frage. Ich habe schon E-Books gelesen auf dem iPad, dem Kindle und meinem iPhone. Beim Kindle muss ich zugeben, habe ich fast vergessen, dass ich ein Gerät in den Händen halte.

Neben lesefieber.ch bist Du Buchhändlerin, Hausfrau und Mutter. Wie kriegst Du das alles unter einen Hut?
Zum Glück trage ich keine Hüte, habe also mehr Platz… und was bitteschön ist eine Hausfrau? Oder besser ausgedrückt: Ich habe den Mann geheiratet, der keinen perfekten Haushalt haben will. Er kann im Chaos leben und ist fähig eine Wäsche selbstständig zu erledigen, ein leckeres Menü zu kochen und natürlich liest er selber auch gerne. Wenn das jetzt dramatisch geklungen haben sollte, kann ich beruhigen. Ich bin zwar ein bisschen chaotisch, aber ich putze tatsächlich täglich, koche sehr gerne und kann meistens unfallfrei bügeln. Zum Glück – dank einem lieben Engel von Schwiegermutter – kann ich häufig bügeln lassen. Und auch den restlichen Haushalt kriege ich irgendwie hin. Ganz wichtig ist mir aber, voll und ganz Mutter sein zu können. Darum arbeite ich momentan auch nur einen Tag in der Woche als Buchhändlerin. Vielleicht höre ich damit sogar ganz auf, wenn die Tourtermine noch zunehmen werden. Als Ausgleich zu meinen Geschichten im Kopf und all den gelesenen Büchern renne ich nämlich gerne bei jedem Wetter mit den Kindern draussen um die Wette, male mit ihnen, bastle, lese vor und kitzle aus. Ich bin manchmal Astronautin, Hexe, Zaubermeisterin und Gespenst, alles am selben Tag und ja, doch, solche Abenteuer machen mich ganz schön müde manchmal. Gelesen wird nur nachts und wenn ich müde bin und grummelig, dann kriegt das meistens mein Mann ab. Aber er ist ein Held und so bewältigen wir als Familie so manches Unmögliche. Fürs neue Jahr habe ich mir vorgenommen, ein bisschen kürzer zu treten. Meine Bandscheibe hat mir vehement klar gemacht, das sie keine Lust auf meinen Übermut hat.

Was war Dein schönster ‚Buchaugenblick‘ 2012?
Das war der Moment, als mir der Autor meines Lieblingsbuches gegenüber stand und sofort wusste, dass er Mann auch als Mensch richtig gut ist, nicht nur als Autor. Besonders genial von Patrick Tschan – nun ist es verraten – war es dann auch, dass er bereit war, als Überraschungsgast bei einer Tour dabei zu sein, zu signieren und Fragen zu beantworten. Nach der Veranstaltung sass der harte Kern dann bis tief in die Nacht in der Beiz mit Patrick und seiner Frau und wir hatten Gespräche über Gott die Welt, und natürlich über Bücher, Bücher, Bücher. Das war für mich ein unvergesslicher Abend und für einmal war auch mein Mann mit dabei, so konnten wir es gemeinsam geniessen. Das signierte Buch von Patrick ist natürlich etwas vom Wertvollsten in meinem Bücherregal.

Womit wird lesefieber.ch 2013 von sich reden machen?
Das wird sich zeigen, ganz sicher on Tour und wer weiss, was noch so passiert… Und wenn ich es schon wüsste, sagen würde ich es sowieso nicht… ätsch!


 

Es ist wohl an der Zeit, ein bisschen etwas Aktuelleres von mir preiszugeben, denn lese ich die Nabelschau (siehe unten), muss ich schmunzeln, was hat sich doch alles verändert in ein paar Jahren! Nun, ich bin seit gut drei Monaten zweifache Mutter, unser Sohn wird im September zwei Jahre alt und jetzt hat er noch ein Schwesterchen bekommen. Wir sind nun die totale Durchschnittsfamilie, zwei Kinder, ein Pärchen sogar, wie viele mir verzückt verkünden, als ob ich das noch nicht selber bemerkt hätte. Ich bin ganz klar stolz auf meine Familie, meinen Mann und unsere Kinder, durchschnittlich finde ich an uns rein gar nichts, glücklicherweise. Irgendwie anders, das trifft am Besten auf uns zu und ist herrlich. Aber ganz ehrlich, so kleine Wesen, die verlangen einem ganz schön was ab. Bloss eines lasse ich mir nicht nehmen, das Lesen natürlich, der Haushalt, der ist eben nicht immer vorzeigbar, ja eben und mein Bauchnabel auch noch nicht ganz. So drei vier Kilo hängen noch an mir und trennen mich von meinem normalen Gewicht und ich werde sie wohl während der Stillzeit nicht los.

Ja, aber lesen kann ich herrlich, und zwar in der Nacht. Es ist erstaunlich mit wie wenig Schlaf der Mensch auskommen kann, ich kanns auf jeden Fall, denn ohne meine Bücher kann ich nicht leben. Bald stehe ich auch wieder einen Tag pro Woche in der Buchhandlung. Ich kann es kaum erwarten, wieder Auge in Auge Lesefieber verbreiten zu dürfen. Was ist noch neu an mir? Ich bin viel Geduldiger geworden und meine Nerven werden in den nächsten Jahren vermutlich tatsächlich stärker als Stahlseile werden. Also, lieber Lesefieberbesucher, verzeih mir diese eher kargen und kurzen Updates zu meiner Person, ich lese lieber Bücher für dich… Dankeschön für das Interesse und all die schönen und motivierenden Rückmeldungen! Viele gute Bücher wünscht dir

Manu


 

Über mich – Eine kleine Nabelschau (Stand 2005)

Ich bin also eine Buchhändlerin mit Jahrgang 1975, arbeite seit 11 Jahren in derselben kleinen Buchhandlung und liebe diesen Beruf! Wenn ich etwas daran ändern könnte, dann würde ich die Löhne verdoppeln und mindestens zwei Wochen zusätzlichen und bezahlten Leseurlaub pro Jahr einführen. Träume sind ja erlaubt!

Nebst dem Lesen pflege ich noch etliche andere Leidenschaften, wie etwa ausgiebiges Wandern an entlegenen Orten mit möglichst wenig Menschen. In Wäldern und an Gewässern fühle ich mich besonders glücklich, darum wohne ich auch direkt am See und beim Essen habe ich immer freie Sicht auf See und Berge. Eben ja, Essen und Trinken haben in meinem Leben einen sehr hohen Stellenwert, ich koche selbst gerne und aufwändig und Wein gehört zu einem guten Essen oder Gespräch einfach dazu. Ich liebe es ins Theater, Konzert, Musical oder auch mal in die Oper zu gehen, eigentlich gibt es kaum eine Stilrichtung, welche mir nicht gefällt, alles hat einen Reiz und wenn man neugierig ist, eröffnen sich immer wieder andere Welten. Durch meinen Partner, fand ich Zugang in die Welt des Fotografierens und so pflegen wir dort eine Gemeinsamkeit, welche dazu führt, dass wir über hundert Bilder von unseren Körpern besitzen und noch weitaus viel mehrere von Landschaften, Pflanzen oder anderen spannenden Ausschnitten. Ab und zu versuche ich es auch mit Malen, dort faszinieren mich ebenfalls Akte immer und immer wieder. Zudem schreibe ich ab und an Texte und in verwegenen Momenten träume ich davon, es einmal zur Autorin zu bringen.

Wer jetzt denkt, Buchhändlerinnen seien unsportliche Menschen, der kann sich täuschen, ich zum Beispiel liebe es Badminton zu spielen, zudem nehme ich immer wieder Anläufe zu diversen sportlichen Ertüchtigungen, welche dann aber schon meist wieder fallengelassen werden zu Gunsten stundenlangen Lesens. So, es gäbe noch so vieles zu erzählen, aber oft ist eben das Unausgesprochene am Interessantesten!

In diesem Sinne danke ich Allen die an meine Person diese Leseminute investiert haben.

Eure Manuela


 

Vom Bücherwurm zur Buchexpertin
(Berner Oberländer vom 15. Januar 2007)

Manuela Braun aus Einigen bespricht auf ihrer Internetseite neue Romane. Sie will die Leute zum Lesen animieren. Bücher sind für sie mehr als ein Hobby: «Als Kind hat mich das Abtauchen in diese Fantasiewelt gerettet.»

Manuela Braun ist vernarrt ins Lesen. Zurzeit liest sie drei Bücher gleichzeitig, im Schnitt kommt sie mit ihrem Lesepensum auf zwei Werke pro Woche. Bücher sind jedoch nicht nur ihre Leidenschaft, sie sind auch ihr Beruf. Seit zehn Jahren arbeitet die 31-jährige Einigerin in der Buchhandlung Bücherperron in Spiez als Buchhändlerin.

Da sie schon immer gerne und viel gelesen hatte und sich dazu Notizen machte, beschloss Lebenspartner Lukas Hofstätter, von Beruf Multimedia-Koordinator, seiner Freundin zu ihrem 30. Geburtstag eine eigene Internetseite zu schenken.

Auf www.lesefieber.ch

Die bisher privaten Buchnotizen wurden somit einem öffentlichen Publikum zugänglich. «Lukas ist viel mutiger als ich», erzählt Manuela Braun, «alleine hätte ich den Schritt wahrscheinlich nicht gewagt.» Und so sind auf www.lesefieber.ch nun zahlreiche Besprechungen von aktuellen Romanen zu finden, aber auch viele Zitate oder kurze, selbstgeschriebene Texte. «Die Besprechungen richten sich an alle, auch an Buchhändler», erklärt sie. Eine Rezension beinhaltet jeweils einen Abschnitt über den Inhalt des Buches, anschliessend folgt das persönliche Urteil von Manuela, abgeschlossen mit einer Notenbewertung von eins bis zehn.

Lesen als Zuflucht

Ein «Bücherwurm» war Manuela schon immer. «Bereits als Kind habe ich nur gelesen», erzählt sie. Die Bücher der Schulbibliothek Einigen hatte sie bald einmal alle durchgelesen, sodass ihr die Lehrer Bücher von zu Hause mitbrachten.

Als Kind war die Fantasiewelt der Bücher ein Zufluchtsort für Manuela Braun. «Ich habe als Kind viel ‹Happiges› erlebt», erzählt sie. «Beim Lesen konnte ich in eine Fantasiewelt eintauchen, das Lesen hat mich gerettet.» Als Manuela acht Jahre alt war, verliess der Vater die Familie. «Daraufhin wurde meine Mutter schwer depressiv», erzählt sie. Die Mutter starb, als Manuela 17 Jahre alt war. Aufgewachsen ist sie bei ihren Grosseltern. «Zu meinem ‹goldigen Grosi› habe ich eine enge Beziehung. Ich bin ihr dankbar für alles, was sie für mich tut und getan hat», erklärt Manuela Braun.

Auch heute taucht sie wann immer möglich in die Welt der Bücher ein. «Ich lese am Morgen vor der Arbeit, in der Mittagspause und vor dem Schlafengehen», erzählt sie. In ihrem Schlafzimmer würden sich 80 bis 100 Bücher türmen, die sie unbedingt noch lesen möchte, sagt Manuela Braun. «Ich müsste wohl 150 Jahre alt werden, um alles zu lesen, was ich will», meint sie lachend.

«Ich bin nicht elitär!»

Vor kurzem verzeichnete die Internetseite www.lesefieber.ch ihren 15000. Besucher. «Das hätte ich nie gedacht, das ist sehr schön», meint sie zum Erfolg. Mit ihrer Homepage will die Buchhändlerin ihre Freude an Büchern weitergeben, die Leute animieren, wieder vermehrt zu lesen. «Lesen hat ein Imageproblem», findet sie. Sie spricht von der Verarmung der Sprachvielfalt und dass man durch das Lesen mehr Wortschatz, aber auch mehr Empfindungen erhalte und somit «schliesslich leichter einen Zugang zu unserem Innersten findet.»

Dabei spielt es für sie keine Rolle, ob man einen süffigen Thriller liest oder aber einen anspruchsvollen Roman. Die Buchhändlerin liest querbeet. «Ich muss überhaupt nicht die elitäre Buchhändlerin sein», stellt Braun klar, «mit meinen Besprechungen will ich die Leute dort abholen, wo sie stehen.»

Unterstützung bei der Betreuung der Website erhält sie weiterhin von ihrem Lebenspartner Lukas Hofstätter. «Dafür bin ich ihm auch von Herzen dankbar. Er wird ob meinem ‹Bücherwahnsinn› zum Glück auch nie hässig und hört mir immer zu, wenn ich von Büchern erzähle», erklärt sie. Und glücklicherweise lese auch er sehr gerne und viel.

Andere Leidenschaften

Obwohl das Lesen einen grossen Teil ihrer Zeit in Anspruch nimmt, hat Manuela Braun noch andere Leidenschaften. Auch Fotografieren, Wandern und Kochen zählt sie zu ihren bevorzugten Freizeitbeschäftigungen. «Und ich spiele auch sehr gerne Badminton», sagt sie. Und in diesem Jahr wartet, nebst all den Bücherhighlights, auch ein sehr persönlicher Höhepunkt auf Manuela Braun: Im Juni dieses Jahres wird sie ihren Lukas heiraten.

Rebekka Marthaler

Artikel als PDF: Manuela Braun Artikel.pdf


 

Artikel im Schweizer Buchhandel 11/06

Hier die Seite als PDF: Manu liest für dich.pdf

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