Das doppelte Lottchen / Die doppelte Frau Manuela Braun

by Manuela Hofstätter on 3. August 2007

(Oder die wahre Geschichte darüber, warum das neue Buch von Franz Hohler hier mal kurz herumgeisterte und nun erst wieder am 26. August 2007 hier in Erscheinung tritt)

Ja genau liebe Lesefieber Besucher, und das ging so:
Wir Buchhändlerinnen sind ja privilegierte Wesen, heisst, wir kriegen auserlesene Neuerscheinungen von Büchern schon vor deren Erscheinungstermin zum Lesen. Diese wundervollen Druckwerke nennen sich in der Fachwelt Leseexemplare. Ja, und als ein solches Leseexemplar, verschlang ich natürlich sofort den neuen Titel von Herrn Hohler: Es klopft.

Ganz aus dem Häuschen, schrieb ich sofort eine begeisterte Buchbesprechung über diesen Roman, doch leider war nicht wie meistens eine Frist eingedruckt, ab wann man sich denn öffentlich äussern darf zu diesem Werk. Kein Problem, da schreibe ich doch eine Mail an den Herrn Hohler. Siehe da, ich bekomme von der Sekretärin des Franz Hohlers sofort Grünes Licht, der Herr Hohler würde sich später bestimmt auch noch melden, doch zurzeit befinde er sich in den Ferien. Ui, dass freut mich und ich online diese Besprechung unverzüglich. Nun konntest du, lieber Lesefieberbesucher diese Besprechung während einiger Tage auch schon lesen. (Gut vierzig Personen machten davon auch sogleich Gebrauch). Aber vom Büro von Franz Hohler kam dann eine Mail, das Grüne Licht sei leider etwas voreilig ausgesprochen worden, ich solle mich doch bitte noch an den Verlag in Deutschland wenden und zwar an die Manuela Braun bei Luchterhand. Ha, was hab ich da gelacht, die liebe Frau in Hohlers Büro ist ja ulkig, denn die Frau Braun Manuela, die bin ja wohl ich! Ja ok, zugegeben, seit kurzer Zeit habe ich ja den Namen Hofstätter mit der grossen Freude einer Heirat angenommen, unter diesem Namen schrieb ich also auch an Franz Hohler…

Nun, dennoch, diese zuvorkommende Frau, geriet wohl ans Lesefieber und somit in Verwirrung, ich handelte sogleich und erst noch ganz humorvoll. In einer erneuten Mailnachricht an Hohlers Büro, verkünde ich nun keck, was ja wohl sicher ist, nämlich, die Frau Manuela Braun, die bin ich, aber nicht beim Luchterhand Verlag, nein, am kleinen Thunersee bin ich daheim. So wie die Mail versendet war, meldete sich mein aufmerksamer und wohl oft auch viel realistisch denkender Ehemann mit der Nachricht, dass es sehr wohl eine Frau Manuela Braun bei Luchterhand gebe. Au weh, so einzigartig sind wir also jetzt schon zu zweit, wer hätte das gedacht! Ich erreichte dann meiner Namensschwester per Telefon, erzählte von der lustigen Verwechslung und willigte ein, das Buch erst auf den Erscheinungstermin online zu stellen. Die Frau ist übrigens fast gleich alt wie ich, auch sie fand es ganz witzig, dass Manuela Braun, dazu noch in der Buchbranche eben doppelt vorhanden ist. Wenn irgendwie möglich werde ich versuchen meine Namensschwester einmal zu treffen, und ich bin sicher, dass diese Verwechslungsgeschichte einige Menschen zum schmunzeln gebracht hat, so, wie ich hoffe, auch den Franz Hohler, wenn er aus den Ferien zurückgekehrt ist! Tja, die Welt ist eben klein!

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter

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