Abbi Waxman / Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen

by Manuela Hofstätter on 2. Februar 2018

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Lilian ist Mutter zweier Töchter, Claire und Annabel, sie arbeitet als Illustratorin in einem Verlag und zeichnet vorwiegend für Schulbücher. Ihren geliebten Mann Dan hat Lilian durch einen tragischen Autounfall fast vor der Haustüre verloren, dies hat sie so sehr mitgenommen, dass sie zusammengebrochen ist und längere Zeit in einer Klinik bleiben musste. Die Kinder hatte damals Lilians Schwester Rachel bei sich aufgenommen und auch heute ist Rachel ständig besorgt um ihre Schwester und deren Kinder, der Kontakt ist sehr eng. Rachel ist lebenslustig und was die Geschwister auszeichnet, ist ein eigenwilliger Humor, welcher sich auch trotz der Trauer von Lilian doch immer wieder zeigt. Mit ihrer Mutter haben die beiden Schwestern ein besonderes Los, schon immer war diese ein emotionales Trampeltier und nur bedacht auf ihr Äusseres, sie war schliesslich ein gefragtes Model, heute hat sie ohne ihren Mann den Boden verloren und ist zudem dem Alkohol zu sehr zugetan. Als Lilian im Verlag vernimmt, dass schlechte Zeiten kommen und ihre Existenz von einem Grosskunden abhängt, für welchen sie Gartenbücher zeichnen soll, nimmt sie dies vorerst gelassen hin, sie wird auch gerne Pflanzen zeichnen, aber als Ihre Chefin sie dazu verknurrt, einen Gärtnerkurs über etliche Samstage hinweg zu besuchen, da wird ihr dies schon fast zu viel. Edward, der diesen Gärtnerkurs gibt, stammt eben aus der Familie des Grosskunden, aber muss Lilian deswegen gleich im Dreck wühlen und ihre freien Samstage opfern? Doch schliesslich dürfen auch ihre Töchter den Kurs besuchen und sogar Rachel will mit von der Partie sein. Edward und die Kursgruppe stellen sich als charmanter und kunterbunter Strauss von Menschen heraus und tatsächlich macht es Spass, die Erde zu bestellen und die Pflanzen zu setzen. Als sich zwischen Edward und Lilian Gefühle entwickeln, schreckt sie zurück, selbst wenn ihr Trauern schon seit Jahren andauert, ist der Weg doch noch ein weiter. Aber Edward ist tatsächlich ein ganz besonderer Mann und Lilian merkt plötzlich, dass auch ihr Umfeld getrauert hat und sie erkennt, was ihre Schwester alles für sie getan hat und erkennt auch die Not ihrer grösseren Tochter, welche sich gerne an ihren Vater erinnern möchte, während die kleinere Tochter sich nicht erinnern kann. Trauerarbeit ist ein wichtiger Prozess, Gartenarbeit auch, es braucht viel Liebe und Geduld, doch dann kann geerntet werden. Lilian geht ihren Weg und sie erntet weit mehr, als die Kostbarkeiten aus dem Garten.

Fazit: Vom Säen und Ernten, im Garten und im Leben!
Ein hinreissender Roman, der ganz erfrischende Humor gibt einen Grundton in dieser Geschichte, die dann aber daran wächst und gedeiht, dass wir ganz viel darüber erfahren, was es heisst zu trauern. Trauer hat so viele Facetten und jeder Mensch trauert anders, auch was den Zeitraum betrifft, den es braucht, nach einem Verlust wieder an Neuanfänge herangehen zu können. Die Freundschaft und die Liebe, die uns in der herrlichen Gruppe von Menschen, die den Gärtnerkurs gemeinsam belegen begegnet, die ist eine wundervolle Ernte unserer Lesezeit mit diesem Buch.

Meine Wertung: 8/10

Abbi Waxman / Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen
aus dem Englischen übersetzt von ‎Katharina Naumann
Verlag: Rowohlt, Seiten: 365

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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