Albert Sanchez Pinol / Im Rausch der Stille

by Manuela Hofstätter on 7. Oktober 2005

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Ein Leuchtturm und das Häuschen des Wetterbeobachters, dies sind die einzigen menschlichen Zeugnisse auf einer winzigen Insel am Ende der Welt, wo nun das Schiff anlegt, einmal im Jahr ein Schiff, um den Wetterbeobachter abzulösen. Leider findet die Mannschaft, den Meteorologen nicht, nur einen geistig verwirrten Leuchtturmwärter namens Batis Caffo, welcher über den Verbleib seines Inselgenossen nur äusserst seltsame Auskünfte erteil. Der Kapitän beschliesst sich zur Abreise, zurück bleibt der neue Meteorologe, mit einem Haufen Kisten, unter anderen zwei voller Munition. Die erste Nacht bricht an, doch es ist eine Nacht voller Grauen, denn der Mann wird angegriffen von seltsamen, riesigen froschartigen Wasserwesen, er muss die ganze Nacht um sich schiessen und sein Leben verteidigen. Am nächsten Tag treffen die beiden Inselmänner aufeinander und nach einigem Gerangel erzwingt sich der Mann den Zutritt zum Leuchtturm und zu einem Leben mit Batis Caffo.Nacht für Nacht kämpfen die beiden Männer, welche unterschiedlicher nicht sein könnten, Seite an Seite gegen die Ungeheuer an. Mit im Haus, lebt eines dieser Wasserwesen, es ist ein Weibchen, genannt Maskottchen und zudem Batis Objekt der Begierde. Es kommt der Tag, wo auch der Meteorologe mit dem Maskottchen schläft, natürlich hinter dem Rücken Caffos, der Sex ist unbeschreiblich, füllt alles aus im Hirn des Mannes und wird zum Wahn, er versucht den einzigartigen Gesang dieses Weibchens zu bestimmen und denkt ihren Namen herausgefunden zu haben, sie heisst Aneris. Immer weltfremder immer bizarrer wird dieses Inselleben, immer weniger können diese beiden Männer zusammenhalten, bis es dann passiert…

Fazit
Ein faszinierender Roman, noch selten habe ich so etwas Ungewöhnliches gelesen, sollte es eine Metapher der Männlichkeit sein? Ich finde auf jeden Fall, dass diese Lektüre einen gewaltigen Sog auf den Lesenden ausübt und immer wieder neue Einsichten eröffnet, auf die Abgründe des Mensch seins. Denkstoff ! Die beiden ersten Sätze das Buches: Wir ähneln denen, die wir hassen, mehr als wir denken. Und deshalb glauben wir, dass wir denen, die wir lieben, nie ganz nah sind.

Meine Wertung: 8/10

Albert Sanchez Pinol / Im Rausch der Tiefe
Verlag: S. Fischer, Seiten: 152

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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