Alessandro Baricco / Mr. Gwyn

by Manuela Hofstätter on 18. August 2016

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Er ist ein berühmter Schriftsteller und er mag den Rummel um seine Person nicht, mochte ihn nie und so lässt er in der Zeitung 52 Dinge verlauten, welche er nicht mehr zu tun gedenkt, darunter auch Bücher zu schreiben. Es ist Jasper Gwyn absolut ernst mit diesem Entschluss, doch sein einzig wahrer Freund und zugleich Verleger, glaubt an einen Marketingschachzug, denn Jasper ist und bleibt Schriftsteller. Doch Mr. Gwyn hält an seinem Entschluss fest, denn in seinem Kopf reift schon lange ein Plan heran. Als er mal in einer Kunstausstellung gewesen war, hat er beschlossen, dass er Kopist wird. Er mietet bei dem besten Makler überhaupt ein Atelier, das seinen exakten Vorstellungen entspricht, er sorgt für die richtige Einrichtung und das perfekte Licht. Die Menschen, denen er begegnet, verstehen genau, was er von ihnen will, sie sind genauso leidenschaftlich in ihrem Tun wie Jasper das ist. Als sein Freund Tom merkt, wie ernst die Sache ist, leiht er Jasper seine treue Assistentin aus, damit dieser sein erstes Porträt erschaffen kann. Erschaffen heisst bei Mr. Gwyn Schreiben, er beobachtet sein Model über eine lange, lange Zeit hinweg, dann schreibt er dessen Porträt nieder, kann das gelingen? Rebecca vertraut Mr. Gwyn, sie kennt ihn ja bereits als Autor von ihrer Arbeit her, so willigt sie ein, den Bedingungen von Mr Gwyn, so aussergewöhnlich diese auch sind, Folge zu leisten. Was Rebecca dann erlebt ist unbeschreiblich, sie erkennt sich in ihrem Porträt, in den Worten von Jasper Gwyn, genau so, wie sie wirklich ist. Fortan arbeitet Rebecca für Mr. Gwyn als Sekretärin, denn nun muss dieser ja Kundschaft finden. Tatsächlich findet sich diese nach einer Annonce tatsächlich ein und Mr. Gwyn kann arbeiten. Aber er kann seiner Berufung nicht lange nachgehen, ein Unheil naht…

Alessandro Baricco / Mr. Gwyn

Fazit: Baricco, der Geheimnisvolle, derjenige, der hinter unsere Fassaden schauen kann!
“Das Einzige, was sie fühlen lässt, dass sie am Leben sind, ist etwas, was sie langsam umbringen wird.” So lesen wir im Buch und so staunen wir, wie es dieser Autor nur schafft, uns einfach bloss zu sehen und zu beschreiben. Schön, nach langer Zeit wieder einen “Baricco” lesen zu dürfen, gewiss ein Geschenk, ein kostbares!

Meine Wertung: 8/10

Alessandro Baricco / Mr. Gwyn
Verlag: Hoffmann und Campe, Seiten: 316

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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