Alessia Gazzola / Warum ich trotzdem an Happy Ends glaube

by Manuela Hofstätter on 4. September 2018

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Emma de Tessent, dreissig Jahre jung und hübsch, die wackere Praktikantin, hat einerseits einen Uni-Abschluss, der sich sehen lassen kann, lebt aber trotzdem vorübergehend bei ihrer Mutter, da sie so was von pleite ist. Sie arbeitet seit ewigen Zeiten ohne Festanstellung bei der Filmgesellschaft Fairmont Holding in Rom, ihr Chef Manzello gibt sich galant, ist aber ein mieser, ausbeuterischer Kerl. Die Filme, welche die Holding macht, hängen Emma zum Hals heraus, doch eben, Emma ist oft vom Pech verfolgt und sie weiss momentan nicht, wie sie sich gegen die Ungerechtigkeiten in ihrem Leben wehren soll. Einen Film allerdings möchte Emma machen, darum hat sie eine Freundschaft zum grossen Schriftsteller Tessai aufgebaut, welcher in völliger Abgeschiedenheit lebt, keine Interviews gibt und erst recht nicht die Filmrechte für seinen grössten Roman herausrückt, diese Freundschaft bedeutet Emma bald mehr als ihr Ziel, an die Rechte zu kommen. Während Emma ihrem grössten Traum nachhängt, die alte Villa mit den vielen Glyzinien, welche leer steht und sie oft heimlich besucht, irgendwann einmal kaufen zu können, schlägt das Pech tüchtig zu und sie verliert ihren Job. Emma muss Geld verdienen, sie ist völlig verzweifelt, ihre Mutter lässt Beziehungen spielen und so bekommt Emma ein Vorstellungsgespräch beim grossen Doktor Pietro Scalzi, Arthouse-Filmproduzent bei der Waldau. Emma ist nervös, dies wäre der Traumjob schlechthin, doch der attraktive Filmproduzent wechselt beim Gespräch plötzlich von charmant zur Bestie, gedemütigt und am Boden zerstört verlässt Emma den edlen Ort und Mann. Als sie ihre Tränen getrocknet hat und ihre Wut etwas abflacht, entdeckt sie einen betörenden, kleinen Laden, genauer eine Kinderboutique, alle Kleider sind liebevoll handgenäht und von nie gesehener Farbauswahl, Emma muss den Laden betreten. Was dann passiert ist die Begegnung zweier Frauen, die sich sofort mögen und so hat Emma einen neuen Job, was total verrückt ist, denn sie kann überhaupt nicht nähen, doch Signora Airoldi, die ältere Besitzerin der Boutique und ihr Hund Osvaldo geben Emma eine Chance und einen Halt in stürmischer Zeit. Die Zeiten werden noch weitaus wilder, beim Spaziergang mit Osvaldo muss Emma feststellen, dass der Hund Pietro Scalzi kennt und das aus guten Gründen. Nun überschlagen sich die Ereignisse, traurige, wie etwa, dass die Glyzinienvilla nun ein Restaurant ist, erst noch ein schlechtes und noch weitaus traurigere aber auch Gutes passiert. Emma, und nur eine Frau wie Emma, schafft es, mit ihrem unerschütterlichen Glauben an das Leben und ihr Glück im Chaos ihren Weg zu gehen.

Fazit: Emma oder warum man auch im grössten Chaos an das Glück glauben soll!
Diese Sommerkomödie aus der Toskana ist herrlich zu lesen und verlängert den Sommer aufs Vortrefflichste. Emma ist eine Frau, die Gefühle zeigt, die aber völlig am Boden zerstört dann richtig aus sich heraus kommt und die ohne Geld und ohne Sicherheiten im Leben an ihre Träume glaubt. Dieser Roman ist charmant, witzig, berührend und zudem nicht zuletzt auch eine Geschichte einer starken Protagonistin, die ihre Ziele als moderne Frau im Heute erreicht und so lebt, wie sie das will.

Meine Wertung: 8/10

Alessia Gazzola / Warum ich trotzdem an Happy Ends glaube
Aus dem Italienischen übersetzt von Renée Legrand
Verlag: Thiele, Seiten: 268

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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