Andrea Maria Schenkel / Kalteis

by Manuela Hofstätter on 28. August 2007

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Josef Kalteis sitzt hinter Gittern, ein Arier, Mitglied der NSDAP ist ein Schandfleck von Mensch und man versucht den Schaden, welchen er angerichtet hat möglichst unter Verschluss zu halten. Der “Schaden”, das sind mehrere Morde und Vergewaltigungen, Kalteis selber will sich gar nicht oder nur vereinzelt an Details erinnern.
München, einige Zeit davor: Wir lesen von Vorfällen von Vermissten jungen Frauen. Kathie ist ganz neu in München, sie flüchtete aus der Enge des Landlebens in die Stadt und ist voller Erwartungen. Die Verwandtschaft kann die junge Frau nicht einquartieren, auch der Traum einer Arbeitsstelle bei einem bekannten Betrieb zerplatzt. Kathie will leben, frei sein, das Stadtleben auskosten, Nacht um Nacht kann ihr Schlafquartier ändern und allmählich gerät sie in schlechte Kreise. Doch dann kommt er, die grosse Liebe und damit die Hoffnung auf ein neues, das richtige Leben. Alles hat so schön angefangen, doch dieser Mann wird dann die allerschlimmste Enttäuschung für Kathie, sie wird nicht nur sitzen gelassen, nein sie muss auch noch mit ansehen, dass er eine Frau hat. Leider, oder vielleicht zum Glück ahnt Kathie nicht alles, was sie noch erwartet.
Kalteis hält den Vernehmungen nicht mehr so eisern Stand, mit seinem verhassten Frauenbild kann er eh nicht unterm Deckel halten und die Beweislast ist zu erdrückend.

Fazit
Schenkels neuer  Roman ist von der Machart her ähnlich wie “Tannöd” aufgebaut. Der Mörder Kalteis hiess Johann Eichhorn und endete 1939 unter der Fallschwertmaschine, man konnte ihm fünf Morde und gegen 100 Vergewaltigungen nachweisen. Schenkel lässt uns nicht nur eine Möglichkeit dieses Falls durchdenken, nein sie gibt den Figuren eine Stimme, dem Täter, den Opfern und vielen weiteren. Aber die Autorin lässt sehr vieles offen oder gar nicht beschrieben stehen, und eben dass macht eine fiktive Erzählung zu einer glaubhaften Version. Doch letztlich hat mir persönlich “Tannöd” doch um ein vielfaches besser gefallen.

Meine Wertung: 5/10

Andrea Maria Schenkel / Kalteis
Verlag: Nautilus, Seiten: 154

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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