Andrea Weibel / Steinherz

by Manuela Hofstätter on 26. Mai 2012

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In Visp im Wallis lebt Lilia bei ihrem Vater und findet diesen oft recht beschränkt und bescheuert, aber eigentlich trifft das ja auf alle Erwachsenen zu und folglich ist der Vater ja gar ein wenig zu bemitleiden. Aber kein Wunder ist Mutter abgehauen, so eine Bergler Bevölkerung ist ziemlich einseitig gestrickt und Lilias Vater stellt diesbezüglich keine Ausnahme dar. Allerdings bemerkt die Tochter eine Veränderung bei ihrem Vater und ist sich ziemlich sicher, dass diese mit der jungen Frau, dieser Zürcherin namens Sofie zu tun hat, welche die Alphütte des Vaters gleich für den ganzen Sommer gemietet hat. Vater wirkt verliebt und tatsächlich ist diese Sofie ganz nett, was man aber von ihrer Schwester nicht im geringsten sagen kann, diese unsympathische Person ist auch schon rein optisch das pure Gegenteil ihrer Schwester. Evi sitzt dann auch nicht lange bei ihnen und verlangt sofort nach ihrer Schwester. Sofie ist keinesfalls erfreut das Evilein zu sehen, etwas Kaltschnäuzigeres und Fieseres als die eigene Schwester gibt es eigentlich gar nicht. Evi will Sofie informieren, dass sie das Erbe der Eltern verwalten wird, denn der Vater ist todkrank und der wolle das auch so, denn sie Evi wisse ja im Gegensatz zu Sofie wie mit Geld umzugehen sei. Sofie kocht innerlich, kürzlich erst machte sie den Fehler die eigene, zudem ja auch wohlhabende Schwester um einen Kredit zu bitten, um den Traum einer eigenen Buchhandlung wahr werden zu lassen, dabei wusste sie ja, Evi hilft garantiert keinem. Ausnahmen ausgenommen, wenn sie einen Kerl haben will, dann spannt sie den schon mal einer Anderen aus und unterhält diesen grosszügig, aber nur so lange, wie dieser sie als teures Spielzeug interessiert, dann lässt sie ihn fallen. Evi will am nächsten Tag von der Alp runter wandern, sie kommt nie an und bleibt von da an wie vom Erdboden verschluckt. Man traut Evi zu, einfach abrupt von der Bildfläche zu verschwinden, aber man traut auch ganz vielen Leuten zu, Evi zu beseitigen. Könnte die eigene Schwester gar nach Evis Leben getrachtet haben? Lilia mit ihren vierzehn Jahren Lebenserfahrung weiss so manches und zieht ihre Schlüsse daraus.

Fazit: Abgründig und geladen wie ein Gewitter in den Bergen.
Ein erfreulich unblutiger Krimi, aber doch voller Spannung. Eine Geschichte über die Menschen und ihre Gier nach Geld, abgründig und geladen wie ein Gewitter in den Bergen. Eine erfrischend neue Stimme am Schweizer Krimihorizont. Man würde der kecken Lilia und auch anderen Figuren gerne wieder begegnen in einem weiteren Krimi, darf man das wohl?

Meine Wertung: 7/10

Andrea Weibel / Steinherz
Verlag: Cosmos, Seiten: 224

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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