Andreas Dury / Oh Tapirtier

by Manuela Hofstätter on 27. November 2010

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Früher war er ein gefragter Java-Entwickler und Heute ein recht träger zur Zeit arbeitsloser Mann, Frank ist sich seiner Lage wohl bewusst und staunt, dass er seine Freundin noch nicht verloren hat. Doch dann sieht Frank die DK1 in der Tagesschau und muss erfahren, dass in Heiligendamm beim G8-Gipfel, vermutlich mit dieser Waffe ein Polizeihubschrauber vom Himmel geschossen wurde und fünf Polizisten ihr Leben dabei verloren. Unsanft wird Frank an seinen früheren Freund Leo Fetzner erinnert, mit eben diesem Freund hat er in jüngeren Jahren diese Waffe, eine Art Kanone gebaut, die nun soeben über die Landesgrenzen hinaus bekannt gewordene DK1. Einerseits ist Frank natürlich total bestürzt, doch ein Teil in ihm bleibt erschreckend ungerührt. Aber nachgehen will Frank der Sache sofort und so reist er nach Saarbrücken um Leo Fetzner aufzusuchen, es ist eine Reise mit gemischten Gefühlen. Nicht nur die Tatsache dass er sich vor Jahren unheilbar in Fetzners Frau Eva verliebt hatte, nein, auch die Aktionen welche er mit Fetzner durchgezogen hatte damals und welche ihn schliesslich dazu brachten, das Weite zu suchen und diese Freundschaft möglichst zu vergessen, dies alles holt Frank nun wieder ein. Vor Ort erfährt Frank, dass Leo und Eva geschiedene Leute sind, seine Gefühle für Eva aber entflammen sofort aufs Neue, aber auch der Faszination von Leo vermag sich Frank erneut nicht zu entziehen. Vorerst wirkt Leo heruntergekommen, alkoholsüchtig und gar nicht mehr voller Tatendrang wie früher. Aber Franks Auftauchen und die Geschehnisse rund um ihre DK1 lassen in zu Hochform auflaufen, wie in alten Zeiten. Nachdem Leo Frank erklärt hat, dass ihm die DK1 vor über einem Jahr abhanden kam und er diesen Diebstahl auch angezeigt hat, eröffnet er ihm die grandiosen Aussichten, welche nun vorliegen. Leo will die Kanone, zu Geld machen, zu richtig viel Geld, in zahlreichen Interviews und TV- Auftritten sogar, verlangt er sein Kunstobjekt, so nennt er die DK1 nur noch, zurück. Es entbrennt eine heftige Debatte Mordwaffe oder Kunstobjekt? Immer tiefer hineingezogen in den Lauf der Dinge wird nun auch Frank, natürlich ist die Polizei auch mit ihm in Kontakt getreten und nun muss er sich ganz ehrlich der Frage stellen, was er wirklich über den alten Freund Leo Fetzner denkt. Aber es gibt auch noch ganz viele andere Entscheidungen zu fällen für Frank und natürlich hat auch Leo seine ganz eigene Vorstellung davon, wie alles ausgehen soll.

Fazit
Ein skurriler Roman über eine Freundschaft zwischen zwei Männern, die immer ambivalent war und auch extrem. Aber auch fast eine Art Krimi mit eigenwilligem Ende und der Frage was Recht und Unrecht denn nun ganz genau ist. Durys Roman hat mich anfänglich etwas gelangweilt beim Lesen, dann langsam amüsiert und im letzten Drittel dann richtig fasziniert. Auf jeden Fall kriegt man Stoff geliefert, den man nicht bloss konsumieren kann, nein, dies ist ein Roman, der an die Nieren geht und ethisch, politisch und auch darüber hinaus zum nachdenken und diskutieren anregt.

Meine Wertung: 7/10

Andreas Dury / Oh Tapirtier
Verlag: Conte, Seiten: 344

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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