Andreas Izquierdo / Das Glücksbüro

by Manuela Hofstätter on 5. Juni 2013

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Albert Glück ist Sachbearbeiter im Amt für Verwaltung, er liebt seine Arbeit und den Beamtenstatus, er liebt nichts mehr als die Ordnung und geregelte, verlässliche Abläufe. Albert Glücks Büro wurde als Einziges nicht renoviert, es ist altertümlich, nüchtern, übersichtlich und völlig grau, wie übrigens auch Albert selber, der stets völlig grau wirkt. Bloss Alberts Augen sind braun, ein warmes, lebendiges Braun. Was keiner weiss, ist, dass Albert auch im Amt wohnt, sein ganzes Leben spielt sich im Gebäude ab und er lebt jeden Tag haargenau gleich von seinen Abläufen her. Funktioniert diese Routine, dann ist Albert, wie sein Name ja so schön heisst, glücklich. Aber dann hat Albert Glück eines Tages den Antrag auf seinem Bürotisch mit dem Vermerk E45 und es wurde ein schlimmer Tag für ihn. Albert Glück kennt die Forderung E45 nicht, keiner weiss so viel wie Albert und dieses E45 verdirbt ihm gehörig den Tag. Dieser unsägliche, aber eben durchaus korrekt gestellte Antrag E45 treibt Albert gar zu seinem Vorgesetzten, eine Abweichung seines Alltags, ein Grund, völlig neben sich zu stehen. Aber es wird immer schlimmer, der Vorgesetzte kennt E45 auch nicht, und weil es auch nicht möglich war, den Antrag zu zerstören, sitzt Albert schon wieder vor seinem inzwischen doch recht genervten Vorgesetzten, doch dieser hat nun die Lösung für das Problem gefunden. Albert muss raus aus seinem Büro und die Antragstellerin, eine Frau namens Anna Sugus, aufsuchen gehen und sie eben einfach fragen, was sie denn beantragen will mit E45. Albert versteht die Welt draussen nicht mehr, er trifft auf Anna Sugus, doch anders als ihr schöner Name, ist sie als Mensch so schlimm chaotisch und unordentlich, dass sie das genaue Gegenteil von Albert darstellt. Aber komischerweise fühlt sich Albert trotzdem eigenartig wohl in der Nähe dieser Frau. Was Albert nun erlebt ist, was er sich nie auch nur ansatzweise hat vorstellen können, Chaos und Ordnung prallen aufeinander, was entsteht dann wohl, was?

Fazit: Eine unvergleichbar einzigartige Geschichte!
Anna und Alberts Geschichte ist so einzigartig, so faszinierend anders als so manche Liebesgeschichte, ich werde sie niemals wieder aus meinem Kopf und Herz verlieren. Albert ist ein ganz und gar originelles Wesen und man träumt sogleich davon, ihm begegnen zu wollen. Dieser Roman ist etwas ganz und gar Besonderes, ich habe mich richtiggehend in ihn verliebt.

Meine Wertung: 9/10

Andreas Izquierdo / Das Glücksbüro
Verlag: Dumont, Seiten: 269

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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{ 2 comments… read them below or add one }

1 Corina August 30, 2013 um 18:04 Uhr

Ich kann Deiner Bewertung nur zustimmen. Ein wunderschöner ruhiger und trotzdem aufregender Roman, bei dem ein Amtsschimmel traben lernt. Sehr empfehlenswert!!

2 Andreas Izquierdo Januar 31, 2015 um 11:01 Uhr

Hallo, Manuela,

vielen Dank für die schöne Rezension! Hat mich sehr gefreut!
LG
Andreas

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