Anja Rauter / Wir zwei auf Wolke sieben

by Manuela Hofstätter on 1. April 2019

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Lea ist am Boden zerstört, ihr Freund, ihre grosse Liebe Sebastian, ist mit ein paar kuriosen Abschiedsworten und ihrem ganzen Ersparten verschwunden. Statt Hochzeitspläne schmieden herrscht nun Katzenjammer im wahrsten Sinne des Wortes, denn seinen dicken, roten Kater Van Gogh, den hat ihr Sebastian zurückgelassen zum Trost. Pleite und traurig ist Lea nun, und ihre beiden besten Freunde, Armin und Su, haben alle Hände voll zu tun, um Lea aufzufangen, sie mochten den bleichen Sebastian ohnehin nie leiden, sie nannten ihn immer nur Mehlwurm. Su hat Lea tatsächlich zu einem Job verhelfen können, kein Traumjob, aber Lea ist so froh, sie kann sofort bei der Beauty-Zeitschrift SoYou anfangen und wird sofort nach London fliegen, wo sie einige Termine bei absoluten Koryphäen auf dem Gebiet der Verschönerung wahrzunehmen hat. Als Erstes soll Lea in eine Gesichtsbehandlung bei einem Beautyguru, welche sündhaft teuer ist und schon während dieser Behandlung merkt sie, wie anstrengend ihr neuer Job doch ist und auch teilweise schmerzhaft, voller Wut im Bauch hetzt sie mit pink leuchtenden Wangen zum nächsten Termin, wenn ihre Haut sich von dieser Wunderbehandlung nicht erholen wird, dann kann sich der doofe Guru aber auf etwas gefasst machen. Doch Armin und Su haben einen gemeinsamen Freund auf Lea angesetzt, da dieser auch gerade in London weilt. Er ist Visagist und heisst Mattheo, Mattheo ist überhaupt nicht Leas Typ, er hat einen ekligen Bart, eine Wuschelfrisur und er scheint die jungen Models und Frauen regelrecht wie ein Magnet anzuziehen, sein Ruf ist legendär, doch als Kumpel scheint er ein richtig feiner Kerl zu sein und kümmert sich sehr nett um Lea. In London organisiert Mattheo sogar eine ganz besondere Fahrt im Riesenrad, welche Lea dann gar ihre Höhenangst vergessen lässt. Leas strenge Arbeitgeberin lässt sie weitere Termine in Paris und Wien wahrnehmen und der Zufall will es, dass sie dort immer über Vernissagen mit Sebastians Fotos stolpert. Bereits in London hat sie herausgefunden, was er mit ihrem Geld gemacht hat und zu ihrem Schrecken musste sie feststellen, dass eines der ausgestellten Nacktfotos ihren Allerwertesten zeigt. Lea ist wütend und scheitert tragisch, als sie sich Zutritt zur Vernissage verschaffen will. Nebst vielen Terminen, die ihr einiges abverlangen, sieht Lea dann per Zufall, mit welcher Frau sich Sebastian zusammengetan hat und ihre Hoffnung, wieder mit ihm zusammenzukommen, schwindet. Doch auf ihre beiden Freunde und auch Mattheo, auf die ist Verlass, gemeinsam sind sie immer für Lea da, füttern ihren durchgeknallten Kater, der ab und zu sehr angriffslustig ist, aber Leas Herz mittlerweile erobert hat, stehen ihr immer bei und sitzen an jedem möglichen freien Zeitpunkt zusammen und essen bei ihrem Lieblingsitaliener Gino. Gino ist verliebt in Su, doch diese hat kein Gehör für diesen und Armin streitet immer wieder mit seinem Lover und Mattheo. Nun ja, Mattheo, der hat auch so seine Geheimnisse. Aber als Lea dann auf Sebastian trifft und dieser den Mund offen vergisst, denn Lea hat unter anderem im stahlharten Fitnesstraining einige Kilos verloren, da sieht sie in ihm auch nur noch einen Mehlwurm. Lea will sich aber nun nicht so schnell mehr in einer grossen Liebe verrennen, sie will ihre Berufsträume verwirklichen und hat tatsächlich eine Praktikumsstelle bei einem Kinderbuchverlag bekommen. Es heisst schon wieder auf Reisen gehen, schon wieder Freunde vermissen und während Lea in ihrem Job aufblüht vermisst sie eine Person mehr als alle anderen. Wird sie die grosse Liebe auch leben können oder ist sie zu egoistisch?

Fazit: Lustige Liebes- und Lebenskomödie, Frühlingsgefühle inklusive!
Lea und ihre besten Freunde sind herrliche Charaktere. Leas Erfahrungen bei ihrem Job in der Beautywelt haben mich sehr erheitert, ihre Wandlung in Sachen Fitness sogar angespornt. Im Leben einer Frau braucht es gutes Essen, gute Freunde, eine Portion Humor, ab und zu zuviel Alkohol und ein paar Fettnäpfchen, die man übersteht. Und dann den Mut, sein Glück zu machen, für seine Ziele und Träume zu kämpfen und dann, tja, dann klappt es vielleicht sogar auch noch mit der Liebe. Eine leichte, lustige Frühlingslektüre ist das hier mit einem Quäntchen Tränen der Rührung beim Lesen inklusive. Ich danke der Autorin Anja Rauter, die mir gleich ein paar signierte Exemplare speziell für die Schweizer Leserinnen geschenkt hat, welche ich nun im Frühling “on Tour” überraschen werde.

Meine Wertung: 7/10

Anja Rauter / Wir zwei auf Wolke sieben
Verlag: Bastei Lübbe, Seiten: 352

Manuela Hofstätter

Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter

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