Anna Ruchat / Schattenflug

by Manuela Hofstätter on 25. Januar 2013

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Sofia sieht Bilder ihres Vaters dem Militärpiloten, aber sie war noch ein Baby, als er tödlich verunglückte. Die Mutter eine einnehmend schöne Frau liest ihrem Kind im Bett Geschichten vor, ist da und doch nicht da, denn die Not ihres Kindes kann sie nicht erkennen, verdrängt sie in ihrem eigenen Schmerz. Sofia ist ein durchschnittliches unauffälliges Kind und stellt sich immer wieder akribisch genau Szenen des Unfalls ihres Vaters vor. Aber Sofia leidet still und stumm, wie nötig wären Gespräche über die Wahrheit, wie wichtig ein greifbarer Vater. Erst als erwachsene Frau kann Sofia eine Art Erlösung finden, sie sucht die Orte des grausamen Geschehens auf, liest und rekonstruiert detailgenau das Ende ihres Vaters und zum ersten Mal in ihrem Leben fühlt sie, dass es ihn wirklich gab, und kann annehmen, dass er niemals zurückkommen wird. Er verunglückte auf seinem eigentlich letzten Flug, den Brief mit der Bitte seiner Frau er möge mit der Fliegerei aufhören in seiner Hemdtasche und laut Kollegen war er fest entschlossen, seinen letzten Flug zu absolvieren. Ein Schicksalsschlag, eine leise Ahnung möglicher Fügungen drängt sich auf. “Er flog das letzte Mal, aber für immer…”, dies die berührenden Worte der Autorin dazu!

Fazit: Berührende Spurensuche
Anna Ruchats “Schattenflug” ist eine berührende Annäherung an die Wahrheit, welche im Leben eines jeden Menschen eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Grossartig kann die Autorin ihren Vater aufleben und schliesslich sterben lassen und reift an ihrem Schicksal. Es ist ein Geschenk, das sie uns daran teilhaben lässt, ein kostbares Buch.

Meine Wertung: 7/10

Anna Ruchat / Schattenflug
Verlag: Limmat, Seiten: 92

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