Anne Girard / Madame Picasso

by Manuela Hofstätter on 26. Januar 2016

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Marcelle Humbert hat ihre Eltern verlassen, um in die Welt hinaus zu ziehen und ihr eigenes Glück zu machen. 1911, die faszinierende Stadt Paris motiviert und verunsichert Marcelle zugleich, sie legt sich wie so viele andere Menschen, die nach Paris kommen, einen anderen Namen zu und nennt sich fortan Eva Gouel. Bald hat Eva einen Vertrauten und gleichzeitig Freund an ihrer Seite, er stammt ebenfalls wie sie aus Polen und versucht sein Glück als Künstler, es ist der Maler Louis Markus. Während sie in ihm ganz klar nur einen lieben Freund sieht, ist Louis aber offensichtlich in Eva verliebt. Eva hat wirklich Glück, sie kann eine Stelle im berühmten Moulin Rouge ergattern, zuerst ist sie eine einfache Schneiderin, doch bald erobert sie dort die Herzen der Tänzerinnen wie auch der strengen Vorgesetzten und steigt zur ersten Kostümschneiderin auf. Freundschaften führen Eva auch in gehobene Kreise ein und so kommt es zur schicksalshaften Begegnung mit dem jungen, aufstrebenden Künstler Picasso. Eva kann sich der ungeheuren Anziehungskraft dieses Mannes nicht entziehen, selbst als sie so einiges über ihn vernimmt, weiss sie, es ist zu spät, sehr schmerzhaft ist für sie aber das Wissen, als sie hört, dass Picasso so gut wie verheiratet sei und als sie dann dieser Fernande Olivier begegnet, ist dies keine einfache Sache. Fernande und Picasso aber, sind sich schon seit geraumer Zeit immer fremder geworden, so schön die Liebe anfänglich auch war. Picasso steht zu Eva, er trennt sich von Fernande und stösst auch seine Künstlerfreunde vor den Kopf wie etwa auch Braque. Eva und Picasso geniessen ihre grosse Liebe, sind füreinander da und Eva erobert langsam aber beständig Picassos alten Freundeskreis, sie weiss, wie wichtig für ihn und sein Schaffen Freunde sind. Durch einen tragischen Diebstahl der “Mona Lisa” ist Picasso mit Appollinaire zerstritten, Eva bringt die beiden wieder zueinander. Schnell freundschaftlich verbunden fühlt sich Eva mit Gertrude Stein und deren Lebenspartnerin Alice, zu diesen starken Frauen unterhält sie gar einen innigen Briefwechsel. Pablo Picasso steckt in einer wichtigen Phase seines künstlerischen Werdegangs, seine kubistischen Bilder werden langsam verstanden und die Nachfrage nach seinen Werken wird immer grösser. Während Pablo dafür gesorgt hat, dass sich Eva mit ihren Eltern versöhnt hat, tut sie ihrerseits alles für ihn, übernimmt sogar gewisse geschäftliche Prozesse mit den Galeristen, denn dies ist nicht Picassos Stärke. Nur eines, das hält Eva vor Pablo geheim, den Knoten in ihrer Brust, sie kennt seine panische Abneigung gegenüber dem Thema Krankheit und seine schlimme Angst vor dem Tod. So wird die Hochzeit von Eva und Picasso nicht wahr, weil das Trauerjahr um seinen Vater dies nicht zulässt und später weiss Eva mit Gewissheit, sie wird diese Hochzeit nicht erleben. Picasso aber stellt sich seiner Angst, er lässt Eva nicht alleine in der schweren Zeit ihrer Krankheit und Eva weiss, sie hat die grosse Liebe ihres Lebens erlebt. Picasso aber hat sich vermutlich niemals wieder ganz von seiner Trauer um Eva erholen können, und auch wenn er noch so viele Frauen hatte, sie war seine “Ma Jolie”.

Anne Girard / Madame Picasso

Fazit: Die Geschichte der eher unbekannteren Frau in Picassos jungen Jahren, wahrscheinlich aber die Geschichte seiner grössten Liebe!
Die Autorin ist auf den Spuren des grossen Künstlers gereist und hat Menschen gesucht, die ihr über Pablo Picasso erzählten. Entstanden ist eine der vielleicht grössten und berührendsten Liebesgeschichten überhaupt. Pablo und Eva konnten die schwierigsten Dinge ihres Lebens meistern, weil die Liebe füreinander ihnen die Kraft dazu gab! Eine starke Frau, die alles gab für einen der grössten Meister aller Zeiten! Dieses Buch geht unter die Haut und hinterlässt in unseren Herzen ein Kunstwerk für die Ewigkeit!

Meine Wertung: 9/10

Anne Girard / Madame Picasso
Verlag: Aufbau, Seiten: 462

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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