Anthony McCarten / Licht

by Manuela Hofstätter on 28. Juni 2017

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Thomas Alva Edison liebt seine erste Frau inniglich und feiert grosse Erfolge als Erfinder, sein Telegraf, später der Phonograph und schliesslich die Glühbirne, erstaunen die Menschheit, manch eine Frau ist gar in Ohnmacht gefallen, als sie das Licht der Glühbirne erblickt hat. Während seine Frau ihm den Rücken freihält und die Kinder grosszieht, ist das Morsealphabet ihre Geheimsprache der Liebe und verbindet Alva und sie auf intensivste Art und Weise. Als Edison seine Frau früh verliert, droht er zu zerbrechen, J.P. Morgan ist inzwischen sein Geldgeber und fasziniert und ekelt Edison zuweilen gleichermassen. Edison muss sich fassen, er muss seine Glühbirne perfektionieren und braucht eine neue Frau an seiner Seite, nicht zuletzt auch für seine Kinder. So erobert Edison das Herz seiner zweiten Ehefrau, der jungen und wunderschönen Minna. Diese muss aber bald feststellen, dass ihr Mann seine Versprechen nicht einhält und sich voll und ganz seiner Forschung verschrieben hat. Ja, sie liebt ihn und will ihn lieben, verzweifelt sucht sie den Schlüssel zu einem Leben zusammen mit Edison und zum Glück findet sie das Geheimnis seiner ersten Ehe heraus und kann handeln. Menschen sterben bei Versuchen, das Licht in die Häuser zu bringen, aber Edison steht nun permanent unter dem Druck der Konkurrenz und seines Geldgebers Morgan, nahezu skrupellos muss er oft handeln und findet manchmal seine Seelenruhe nur noch schlecht. Bei der ersten Hinrichtung eines Menschen durch den elektrischen Stuhl, ein moralischeres Töten sollte es sein, kommt es zu einem unmenschlichen, langen Sterben des zum Tode verurteilten Häftlings. Zuvor wurde besagter Westinghouse Stuhl getestet und Tiere fanden einen grausamen Tod. Ampère, Volt, Dynamo et cetera müssen noch exakt aufeinander abgestimmt und verfeinert werden, keine einfache Sache. Im August 1929, Edison ist inzwischen ein alter, dem Tode geweihter Mann, soll er sich feiern lassen, aber die Geister der Vergangenheit muss er zuerst noch bezwingen, bevor er die Sprechchöre der Menschen akzeptieren kann, die begeistert rufen: Es werde Licht!

Fazit: Eine mehr als nur erleuchtende Lektüre!
Es ist einfach faszinierend, wenn Anthony McCarten Thomas Alva Edison Leben einhaucht und wir so vieles aus einem Jahrhundert erfahren, in welchen so bahnbrechende Erfindungen gemacht worden sind. Aber nicht nur Erfindungen haben diese Zeit geprägt, auch die Macht des Geldes und der Bankiers ist angestiegen. So wird hier auch die Geschichte J.P. Morgans beleuchtet, eine Geschichte des Geldes, eines Bankiers, der Edison als Geldgeber einerseits forschen liess, ihn aber zu einem Teil auch gekauft und moralisch unter Druck gesetzt hat. McCarten hat bewusst darauf hingewiesen, dass er nicht eine weitere Biografie schreibt, sondern einen Menschen im Alter auf sein Leben zurückblicken lässt. Ein absolut dichter, sprachgewandter und faszinierender Roman aus einer weltbewegenden Zeit.

Meine Wertung: 8/10

Anthony McCarten / Licht
Verlag: Diogenes, Seiten: 362

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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