Antonella Lattanzi / Noch war es Nacht

by Manuela Hofstätter on 24. Oktober 2018

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Als sich Carla in Vito verliebte, war das eine heisse, grosse Liebe, drei Kinder gingen daraus hervor, Nicola und Rosa, welche nun schon auf eigenen Beinen stehen und Mara, welche bald ihren dritten Geburtstag feiert. Das Leben mit Vito war ein Leben mit einem wunderbaren Vater, nie hätte er seinen Kindern ein Haar gekrümmt, aber bei Carla sah das anders aus, sie prügelte er grün und blau. Die obsessive Liebe wurde zu einer gewalttätigen, Carla fragte sich oft, wann Vito sie töten würde, doch dann zog sie die Scheidung durch und mit Mara in eine Wohnung. Maras dritter Geburtstag wird gefeiert, es ist eine Begegnung, wie es sie lange nicht mehr gegeben hat, Vito wird am Fest teilnehmen, alle drei Kinder vereint mit Vater und Mutter, Mara habe sich das so fest gewünscht. Diese Erklärung beruhigt den Mann, den es erst seit Kurzem in Carlas Leben gibt nur mässig und auch die erwachsenen Kinder blicken dem Festabend mit gemischten Gefühlen entgegen, Carla kocht lecker und ist sehr nervös. Der Abend wird wunderschön, wie in guten Zeiten, alle entspannen sich, ein wundervolles Geburtstagsfest mit einem friedlichen, lustigen Vito geht zu Ende. Nicola und Rosa verabschieden sich und Vito bittet darum, noch kurz über das Köpfchen seiner schlafenden, kleinen Mara streicheln zu dürfen, der Wunsch wird ihm erfüllt. Doch dann bricht die Welt zusammen über Carla und ihren Kindern, Vito wird vermisst, offenbar sind sie die Letzten, welche ihn gesehen haben, die Polizei verhört Carla. Carla und die Kinder hängen in ihrer Verzweiflung Zettel auf, sie bitten die Bevölkerung um Hilfe, Vito kann doch nicht verschwunden sein. Tage später findet man auf einer Müllhalde Vitos Leiche, offensichtlich wurde er ermordet. Carla, die betörend schöne, zarte, arme Carla wird verhaftet, verhört, verdächtigt. Doch die Polizisten mögen nicht glauben, dass diese fast kindlichen Augen Carlas, diese Frau zu einem Mord fähig sein könnte. Es wird ermittelt, denn wer Vito wirklich war, das gilt es herauszufinden. Seine Arbeitskollegen wissen etwas zu berichten und dann ist da noch eine Frau mit einem Kind, sie stand im wahrsten Sinne des Wortes in engstem Verhältnis zum Ermordeten. Kann die Polizei in diesen Wirrnissen den Täter überhaupt ausfindig machen?

Fazit: Welch eine Nacht …
… in welcher man diesen Roman zu lesen beginnt und nicht aufhören kann zu lesen, denn Lattanzi schreibt mit einer ungeheuerlichen Sinnlichkeit. Diese Atmosphäre die diese Autorin aufbaut ist einzigartig, geht unter die Haut, lässt schaudern und atemlos gebannt weiterlesen, das ist ein grossartiges Leseerlebnis. Viele Verdachtsmomente verleiten uns zu Vermutungen, welche wir immer wieder verwerfen müssen, so gekonnt beherrscht Antonella Lattanzi das Spiel, uns zu verwirren.

Meine Wertung: 8/10

Antonella Lattanzi / Noch war es Nacht
Verlag: Rowohlt, Seiten: 288

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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