Arnon Grünberg / Der Mann, der nie krank war

by Manuela Hofstätter on 19. Januar 2015

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Ambani Samareda hat einen klangvollen Namen, ist aber ein schlichter Schweizer Architekt, der mit einem Kompagnon ein eigenes Architekturbüro eröffnet und völlig in seinem Beruf aufgeht. Privat lebt Ambani mit seiner Mutter und seiner schwerbehinderten Schwester am Zürichsee und er träumt davon, genug Geld zu verdienen, um der Schwester eine teure Behandlung in Amerika zu finanzieren und somit ihre Situation zu verbessern. Seit einiger Zeit hat er auch die perfekte Freundin gefunden, Nina, adrett und ordentlich, hübsch und nett, sowie gebildet. Ja, er liebt sie auf seine Art und Weise, echte Leidenschaft entwickelt er eigentlich nur beim Entwerfen von neuen Gebäuden. Das Architekturbüro hat noch keine Aufträge im Ausland verwirklichen können, aber jetzt schlägt Abanis grosse Stunde, er wird nach Bagdad eingeladen, denn dort soll zum Zeichen des Wiederaufbaus eine Oper entstehen. Abani wird von einem reichen irakischen Mäzen eingeladen und es sieht ganz danach aus, als ob er den Auftrag bekommt. Nervös, aber auch stolz reist er in den Irak. Auf dieser Reise aber geht so ziemlich alles schief und Ambani Samareda wird nie wieder derselbe sein von da an, er kann froh sein, dass er noch lebt, kann heimkehren und seine deformierte Nase ist und bleibt eine nachhaltige Erinnerung an seine schreckliche Reise. Aber Ambani plant und zeichnet weiter, er liebt seinen Beruf, glaubt daran, dass man sein Talent anerkennen wird und tatsächlich, er geht erneut auf Reisen. In Dubai sieht Ambani seine grosse Stunde nahen, hocherfreut bezieht er sein Zimmer, der Empfang war gut, die Kakerlaken in seiner Unterkunft, dieses Missverständnis wird er sicherlich rasch aus der Welt schaffen. Doch auch Dubai wird für Abani ganz anders herauskommen als er dies je hätte denken mögen.

Arnon Grünberg / Der Mann, der nie krank war

Fazit: Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen!
Arnon Grünberg ist kein Autor für die breite Masse, auch “Der Mann, der nie krank war” stellt da keine Ausnahme dar. Wie immer aber lese ich Grünberg gebannt, gefesselt, zurück bleibe ich atemlos und ein wenig desorientiert. Ambani ist ein Protagonist, welcher auszieht, um sein Glück zu machen und welcher unbeirrt wie die Motte ins Licht, geradewegs ins Unglück läuft.

Meine Wertung: 8/10

Arnon Grünberg / Der Mann, der nie krank war
Verlag: Kiepenheuer & Witsch, Seiten: 237

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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