Arto Paasilinna / Der Mann mit den schönen Füssen

by Manuela Hofstätter on 16. September 2014

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Aulis Rävänder ist ein glücklicher Mann, der begriffen hat, dass man am besten viel Geld verdienen sollte, um ein schönes Leben haben zu können. Also wurde Rävänder zielstrebig Reeder, Ehemann einer attraktiven Frau, Vater zweier Töchter und Besitzer einer schicken Stadtwohnung im teuersten Viertel in Helsinki sowie einem schönen Ferienhaus auf einer Insel. Die Welt ist in Ordnung, Rävänder liebt seinen riesigen Schlepper Vulcanus so innig, wie er seine Frau Liisa liebt und er weiss genau, er hat einen dicken Bauch, aber so etwas braucht ein Reeder eigentlich und sonst kann er sich wegen nichts Vorwürfe machen, er ist ein rundum zufriedener Mensch. Als ihm aber Liisa aus dem Nichts eine Szene macht, reagiert er schuldbewusst, denkt sofort, er arbeite zu viel und schlägt Liisa ein luxuriöses Wochenende vor. Das Wochenende ist dann auch das Ende der Ehe von Rävänder, Liisa kann kein gutes Haar an ihm lassen und wirft ihn sogleich aus dem eigenen Heim. Völlig aus der Bahn geworfen betrinkt sich Rävänder, was er eigentlich nie tut, aber er hat auch noch nie einfach so alles verloren. Wenn Liisa etwas beschlossen hat, das weiss er genau, dann ist da rein gar nichts mehr zu machen. Ausserdem muss er der Tatsache ins Auge blicken, dass ein anderer bereits in seinem Bett liegt und gelegen hat. Eigentlich wäre Wut angebracht, aber Rävänder ist nicht der Typ Mann, der unüberlegt handelt, nein, er setzt sich gar mit dem Neuen seiner Frau an einen Tisch. Man kann sich als Aussenstehender fragen, ob Rävänder noch zu Helfen ist, aber einem solchen Mann wie ihm hilft das Leben ganz alleine. Es wird gefährlich in Aulis Rävänders Leben, mordsgefährlich sogar, aber er ist eben ein Glückspilz.

Arto Paasilinna / Der Mann mit den schönen Füssen

Fazit: Die spinnen, die Finnen!
Ja, man ist versucht zu urteilen, dass diese Geschichte doch völlig verrückt ist, aber zugleich ist man ihr völlig erlegen und entdeckt ein kurioses Glücksgefühl in sich, wenn man diesen Roman gelesen hat. Man darf nicht vergessen, Arto Paasilinna ist eben ein Finne und es ist entzückend, in seinen Büchern ein bisschen mitspinnen zu dürfen. Gerade für uns Schweizer ist Paasilinnas Schreibe eine wohldosierte Arznei gegen unser ureigenes Bünzlitum.

Meine Wertung: 8/10

Arto Paasilinna / Der Mann mit den schönen Füssen
Verlag: Lübbe, Seiten: 240

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
Manuela Hofstätter

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