Arto Paasilinna / Heisses Blut, kalte Nerven

by Manuela Hofstätter on 21. Januar 2016

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Antti Kokkoluoto erblickt das Licht der Welt in Finnland im Januar des Jahres 1918. Er ist ein herrliches Bürschchen und all, e die ihn erblicken, müssen lächeln. Seine Mutter hat viele Kinder vor ihm wie eben auch ihn, bei derselben Hebamme zur Welt gebracht, diese Hebamme hat auch Visionen und macht die klare Aussage, dass Anttis Leben am 12. Juli 1990 enden werde. Das Bürschchen wächst zu einem eigenwilligen Früchtchen heran und will gerne schon ein richtiger Mann sein, dies kostet Antti bereits in Kindertagen fast sein Leben, er ist fast an einer Alkoholvergiftung gestorben, wie auch schon um ein Haar erfroren. Finnland erlebt einen bitteren Bürgerkrieg, Antti eine erste grosse Liebe mit tragischem Ende. Antti ist ein junger, hübscher, starker und cleverer Mann, sein Vater hat ihm auf Reisen durchs ganze Land seinen Beruf des Geschäftsmannes vermittelt. Es gilt, klug zu handeln, in der Not anderer zuzuschlagen und sich doch immer von einer wohltätigen Seite in die Herzen der Menschen einzubrennen. Vater und Sohn machen goldene Geschäfte, natürlich auch mit dem verbotenen Alkohol. Antti heiratet, wird mehrfacher Vater, erlebt immer wieder, wie sich die Weissagungen der Hebamme genau erfüllen, und lebt meist formidabel. Der Zweite Weltkrieg hat Auswirkungen in Finnland, doch diese schweren Zeiten gehen auch vorbei. Antti sass zweimal in Gefangenschaft, einmal unter übelsten Bedingungen in Russland, einmal in Finnland, dort vergleicht er den Knast mit einem guten Hotel. Antti hat Schiessen gelernt wie kein anderer, er ist wohlhabend, glücklich und seine grosse Familie wächst und wächst, wie dies auch sein Geschäft und sein Einfluss tun. Er ist politisch aktiv und steht auf dem Höhepunkt seines Lebens, der Sommer 1990 steht bevor und Antti weiss nun ganz genau, was er tun will.

Arto Paasilinna / Heisses Blut, kalte Nerven

Fazit: Die Geschichte Finnlands auf paasilinnaisch!
Dieser Roman ist für mich nicht ganz so schräg, wie ich die anderen dieses Autors wahrgenommen habe, aber gerade darum finden hier vielleicht noch mehr Lesende den Zugang zu diesem faszinierenden Finnen. Mit dem Leben des Protagonisten Antti erleben wir auch ein Stück der Geschichte Finnlands in bewegten Zeiten und dies eben auf eine unverwechselbare Art und Weise. Sie sind wohl wirklich ein ganz besonderes Volk diese Finnen und der Titel “Heisses Blut, kalte Nerven” dürfte wohl auf viele von ihnen zutreffen und tun das auch im Roman. Auch die Frauen verfügen über eine unglaubliche Stärke, und wenn es aber darauf ankommt, dann retten die Finnen beherzt Menschenleben, selbst nach dem 2. Weltkrieg und selbst dann, wenn es sich um Deutsche handelt.

Meine Wertung: 7/10

Arto Paasilinna / Heisses Blut, kalte Nerven
Verlag: Lübbe, Seiten: 222

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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