Ashley Ream / 30 Tage und ein ganzes Leben

by Manuela Hofstätter on 27. November 2015

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Clementine Pritchard ist eine wohlbekannte Künstlerin, ihre Werke werden teuer verkauft, den Umgang mit ihr, muss man erlernen, sie ist gelinde gesagt auch einmal recht schwierig. Dieses recht schwierig hat sie ihre Ehe gekostet, ihren Exmann, den haben alle gemocht, aber sie trägt an den Altlasten ihrer Familie und Kindheit, ihr Vater hat sich damals aus dem Staub gemacht, Clementine nimmt Medikamente gegen ihre Depressionen, nur so denkt sie, kann sie ihr Leben bewältigen. Genug ist genug und strikte in ihrem Handeln ist sie eben auch, Clementine beschliesst, sich eine wahre Deadline zu stellen, in 30 Tagen wird es sie nicht mehr geben, sie will sterben. Doch Clementine lebt in diesem letzten Monat, wie sie das noch nie zuvor getan hat. Als Erstes wandern alle Tabletten ins Klo, dann tut sie nur noch, was sie will und hört auf, sich mit Dingen zu verstellen. Die Teekanne sowie die Teetassen wirft sie kurzerhand aus ihrer Wohnung, sie mag nämlich keinen Tee, warum tut man nur so vieles, was man eigentlich gar nicht mag? Ein letztes Bild soll entstehen, die Ausstellung aber, für welche sie nun der Galerie Bilder liefern sollte, die lässt sie kalt. Ihre Assistentin Jenny, zugegebenermassen eine liebenswerte Frau, erhält die sofortige Kündigung. Bei ihrem Exmann Richard sucht Clementine die richtigen Worte, will diesen eigentlich von jeglicher Schuld freisprechen und greift aber zur Notlüge um ihn auf das bevorstehende vorzubereiten. So kommt es, dass sie mit Richard nach Mexiko reist und zurückkehrt, um dort Jenny wieder an ihrer Seite zu haben. Auch ihren Vater stöbert sie auf, denn sie hat nichts mehr zu verlieren und hat dadurch einen gewissen Elan und Mut. Einen Sarg hat sie sich ausgesucht, ihr Ableben genau geplant, sogar ihren Kater hat sie endlich weggeben können, sie wird kein Chaos hinterlassen, alles wird gut sein. Das wird es ganz gewiss, nicht wahr?

Ashley Ream / 30 Tage und ein ganzes Leben

Fazit: Warum nicht echt sein im Leben?
Dieser Roman aus dem amerikanischen ist mir einerseits schon ein bisschen übertrieben dahergekommen, davon abgesehen hat er mich andererseits doch recht aufgewühlt. Selbst wenn ich denke, recht bewusst zu leben, staune ich, wie vieles wir Menschen tun, einfach, weil wir glauben es tun zu müssen? Wie oft ist man unecht, verstellt, bemüht höflich, everybodys Darling? Das Wissen um ihr Ableben verleiht der Protagonistin im Buch ein befreites, authentisches Leben. Ich fand das Buch darum lesenswert und motivierend, schliesslich kann man ja wirklich an jedem neuen Tag versuchen, voll und ganz zu leben.

Meine Wertung: 7/10

Ashley Ream / 30 Tage und ein ganzes Leben
Verlag: BTB, Seiten: 416

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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