Astrid Rosenfeld / Adams Erbe

by Manuela Hofstätter on 6. März 2011

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Edward Cohen ist ohne Vater aufgewachsen und auch sonst recht eigenwillig. Den Vater, welchen er sich selbst als Kind aussuchte, auch den muss er schneller verlieren, als ihm lieb ist. Mit der Liebe läuft es auch nicht gut und so hat Edward nicht einmal mehr an seinem Laden Freude und eigentlich kaum mehr an etwas Interesse. Aber dann findet Edward das Vermächtnis desjenigen Verwandten, welcher als das grosse Unglück in der Familiengeschichte angesehen wird und mit welchem man ihn immer vergleicht, denn Edward soll Adam Cohen auf Haar gleichen. Mit grosser Faszination liest sich nun die Wahrheit über das Leben des Verwandten Adam. Adam lebt zur falschen Zeit in Deutschland, zur falschen Zeit für einen jüdischen Jungen. Als Adam sich zum ersten Mal so richtig verliebt in Anna, es ist im Jahr 1938, da verschwindet diese plötzlich spurlos. Der junge Mann kann den Ernst der Lage nicht fassen, versteht auch nicht, wieso seine Familie nach England ausreisen will. Aber der Krieg zeigt Adam nach und nach die ganze schreckliche Wahrheit. Vorerst getarnt als arischer junger Mann mit falschen Papieren, lebt Adam in Polen und verfolgt dort eine Spur von Anna, doch dann muss Adam für die Liebe seines Lebens eine Entscheidung treffen, welche er mit dem höchsten Preis überhaupt bezahlen muss. Edward im sorglosen Jahr 2004 und Adam in den Zeiten des Zweiten Weltkrieges, wie unterschiedlich ihr Leben auch verläuft, sie haben doch vieles gemeinsam. Edward kann in seinem Leben endlich etwas wirklich wichtiges schaffen, er kann die Wahrheit über Adam und dessen Leben ins richtige Licht bringen und etwas vollenden, das vollendet werden muss.

Fazit
Ein faszinierender Roman, ein Stück Zeitgeschichte wider das Vergessen und mehr. Die Geschichte des Adam Cohen geht einem Nahe und die Menschen in seinem Leben waren stets ganz besondere. Allen voran die Figur seiner Grossmutter Edda, wir lesen atemlos und wir weinen… Ich weine, weil ich weiss, dass der Hass der Menschen sich immer wieder wiederholt in unserer Geschichte und weil, so führt uns das auch die Autorin vor Augen, alle schrecklichen Morde an Menschen immer auch von Menschen begangen werden. Ein berührender, unvergesslicher Roman.

Meine Wertung: 8/10

Astrid Rosenfeld / Adams Erbe
Verlag: Diogenes, Seiten: 385

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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{ 1 comment… read it below or add one }

1 maja baer Mai 2, 2012 um 21:25

so viele besprochene bücher – ein ganz tolles angebot. vielen herzlichen dank!
maja

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