Aude Le Corff / Bäume reisen nachts

by Manuela Hofstätter on 28. Juli 2014

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Was ist bloss los mit dem achtjährigen Mädchen Manon? Es sitzt seit etlichen Wochen, ja Monaten alleine unter der grossen Birke im Garten, in sich gekehrt und traurig. Dieses Mädchen berührt den alten Lehrer Anatole im Ruhestand. Leider ist er etwas sauertöpfisch geworden, doch diese Manon, die kann er nicht so sitzen lassen. So kommt es, dass Anatole sich an Besuch gewöhnt, täglichen sogar und er stellt fest, dass Manon ein höfliches und dazu einfach herrliches Kind ist, wäre es nur nicht so traurig. Nun kennt Anatole auch den Grund für diese Traurigkeit. Manons Mutter Anais ist eines Tages einfach spurlos verschwunden, ohne Abschiedsbrief und ohne ein Wort. Manons Vater Pierre ist seit diesem Tag gefangen im Stumpfsinn, sitzt im Sessel, trinkt Bier, stinkt vor sich hin und vergisst, dass er eine Tochter hat. Einzig Sofie, die lustige und recht markante Schwester von Anais sieht mit Unbehagen, wie alles aus dem Ruder läuft, und macht sich Sorgen um Manon, allerdings kann sie nicht an das Mädchen herankommen. Doch dieser Anatole, der kann offenbar mit Manon richtig gut, er liest ihr sogar vor und so beschliesst Sofie, dem alten Herrn einmal einen Besuch abzustatten. Anatole liest Manon den kleinen Prinzen vor, sie liebt diese Geschichte und sie hat Anatole gerne, ein kleiner Lichtblick im Leben des kleinen Mädchens. Doch dann trifft aus heiterem Himmel ein weiterer gewaltiger Lichtblick ein, Anais hat geschrieben, Manon hat auch einen Brief bekommen, genau wie ihr Vater. Anais lebt! Sie ist in einem Dorf in Marokko und schreibt an einem Buch. Manons Vater ist wieder zum Leben erwacht, eifrig beginnt er zu packen, seine Frau, seine grosse Liebe lebt, er wird sofort mit Manon losfahren und sie zurückholen, sie lebt, Anais lebt! Alles wird wieder gut! Tatsächlich brechen Vater und Tochter rasch auf zu dieser Reise, aber mit ihnen im Auto reisen auch Anatole und Sofie mit. EditierenAuf Anatoles Anwesenheit hat Manon vehement bestanden, Sofie hat ihre eigene Mission auf dieser ungewöhnlichen Fahrt, welche ihnen nun bevorsteht. Sofie weiss ein bisschen mehr als manche andere, sie hat auch Anatole eingeweiht, der Alte ist echt in Ordnung. Anatols Glieder schmerzen, er fragt sich ernsthaft, wie er nur so verrückt sein kann, diese Reise auf sich zu nehmen, aber ein Blick auf Manon lässt ihn immer wieder alle Widrigkeiten vergessen. Er wünscht sich so sehr, dass alles gut ausgeht für dieses Kind. Eine grosse Wut im Bauch aber hegt Anatole gegenüber dieser Anais, was ist sie nur für eine Mutter? Was erwartet sie alle am Ende dieser Reise? Finden sie Manons Mutter überhaupt und kann er, Anatole, diese Reise überhaupt bewältigen? Es ist eine ganz besondere Reise, für sie alle, und alle erfahren ein Miteinander, welches sie niemals für möglich gehalten hätten.

Aude Le Corff / Bäume reisen nachts

Fazit: Über dieses Buch würden sich der kleine Prinz und seine Rose freuen!
Dieser Roman hat mich tief, ganz tief berührt. Einerseits sicherlich weil darin wieder einmal ganz klar die Literatur, Bücher und Autoren die Rolle der grossen Lebenshilfe und Weisheit darstellen, aber einfach auch, weil diese Reise für alle Protagonisten wie auch für uns Leser ein einzigartiges Geschenk ist! Manon lernt nicht nur den kleinen Prinzen kennen, nein, sie lernt so vieles über das Leben und kann alles mit der Wahrheit ihrer Kinderseele so einzigartig annehmen. Ein poetisches, zauberhaft feines und schönes Buch.

Meine Wertung: 9/10

Aude Le Corff / Bäume reisen nachts
Verlag: Insel, Seiten: 198

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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