Barbara Traber / Tödliche Seilschaft

by Manuela Hofstätter on 15. April 2013

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In der Reife ihrer Jahre blickt die Autorin Eva zurück in ihre jungen, wilden Zeiten und erinnert sich an einen ganz besonderen Sommer, längst vergangen und doch noch so lebendig in ihrem Leben sind die Eindrücke von damals, dass sie ihnen Raum gibt in einem Text. Verliebt ist die junge Eva, so über beide Ohren, wie sie es nie glauben konnte, aber Alex der Geologe und Naturbursche hat so etwas männliches, unbeschreiblich Wildes, er fasziniert sie völlig. Weil Eva eine solche Liebe voll und ganz leben will, lässt sie alles stehen und liegen und verbringt einen Sommer mit Alex in den Dolomiten. Alex ist begeisterter Bergsteiger, keine Herausforderung darf verpasst werden, er kann keinen Tag ruhen, kann er nicht einem Gipfel entgegen stürmen, wird er nervös und ungeniessbar, also weiss Eva, sie will klettern lernen, eine Frau, die diese Leidenschaft nicht mit Alex teilt, wird nicht lange an seiner Seite sein. Eva kraxelt also beseelt hinter ihrem Liebsten her, immer schwierigere Gipfel erobert sie, selbst wenn die Angst nach ihr greift, verlässt sie sich auf Alex, sie ist sich sicher, er weiss was er tut. Aber langsam ist Eva müde, einmal gar ein paar Tage krank, Blasen zieren ihre Hände und ihre blinde Bewunderung gegenüber Alex bekommt langsam aber stetig Risse. Es warnen sie gar Freunde von Alex, er sei gefährlich, ein Fanatiker, ein Egoist, Eva will davon nichts wissen, aber nicht nur ihr Verstand, nein auch ihr Herz wird eines besseren belehrt. Dann kommt es zu derjenigen Tour, welche Eva niemals wieder vergessen kann und das ist eigentlich ihr Glück, Eva weiss nun was zu tun ist, wird sie den Heiratsantrag von Alex annehmen, ist die grosse Liebe die Liebe fürs Leben?

Fazit: Allerhand Wissen und Facts über das Bergsteigen und eine verhängnisvolle Liebe.
Eigentlich ärgern mich solche Liebesgeschichten ganz arg, wenn die Frauen darin so blind und naiv einem egoistischen Mann erliegen. Aber in Trabers Roman geht es um so viel mehr und darum habe ich mich gerne anseilen lassen und gelesen. Als Laie erfährt man nämlich in diesem Roman eine ganze Menge über die Geschichte der Bergsteiger und deren Motive und Philosophie, interessant ist es auch zu erfahren, wie Frauen am Berg agierten und agieren und sogar welche schriftstellerischen Werke und deren Hintergründe Verbreitung fanden, wie etwa berühmte Berg- und Heimatromane. Der Roman trägt so einiges an Allgemeinwissen kurzweilig an uns heran, so schmunzelte ich, als ich gar auf mehr als einen Minnesänger traf. Tödliche Seilschaft wartet zuweilen auch mit einer Spannung auf, welche fast kriminalistischen Wert hat. Somit ist dieser Roman ein abwechslungsreicher und überraschender Lesestoff zugleich.

Meine Wertung: 7/10

Barbara Traber / Tödliche Seilschaft
Verlag: Gmeiner, Seiten: 226

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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