Beate Rygiert / Das Lied von der unsterblichen Liebe

by Manuela Hofstätter on 18. Oktober 2014

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Cora hat ihren Halbbruder verloren, er starb in den Flammen. Die Schuld weist Cora ihrem Vater HP zu. Bald jährt sich der Todestag des Bruders, es ist ein Jahr der Sprachlosigkeit in Coras Familie und sie verschanzt sich völlig in ihrer eigenen, dunklen Welt, mit dem Vater HP hat sie gar nicht mehr gesprochen und auch mit Mutter Ellen nur das Nötigste. Gegenüber dem Vater empfindet Cora nur Rachegedanken, für die Mutter bleibt kaum noch Mitleid, eher Verachtung. Ellen ist in ihren ewig beigefarbenen Kleidern völlig der Rolle der resignierten Ehefrau gerecht geworden, ihre Ehe ist ein Gefängnis, sie selber ein ängstliches Wesen geworden. Ausgerechnet am Todestag will HP sein neustes Gebäude, die neue Bank einweihen, es soll ein unvergesslicher Anlass werden. Cora plant ebenfalls auf diesen Tag hin, aber sie kann noch so genau vorgehen und alles durchdenken, den Faktor Mensch, Liebe und Zufall, den kann sie, welche sie sich doch für unsterblich hält, nicht beeinflussen. Es gibt da einige Personen, deren Lebenswege sich komischerweise alle irgendwie im Umkreis der neuen Bank bewegen und sie alle verändern sich, ihr Leben und somit die Zukunft. Einer, der sich ebenfalls unsterblich fühlt, ist Valentin, mit den über achtzig Jahren, welche er doch alt ist, ist er immer noch leicht und beweglich wie eine Feder. Valentin ist Seiltänzer und dies immer noch mit voller Grazie. Nicht selten holt er lebensmüde Menschen vom Kirchendach herunter und er blickt gelassen auf sein freies Leben zurück. Valentin hat geliebt, ohne Fragen und Kompromisse, sein Herz eroberte alle, aber Valentin ist auch Vater geworden. Allerdings hat er diese Rolle als Vater nie wirklich eingenommen, doch jetzt scheint sich alles zu verändern. Der Tag der grossen Einweihungsfeier rückt näher und in der Tat, völlig anders, als sich das viele Menschen vorstellen, wird es ein unvergesslicher Tag.

Beate Rygiert / Das Lied von der unsterblichen Liebe

Fazit: Der alte Seiltänzer und das junge Mädchen!
Valentin und Cora sind völlig verschieden, er lebensfroh, sie dunkel und traurig, aber doch verbindet sie der Umstand, dass der Tod sie nicht mitnehmen wollte. “Das Lied von der unsterblichen Liebe” ist eine absolut faszinierende Geschichte, sie erzählt von Verlust, Angst, Wut und Rachegefühlen, aber eben auch von der Kraft des Schicksals und der Lebensfreude, der Kraft des Neuanfangs. Man fühlt förmlich das Seil unter den Füssen beim Lesen und macht alle Gefühle durch: Angst, Fröhlichkeit, Übermut und eine gewaltige Lebenslust!

Meine Wertung: 8/10

Beate Rygiert / Das Lied von der unsterblichen Liebe
Verlag: Droemer, Seiten: 303

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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