Benedict Wells / Vom Ende der Einsamkeit

by Manuela Hofstätter on 2. März 2016

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Drei Geschwister, Marty, Liz und der Jüngste, Jules, sie wachsen heran, bilden unterschiedliche Charaktere und speichern Eindrücke des Familienlebens. Ein Autounfall reisst die Eltern aus dem Leben und so auch die Geschwister recht früh schon auseinander. Zwar leben sie nun im selben Internat, doch den Draht zueinander verlieren sie zunehmend. Jules ist er erst zehn Jahre alt und leidet still vor sich hin, zieht sich völlig zurück, er, der Mutige, wird ängstlich und wortkarg. Eines Tages setzt sich Alva, ein rot gelocktes, bleiches Mädchen neben ihn, und als sich Alva wieder entfernt, merkt Jules, dass sie ihm fehlt, eine Verbundenheit hat zwischen ihnen geherrscht, die keiner Worte bedurfte. Für die restliche Schulzeit sind Alva und Jules richtig gute Freunde füreinander. Marty ist ein Computernerd geworden mit einem Gefolge von Anhängern, die ihn ständig umschwirren und Liz, das schönste Mädchen im Internat, hat leider einen verwegenen Ruf und verlässt die Schule schliesslich gar vorzeitig. Jules will Alva davon überzeugen eine Wohngemeinschaft zu gründen, am selben Ort zu studieren, um sich so nicht aus den Augen zu verlieren, doch dann erleidet ihre Freundschaft einen krassen Bruch. Jules versucht seinen Weg zu gehen, als erfolgloser Fotograf schlägt er sich mehr schlecht denn recht durchs Leben, Liz ist durch ihren Lebenswandel gefährlich abgestürzt und es ist Marty, der sie alle zusammentrommelt und stützt. Die Geschwister erkennen, sie brauchen einander. Marty heiratet, Liz altert und trauert ihrer Kinderlosigkeit nach und Jules? Jules kriegt Alva und den albernen Pakt nicht aus seinem Kopf, den sie in der jugendlichen Dummheit beschlossen hatten, dass wenn sie beide mit dreissig noch kinderlos sein würden, würden sie notgedrungen zusammen Kinder in die Welt setzen. Jules ist dreissig Jahre alt und er schreibt Alva.

Benedict Wells / Vom Ende der Einsamkeit

Fazit: Woher wir kommen, wohin wir gehen und warum wir selber herausfinden müssen, was wir aus unserem Leben machen!
Diese grossen Fragen und Antworten umkreist Wells aufs Eindrücklichste und ich staune, wie klug dieser Roman ist, wie wahrhaftig. Jeder Mensch hatte eine Kindheit, sie ist bei manchen nicht optimal verlaufen, doch die Erkenntnis, dass das Erlebte lediglich Spuren hinterlässt, uns aber nicht daran hindert so zu leben, wie wir wollen, dies ist für mich die stärkste Wirkung dieses Romans. Wells Protagonisten sprechen von der Saat in der Kindheit und welche Ernte diese später trägt. Selbst wenn sich die Dinge wiederholen, auch die richtig tragischen, ist dies lediglich dem Zufall zuzuschreiben, unsere Reaktion auf solche Sachen aber, die zeigt einzig und allein, was in uns steckt! Ein grossartiger Roman!

Meine Wertung: 8/10

Benedict Wells / Vom Ende der Einsamkeit
Verlag: Diogenes, Seiten: 355

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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