Benjamin Lebert / Im Winter dein Herz

by Manuela Hofstätter on 4. März 2012

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Eigentlich dachte er, er würde ewig einfach so dahinleben in Hamburg, doch dann kam er in diese Klinik in Waldesruh. Robert hat keine Lust zu essen, und komischerweise plötzlich auch keine Lust mehr aus Waldesruh. Bei seinen Spaziergängen zur Tankstelle hat er dort Annina kennengelernt, sie ist richtig nett, anders als die Anderen. Plötzlich trifft er bei Annina auf Kudowski, Kudowski, den Schlaflosen und Starken in der Klinik, aber auch einer von denjenigen, durch die sich Robert nicht gestresst fühlt, Kudowski wird manchmal richtig wütend, aber er ist ok. So kommt es, dass dieses vom Leben zusammen gewürfelte Trio plötzlich mitten im Winter durchstartet, oder direkter ausgedrückt, Annina fährt mit einem Suzuki Samurai und zwei Durchgeknallten auf und davon. Es ist eine Reise voller intensiver Momente, schöne, sowie brutale. Einerseits werben Robert wie auch Kudowski um Annina, andererseits mögen sie aber einander zu sehr, dass das kein richtiges Problem werden kann. Sie wissen inzwischen so manches übereinander und vieles eben immer noch nicht, sie haben ein Ziel, sie wollen, dass Robert zu seinem Vater kommt, bevor der wegstirbt, den Robert will seinem Vater noch eine wichtige Sache erzählen.

Fazit: Ein Tankstellengirl und zwei Durchgeknallte machen sich gemeinsam auf und davon.
Auch wenn ich nicht alles was der Autor uns in dieser Geschichte vermitteln will verstehe, wie etwa seine Schilderungen vom Winterschlaf der Menschen, so verstand und schätzte ich doch die Besonderheit und die Wärme dieses Buches. Drei Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, finden mitten in der Kälte zueinander und merken, dass sie alle auf der Suche sind. Es ist eine Suche nach Lebenssinn, was sie finden, ist wahre Freundschaft, Verbundenheit und das Abenteuer der Menschlichkeit!

Meine Wertung: 6/10

Benjamin Lebert / Im Winter dein Herz
Verlag: Hoffmann und Campe, Seiten: 157

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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1 Mara Giese März 17, 2012 um 21:31

Liebe Manuela,

auch ich habe den Roman von Benjamin Lebert ganz gerne gelesen, auch wenn er mich nicht restlos überzeugt hat. Ich habe vor allem die poetische Sprache gemocht …
Schwierigkeiten hatte ich mit dem Ende! Wie hast du es verstanden? Ist diese ganze Reise etwa nur ein Traum während des Winterschlafs?

Literarische Grüße
Mara

2 Manuela Hofstätter März 24, 2012 um 22:13

Hallo Mara,
ja, du hast recht, den Schluss kann man auch nicht festmachen, deine Interpretation ist eine Möglichkeit. Für mich muss aber diese Reise schon stattgefunden haben, zu viele Knoten wurden entwirrt und besonders die Begegnung von Vater und Sohn ist für mich so real und gut und kann nicht bloss geträumt sein….
Eigentlich doch schön, eine Geschichte die Fragen offen lässt…

Dankeschön für deine Impulse!

Liebe lesefreudige Grüsse

Manu

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