Bernhard Schlink / Das Wochenende

by Manuela Hofstätter on 29. Februar 2008

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Christiane liebt ihren Bruder Jörg sehr, darum will sie ihn auch seine ersten Tage in der Freiheit möglichst angenehm gestalten. Christiane hat mit einer Freundin eine alte Villa auf dem Land gekauft, in völliger Abgeschiedenheit soll nun Jörg das Wochenende im Kreise von alten Freunden geniessen, fernab von möglichen Reportern und Presseleuten. Jörg sass 20 Jahre im Gefängnis, nun wurde er begnadigt. Während seines Kampfes für die Revolution hat Jörg auch Menschen getötet, für die grosse Sache, so sieht er das, bis heute. Doch dieses Wochenende wird vieles ändern. Die Freunde von damals sind eben heute nicht mehr die selben. Die revolutionären Ideen sind dem bürgerlichen Leben gewichen. Heute sind sie Journalist, Bischöfin, Rechtsanwalt oder Fabrikbesitzer und alle sind in ihrem neuen Leben ab und zu erfolgreich gewesen, aber auch gescheitert. Die meisten Freunde wollen Jörg helfen in ein geregeltes Leben zu finden. Einer aber will Jörg wieder gross als revolutionären Kämpfer aufbauen. Aus den anfänglich banalen unbeholfenen Gesprächen der Gruppe bricht plötzlich Neugier, Konfrontation und Tiefe heraus. Jeder hat auch mit seiner eigenen Vergangenheit zu kämpfen, manche Lebenslüge lastet schwer. Als plötzlich auch noch ein junger Mann auftaucht und Jörg mit heftigen Dingen konfrontiert, scheint das Wochenende endgültig misslungen. Aber die Nostalgie und die Menschlichkeit haben da auch noch etwas zu sagen.

Fazit
Ein neuer Schlink, das ist immer eine Freude! “Das Wochenende” ist nicht so schnell zu vergessen und regt uns zum denken an. Wie ist unsere eigene Ethik, sind wir mit unserem Handel auf dem rechten Weg, wenn die Liebe mitspielt, reagieren wir oft unverhältnissmässig. Doch es ist nicht nur ein zeitloses Denken, dass hier angeregt wird, es ist auch ein Stückchen Geschichte und Politik der Vergangenheit was wir hier lesen. Aber hat sich wirklich etwas verändert Heute?

Meine Wertung: 8/10

Bernhard Schlink / Das Wochenende
Verlag: Diogenes, Seiten: 225

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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