Bielefeld & Hartlieb / Auf der Strecke

by Manuela Hofstätter on 18. April 2011

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Die Kriminalkommissarin in Wien, Anna Habel, Ende dreissig, energisch und putzmunter, trifft mit ihrem neuen Fall auf einen deutschen Kollegen Thomas Bernhardt, Mitte fünfzig, gemächlich und bedacht, kaum aus der Ruhe zu bringen. Diese Zusammenarbeit verdanken die beiden Kommissare einem Toten im Schlafwagenabteil eines Zuges auf dem Weg von Wien nach Berlin. Der Tote ist kein geringerer als der junge Starautor Xaver Pucher, offensichtlich wollte er sein neustes Manuskript seinem Verleger in Berlin abliefern, doch da endet sein Leben brutal durch Erwürgen. Schon vom ersten Telefongespräch an ist es klar, die Habel und der Bernhardt, das kann nicht gut gehen, nicht nur, dass sie sich schon über Vorurteile ihrer Länder und Städte in die Haare kriegen, nein, sie haben schlicht dermassen unterschiedliche Temperamente, dass es eben brodelt in der Leitung. Aber der Fall benötigt ihre volle Professionalität, das Manuskript soll unglaubliche Enthüllungen enthalten und bis tief hinein in die Vergangenheit und Politik greifen und für Tumult sorgen. Doch das Manuskript bleibt verschwunden, verdächtig sind viele Personen, vom Wiener Verlag an, welchen Pucher fallen liess und nach Deutschland ging, bis ja eben, der neue deutsche Verlag, aber auch der angeblich beste Freund Puchers, seinerseits auch Autor welcher jetzt mit Puchers Freundin Leyla zusammen zu sein scheint. Leylas Bruder, der auf seine Schwester aufpasst und sie notfalls wieder in ihre islamistische Heimat schaffen soll, wird zuerst auch sofort in die Mangel genommen, denn in Puchers erstem Roman, hat er die Islamisten welche gegen ihn protestieren angeblich beleidigt. In Wien wie auch in Berlin ist den Ermittlungsteams klar, es geht um sehr viel Geld und Macht, Bernhardt wird mit seiner Kollegin Cornelia Karsunke, welche ihm sehr nahe steht, niedergeprügelt und in Wien findet Anna ihre Wohnung völlig verwüstet vor, die Lage ist ernst und gefährlich. Aber die Habel und der Bernhardt, sind eben Spitzenleute mit guten Teams im Hintergrund und jetzt werden sie sich zum zweiten Mal in echt treffen, Anna und Thomas und zwar auf der Frankfurter Buchmesse, wo sie auf die Lösung ihres Falls hoffen!

Fazit
Ein Volltreffer, der erste Fall für Berlin und Wien, für Anna Habel und Thomas Bernhardt, lässt sich nicht anders betiteln. Was für sympathische Figuren, unterschiedlich und doch eben irgendwo ähnlich die beiden Kommissare. Der Fall, angesiedelt im Milieu der Bücher und Verlagswelt, der erobert mich natürlich ohnehin im Sturm. Die Spannung kommt nicht zu kurz und einfach ist die Lösung des Falles gar nicht, Politik, Religion, Geld, Macht, alles höchst kunstvoll eingeflochten. Aber viel mehr mag ich nicht verraten, nur soviel, dieser Krimi ist für mich das neue Mass der Dinge, vom Titel bis zur letzten Zeile ein Hochgenuss! Was für ein Auftakt! Bitte bitte, liebes Autorenteam, liefert rasch Nachschub.

Meine Wertung: 9/10

Bielefeld & Hartlieb / Auf der Strecke
Verlag: Diogenes, Seiten: 359

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