Brigitte Giraud / Das Leben entzwei

by Manuela Hofstätter on 30. August 2005

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Da haben wir einen Mann, eine Frau und ein Kind, sozusagen eine glückliche Familie. Aber nun liegt Claude im Spitalbett im Koma, er stirbt und von nun an gibt es kein “Wir” mehr, die Frau und Mutter bricht völlig zusammen, stirbt eigentlich mit. Wir erleben eine lange Woche mit dieser Frau, bis hin zur Beerdigung von Claude. Da ist zuerst diese Fassungslosigkeit immer und immer wider dieses nicht wahrhaben wollen der Tatsache des Todes. Sie riecht ihn noch, sein Geruch im gemeinsamen Bett, seine schmutzige Wäsche, sie spricht mit ihm, aber die Antworten bleiben auf immer aus. Schliesslich stürzt sie sich mit Entschlossenheit in die Tage, mit eisernem Willen sie durchzuhalten bis zu den Abenden. Es gilt Clauds leblosen Körper einzukleiden, den Sarg auszuwählen, die Beerdigung zu gestalten, dies alles wird zu einem ungeheuren Kraftakt, aber es passiert, denn Claude ist gestorben und das Leben besitzt die Frechheit einfach weiterzugehen.

Fazit
Dieser Roman ist ein Stück Abschied, wir alle erleben solche Trennungen, wir leben, wir sterben. Brigitte Giraud hat mit diesem Roman ihre eigene Geschichte erzählt, gerade deshalb ist ein so tiefes, dichtes Bild zum Thema entstanden. Ich denke, dass es für alle Menschen ein Stück tröstliche Literatur ist, welche selbst diesen Schmerz bereits erlebt haben. Das Können dieses schmerzliche Erlebnis in einen Literarischen text umzuwandeln, hat mich tief beeindruckt und überzeugt!

Meine Wertung: 6/10

Brigitte Giraud / Das Leben entzwei
Verlag: S. Fischer, Seiten: 110

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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