Bruno Blume & Mo Richner (Illustrationen) / Vor Kummer sterbe ich – Vreneli und das Plumpsklo am Ende der Welt

by Manuela Hofstätter on 15. Dezember 2018

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Onno, Toni und Svantje verlassen ihre Heimat Deutschland, weil ihre Eltern beschlossen haben, sie selber zu unterrichten, dies ist erlaubt in der Schweiz, also legen sie dort einen Neuanfang hin. Das schiefe, alte Haus in Guggisberg hat gar noch ein Plumpsklo, dass sie nun ausschlafen dürfen und nicht in die Schule müssen, das finden die Kinder mit ihren Worten ausgedrückt richtig geil. Doch dass sie das Plumpsklo benutzen sollen, das ist mehr als beschissen, das geht ja nun gar nicht. Der Streit um den Laptop sorgt täglich für Aufruhr, genauso wie die nervigen Eltern, die immer eine Wanderung machen wollen. Die angeblichen Hügel in ihrer neuen Heimat empfinden die Kinder nämlich als Berge und Wandern ist doof! Als der Vater dann noch ein Schweizer Volkslied trällert, reicht es dann eigentlich so richtig, doch das Lied klingt schön wie traurig, was mag es wohl bedeuten? Der Vater liest die Geschichte vom Vreneli vor und die Geschwister staunen über die alte Zeit und Vrenelis Leben, lachen über den Namen Hans-Joggeli und wollen nun doch wissen, was es mit dieser unerfüllten Liebe auf sich hatte. Das damalige Leben und das heutige, zwei völlig verschiedene Welten und eben doch nicht, denn Liebeskummer, den gab und gibt es immer noch und auch das Erwachsenwerden muss jede Generation meistern. Die Fakten rund um die Geschichte damals wie um das Leben der deutschen Familie im Heute und in der Schweiz, das liest sich äusserst kurzweilig. Was wird aus der Familie, fassen sie alle Fuss, geht die junge Generation ihren Weg, wird etwas aus ihnen?

Fazit: Historie und Gegenwart!
Dieser Roman verbindet auf erfrischende Art die berühmte Geschichte des Schicksals vom Vreneli vom Guggisberg mit der heutigen Zeit und Jugend. Die Familie aus Deutschland, die nach Guggisberg zieht, weil sie einen Neuanfang wagen und ihre Kinder selbst unterrichten will, steht für einen neuen Trend, der vielleicht auch die Verunsicherung aufzeigt, was den Schulbildungsstand angeht. Die Geschwister finden es genial, nicht mehr in die Schule gehen zu müssen und hassen aber das Plumpsklo und das Wandern, zu welchem sie die Eltern ständig anhalten. Der Streit um den Laptop zeigt zusätzlich, dass die heutigen Themen der Jugend andere sind, als sie das zur Zeit Vrenelis waren und doch liest der Vater die alte Geschichte vor und diese findet Gehör. Den Einwand, dieses Buch habe zu viele pädagogisch wertvolle Inhalte, den kann ich so nicht stehen lassen. Ich finde, diese dürfen und sollen hier sein und werden nebenbei wohldosiert vermittelt. Der ältere Onno hat mich mit seinem Charakter besonders bewegt, er rebelliert gegen alles und macht eine nahezu kultige Entwicklung durch und findet seinen Weg. Mich erinnert dieses Buch an den “Fänger im Roggen”, ist es nicht zuletzt auch ein Entwicklungsroman. Das Cover und die Aufmachung des Buches werden vermutlich nicht dafür sorgen, dass Teenager begeistert danach greifen, aber mit einer Empfehlung kommt das Buch gut an, das haben mir Rückmeldungen schon bestätigt. Vergangenes und Zukunft steht eben in einem Kontext, diesen zu pflegen finde ich wichtig. Ein wunderbares Buch mit einer CD, die uns Chören und Künstlern lauschen lässt, die das Guggisberglied interpretieren. Schade, hat es Steff la Cheffe nicht mehr mit ihrer Interpretation des Liedes auf die CD geschafft.

Meine Wertung: 8/10

Bruno Blume & Mo Richner (Illustrationen)
Vor Kummer sterbe ich – Vreneli und das Plumpsklo am Ende der Welt
Verlag: Kwasi, Seiten: 237

Manuela Hofstätter

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Habt keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie ganz harmlos.
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